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Autorabatte: Preiskampf in allen Klassen

Autos werden immer billiger. Die Rabatt-Hitliste im Januar führt kein spartanischer Zwerg an, sondern ein ausgewachsener Kompakter. Der Golf-Konkurrent Peugeot 308 wird für umgerechnet etwa 8000 Euro verscherbelt.

Bei den Autoherstellern gibt es massive Fehlzündungen im Vertrieb. Der erwartete Nachfrageknick nach dem Rabattfieber setzt ihnen zu. Um den Absatz zu stabilisieren, steigen die Rabatte auf neue Höhen. Das CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen hat 268 Verkaufsförderungsaktionen der Autobauer im Januar 2010 recherchiert. Die Anzahl der Aktionen liegt damit auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahresmonat. Mit 44,3 Prozent Nachlass in der Spitze haben die Herstellerrabatte einen Höchstwert seit der Abwrackprämie erreicht. In der stern.de finden Sie die Konditionen von allen Aktionen.

Die Rabattwerte in Prozenten angegeben sind bereits beträchtlich. In absoluter Euro-Höhe werden durchweg neue Rekorde erreicht. Im Jahr 2009 dominierten Kleinstwagen mit Sparausstattungen die Rabatt-Hitliste. Inzwischen drängen deutlich größere Wagen hinein. Der jetzige Spitzenreiter Peugeot 308 ist ein Wagen der Kompaktklasse. Im direkten Vergleich zum Golf hat er bei vielen Kunden das Nachsehen, aber ein Rabatt von 44 Prozent katapultiert den Franzosen noch weit unter das Preisniveau eines VW Polo.

Preisvorteil von 6597 Euro beim Peugeot 308

Die Abwrackaktionen 2009 lockten vor allem Kunden an, die sich normalerweise nur einen Gebrauchten leisten können. Sie griffen zu Kleinwagen und waren bereit, auf Features wie ein ESP zu verzichten, wenn nur der Preis überschaubar blieb. Jetzt finden auch normale Neuwagenkäufer den passenden Wagen. Die derzeit ausgelobten Rabattaktionen bieten nämlich meist keinen fixen Betrag, sondern setzen bei den Leasing- oder Kreditzinsen an. Pauschal gesagt, spart man umso mehr, je teuerer das Fahrzeug wird. Das ist für viele Kunden wichtig, denn zu den angesetzten Einstiegspreisen gibt es nur den Basismotor mit einer Sparausstattung. Der Rabattspitzenreiter Peugeot 308 zum Beispiel hat einen Einstiegspreis von etwa 15.000 Euro, ein Interessent wird aber schnell ein Wunschfahrzeug zum Preis von 18.000 Euro bis 20.000 Euro konfigurieren.

Hinter dem beworbenen Spitzenrabatt des Peugeot 308 zum "Easy Drive Tarif" verbirgt sich ein 48-Monats-Leasing mit eingeschlossener Anschlussgarantie und kostenlosen Wartungen bei Null Euro Anzahlung und 129,- Euro Monatsrate. Bei diesem Angebot decken die Ratenzahlungen über vier Jahre von 5805 Euro nicht einmal den Restwertverlust ab. Zinsen, Wartungen, Anschlussgarantie und ein Teil der Abschreibung wird dem Kunden also geschenkt. Bezogen auf den Grundpreis von 14.900 Euro und einem Preisvorteil von 6597 Euro lässt sich für dieses Leasingangebot ein theoretischer Verkaufspreis von 8000 Euro bestimmen.

Neben den offiziellen Herstelleraktionen werden in den nächsten Monaten die Angebote an Tageszulassungen, Kurzzulassungen und jungen Dienstwagen massiv steigen. Das CAR-Center Automotive Research stellt einen extremen Zuwachs der taktischen Zulassungen der Autobauer und Händler fest. Darunter versteht man die eigenen Neuwagenzulassungen der Händler und Autobauer. Diese Fahrzeuge kommen sehr schnell als Kurz- oder Tageszulassung oder als junge Dienstwagen mit sehr hohen Preisnachlässen in den Markt. Im Dezember 2009 wurden bereits 46.651 Neuwagen als taktische Zulassungen in den Markt gebracht. Bei einzelnen Marken haben diese Zulassungen im Dezember 2009 Höchstwerte erreicht. 48 Prozent aller Jaguar wurden als Eigenzulassungen in den Markt gebracht. Vom XK waren es sogar 71 Prozent.

Günstige Alternativen im Internet

Kunden, die sich weder auf Rabattaktionen noch auf Tageszulassungen einlassen wollen, finden bei "Internet-Vermittlern" wie www.price-optimizer.de, www.autohaus24.de, www.netcar.de oder www.meinauto.de gute Angebote. Wer auf Probefahrt und Beratung verzichtet, kann sich online ein Angebot für seinen Wunschwagen zusammenstellen lassen. Die Verhandlung mit einem Vertragshändler übernimmt die Agentur. Tatsächlich fallen die gewährten Rabatte mit durchschnittlichen 16,1 Prozent auf den ersten Blick bescheiden aus. Aber nur auf den ersten Blick: Bei den Internetvermittlern stellt der Kunde den Wunschzettel zusammen, die Rabattaktionen stützen dagegen eher die Modelle, die der Hersteller zu normalen Konditionen nicht verkaufen kann. Der Internet-Vermittler "Carneoo.de" wirbt im Januar mit einem speziellem "Geburtstagsangebot": 16 Prozent Nachlass plus 750,- Euro Sondernachlass auf alle frei konfigurierbaren "Golf Team" Sondermodelle. Das macht einen Rabatt von fast 20 Prozent für das liebste Modell des Deutschen.

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.