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Lancia Delta HPE: Kompakter mit Versace-Schwulst

Lancia steht im Schatten einer großen Tradition, ist aber derzeit eine Marke ohne Käufer. Einen neuen Wagen gibt es auch noch nicht, aber einen Namen wie Dynamit: In Venedig wurde ein Concept-Car Car mit den magischen Buchstaben "Delta HPE" vorgestellt.

Außer der Edel-Handtasche Lancia Ypsilon ist dem Laien in Deutschland kaum noch ein Modell von Lancia bekannt. Bei Namen wie Phedra und Thesis denken viele eher an eine griechische Tragödie, als italienische Wagen. Selbst Fachleute geraten bei der Frage ins Grübeln, ob das eine andere Lancia-Modell überhaupt noch gebaut wird. Damit das Drama nicht ewig währt, wird nun im Jahr des 100jährigen Firmen-Jubiläums immerhin die Studie eines Wagens der Golfklasse vorgestellt, denn ein Serienfahrzeug der populären Gattung gibt es bei Lancia natürlich nicht.

Wenn es um die Wirklichkeit elend bestellt ist, kann man wenigstens tüchtig feiern. Ort der Präsentation war dann auch die bekannt auto-gerechte Lagunenstadt Venedig. Sie gibt mit dem Filmfestival den glanzvollen Rahmen ab, die Autofreunde werden von etwas anderem elektrisiert. Denn der Name ist ein Stromstoß: "Delta HPE".

Barockes Edel-Design

Das neue Modell wird leider nicht so ein Kracher wie diese Legende mit dem Zusatz "Integrale". 4,5 Meter Länge sind für einen Kompakten ziemlich üppig, dafür gibt es Platz im Kofferraum. Bei 400 Litern geht der eine oder ander Shopping-Beutel hinein. Das zurzeit inflationär genutzte Shooting-Brake-Design wird Lancia typisch mit Elementen der großen Art-déco-Oper aufgerüscht. Von vorn blickt einen der Thesis an, von hinten schaut man auf den Ypsylon. Das Ganze wirkt durch den eleganten Mehrfarbenlook besonders wertig. "Schöner wohnen auf Rädern" soll auch im Innenraum geboten werden. Alcantara und Leder, Holz- und Chromeinlagen mag der Lancia-Fahrer nun mal leiden. Ein supermodernes Bose-Hi-Fi-System passt ins Bild, es bietet über Bluetooth und USB die Möglichkeit, jedwedes Plug&Play-Musikgerät anzustöpseln.

Vorgesehen ist der neue Delta für turbogeladene Benzin- und Dieselmotoren mit einem Leistungsspektrum von 120 PS bis über 200 PS. Die Hoffnung für eine Wiedergeburt des alten Wildfangs endet spätestens hier. Auch mit einem Fahrwerk mit elektronisch geregelter Dämpfung fährt der neue Delta HPE nicht in der Leistungsspitze mit. Unter dem alten Namen kann man in ein paar Jahren höchstens einen Design-Auto für den besonderen Geschmack erwarten. Anstatt der kompromisslosen Rennmaschine gibt es dann einen schwulstige Versace-Kompakten.

Kra

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.