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Pro und Kontra

"Tempolimit? - Nein, danke!": Ein Plädoyer gegen den Vernunftzwang in uns

Weniger Rauchen, weniger Trinken, mehr Zahnseide. Jetzt auch noch: Runter vom Gas. Was kommt als nächstes? Und: Wo soll das enden? stern-Reporter Axel Vornbäumen schreibt, warum er gegen ein flächendeckendes Tempolimit ist.

Schild für aufgehobenes Tempolimit

Freie Fahrt? Wenn, dann nur aus Gründen der Sicherheit, findet stern-Reporter Axel Vornbäumen

DPA

Soll auf deutschen Autobahnen ein generelles Tempolimit eingeführt werden? Zwei stern-Reporter diskutieren. Rolf-Herbert Peters schreibt hier, warum er dafür ist.

Axel Vornbäumen sagt an dieser Stelle: "Nein, danke!":

Im Oktober 1988 gründete sich in Deutschland die Autofahrerpartei (APD). Nicht zu verwechseln mit der APO oder der AfD. Die APD kämpfte für den Ausbau des Straßennetzes, mehr Parkplätze und ungehemmten Verkehrsfluss – unter anderem mit dem Slogan: "Tempolimit auf Asphalt – nutzt den Grünen, nicht dem Wald". Das Ganze garniert mit der kruden These, dass an Autobahnrändern der Pflanzenwuchs doch ganz beachtlich sei. Noch Fragen? 2002 war dann Schluss. Mitgliedermangel und finanzielle Schwierigkeiten. Nun ja.

"Wir möchten Sie warnen!"

Warum ich jetzt darauf komme? Weil ich weiß, wie schnell man in die Ecke der ewiggestrigen Bleifußfanatiker gestellt wird, wenn man die Frage nach einem generellen Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen mit einem Achtsamkeitsvermerk versieht. So wie es damals die legendäre Verkehrssendung "Der 7. Sinn" immer mit sonorer Stimme aus dem Off getan hat: "Wir möchten Sie warnen!"

Autos und Lkw fahren auf einer Autobahn in Deutschland. Durch die Bewegung sind die Fahrzeuge unscharf

Warnen? Wovor? Vor einem weiteren Verlust an Freiheit in einem zur überbordenden Reglementierung neigenden Staat. Vor diesem grassierenden Vernunftzwang, der unser aller Leben bis zur nächsten Eiszeit steuern soll. Vor diesem Diktat zur Mediokrität in allen Lebenslagen. Sollen wir nicht sowieso schon weniger trinken, weniger rauchen, weniger Fleisch essen, dafür aber öfter Zahnseide benutzen? Wozu? Damit sich die Mittelmäßigen bedenkenlos in Hochform fühlen können?

Ich brauche keine Belehrungen

Sind das keine Argumente? Ich bitte um einen Moment des Nachdenkens bei denen, die mit Tempo 120 auf der mittleren Spur vor sich hinzockeln. Mehr nicht. Ich brauche keine Belehrungen und bitte darum, von moralinsauren Kommentaren nebst drögen Verbrauchsstatistiken in den sozialen Netzwerken abzusehen. Ihr notorischen Funktionswäscheträger kauft mir den Schneid ohnehin nicht ab!

Und im Übrigen: Wo Tempolimit aus sicherheitsrelevanten Gründen nötig ist, da bin ich dabei. Da nehme ich den Fuß vom Gas. Alles andere wäre absurd.

Und jetzt? Jetzt bin ich gespannt auf den Beifall von der linken Spur, der sich aus der Ferne schon mit der Lichthupe ankündigt. Auf den kann ich verzichten. Freiheit, die ich meine, heißt auch: Verantwortung.

Lesen Sie hier Rolf-Herbert Peters und warum er für ein Tempolimit ist.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.