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JUBILÄUM: Sechs Zylinder, blauer Rauch: Nummer Fünf lebt

Ulrike Meyfarth gewann die olympische Goldmedaille im Hochsprung, und BMW präsentierte die neue mittlere Baureihe: 1972 kam der 5er zu uns und fuhr auf und davon.

Was man nicht so alles in der Fahrschule lernt: Wenn es aus dem Auspuff schwarz qualmt, ist es ein Diesel. Wenn es weiß nebelt, ist es Wasserdampf. Und wenn es blau räuchert? Dann ist es ein BMW. Scherz beiseite: Der Reihensechser war, ist und bleibt trotz einiger undichter Ventilschaftdichtungen ein Sahnestück. Bekannt geworden ist er durch den Dauereinbau in den 5er, die mittlere BMW-Baureihe, die jetzt ihr 30-jähriges Jubiläum feiert.

Propeller-Power

Bevor BMW zur automobilen Oberliga gehörte, krochen winzige 700er Modelle mit Motorrad-Boxermotoren über unsere Straßen. Auch auf der Isetta prangte das weiß-blaue Propeller-Logo. Erst mit der »Neuen Klasse« gab es ab 1962 vollwertige Autos zu kaufen. Mit den Olympischen Spielen in München blies BMW endgültig zum Sturm auf die Stuttgarter Konkurrenz von Mercedes. 115 PS trieben die Ur-Version des 520 nach vorne - wie die Hauszentrale aus vier Zylindern gebaut. Fünf weitere Hubraum-Versionen folgten, die meisten mit dem legendären Sechszylinder.

H-Status

Computer werden keine 30 Jahre alt, Junggesellen müssen mit 30 vorm Rathaus fegen und Autos dürfen, sofern sie in gutem Zustand sind, das H-Kennzeichen tragen. Viele frühe 5er haben nicht überlebt. Zu erkennen sind die ersten Exemplare an ihrem mittigen Auspuff und der ganz schmalen Niere im Kühler. Überhaupt die Front: Wie ein Haifischmaul ragte sie oben nach vorne und wich unten zurück; dieses Design wirkte aggressiv und sorgte für das begehrte Überholprestige.

Die Achtziger

Ein Jahr bevor Helmut Kohl Kanzler wurde, erblickte die zweite Generation des 5er das Licht der Welt. Wieder dominierten Sechszylinder das Bild und gaben der Kundschaft den entscheidenden Kaufimpuls. Wer wollte schon in einem vierzylindrig brummenden Mercedes 230E mit umhäkelter Klorolle auf der Hutablage fahren? Die BMW-Kundschaft wollte Sport und Kraft. Spitze dieser Power war der M535i mit 218 PS. Am anderen Ende zollte man mit dem Diesel und den eta-Motoren den hohen Spritpreisen Tribut. Bei den eta-Maschinen wollten die Bayern den Fahrer durch üppiges Drehmoment aus 2,7 Litern Hubraum zu niedertouriger und verbrauchsschonender Fahrweise verführen

Achtender

Die dritte Generation brachte es dann im M5 schon auf 315 PS. Überhaupt gab es für den deutschen Markt keine Vierzylinder mehr zu kaufen, dafür waren die ersten V8-Motoren im Angebot, die die herrlichen 530i und 535i ablösen sollten. Heute, in der vierten Version, bringt es der M5 sogar auf 400 PS und fungiert damit als Organspender für den Amerika-Roadster Z8. Und wie im Hollywood-Film lebt Nummer Fünf des 5ers bereits. Die neueste Generation scharrt schon in den Startlöchern, um der neuen Mercedes E-Klasse und dem kommenden Audi A6 die Stirn bieten zu können: Als Einziger mit sechs Zylindern in Reihe.

Christoph M. Schwarzer

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.