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Männerschmuck: "Meine Felgen sind teurer als Dein Auto"

Was Blahniks und Pradas für Frauen, sind Auto-Felgen für Männer: was früher einmal dazu diente, individuellen Bodenkontakt zu optimieren, hat sich zum begehrten Fashion Accessoire gemausert, das man - im Idealfall - am besten öfters mal wechselt.

Von Helmut Werb, Los Angeles

In den USA - und da vor allem an der Auto-verrückten Westküste - galt es unter Trendies schon immer als erforderlich, das eigene Individualverkehrsmittel aufzumotzen bis zum Geht-Nicht-Mehr. Im Windschatten immens reicher Hip-Hopper und Basketball-Stars erblühten in den letzten Jahren die "Car Customizers" neu, jene Spezialisten, die das Aussehen fußlahmer US-Cars veredeln und so das "Bling" für den "Car" erfanden. Shops wie der legendäre West Coast Customizer, berühmt durch MTV's "Pimp My Ride", oder A&G Customs in East Los Angeles verwandeln schnöde Transportmittel in schicke "Fashion Statements", die - je schriller, je besser - zum Statussymbol der vermeintlich vor Geld strotzenden Subkultur mutierten.

Das wichtigste Mittel zum Zweck (abgesehen vom Zweitausend-Watt-Surround-Sound im gesondert gekühlten Kofferraum und der 25.000 Dollar teuren Speziallackierung) sind dabei die Felgen. Dienen im zielorientierten Europa Spezialfelgen eher dazu, das Leistungsgewicht des Fahrzeugs - und ja, auch die Bodenhaftung - zu verbessern, gelten die Reifenträger in den USA als beliebte Statussymbole, die das verfügbare Einkommen des Fahrzeugbesitzers der mehr oder minder interessierten Öffentlichkeit dokumentieren. "Meine Rims [Felgen] sind für mich wie meine Rolex", verlautet Taraji P. Henson, die zusammen mit Three 6 Mafia einen Oscar für die beste Filmmusik gewann - und sie muss es wissen: das Handgelenk der Oscar-Gewinnerin zieren gleich zwei der Schweizer Uhren.

Bling-Builder und Möchte-Gern-Blinger

"Brillianten-besetzte Felgen führen wir nicht", grinst A&G Manager Junior Orozco. "Noch nicht." Dafür aber hat Junior so ziemlich alles auf Lager, was man für viele Dollars unters Gefährt schnallen kann - von "normalen" Chromteilen über goldbeschichtetes Leichtmetall bis hin zu wahren Giganten: 28-Zoll-Ungetümen für den Hummer oder den Cadillac Escalade, favorisierte Fortbewegungsmittel statusbewusster Hip-Hopper. "Pirelli und CustomWheels stellten auf der New Yorker Autoshow einen 30-Zoller vor", erklärt George von Coast2Coast, einem weiteren "Bling-Builder" in Los Angeles, schränkt aber ein: "Der geht allerdings nur für gepimpte Hummer." Dass soviel Zoll an der Achse auch teuer bezahlt werden will, versteht sich nicht nur von selbst, sondern ist ganz und gar gewollt. Gutes darf nicht billig sein, sagen sich Ideologie-gefestigte Blinger, und so kostet ein Satz Felgen (ohne Gummi, versteht sich!) schon mal weit über 10.000 Dollar. "Diese Dinger", sagt Junior Orozco und schaut dabei fast verliebt auf die Monsterteile, die ihm locker bis zur Hüfte reichen, "kosten so um die 18.000 Dollar pro Satz." Meine Frage, wie viel er denn selber so im Monat verdiene, ignoriert er nonchalant.

SUV-Fahrer: Radlader-Fahrer hilft nach Unfall - und macht alles noch schlimmer

Klar, dass bei dem Preis der eine oder andere Mittelständler nicht mithalten kann, vor allem, wenn er während einer Fahrpause noch die eine oder andere warme Mahlzeit verzehren möchte. Da kommen Unternehmen wie das kalifornische Rent-A-Wheel gerade recht, die Felgensätze an Bargeld-bedürftige Möchte-Gern-Blinger vermieten. "Unsere Kundschaft legt einen Grossteil des verfügbaren Einkommens für coole Felgen hin", erklärt John Bowlin, Mitbegründer von Rent-A-Wheel. Ist dann mal weniger verfügbar (soll ja vorkommen), springt John und Konsorten gern in die Bresche. Ab 60 Dollar pro Monat kostet ein Satz glänzender Räder, dafür bekommt man aber grade mal das popelige Einstiegsmodell.

Per Felgen-SMS Blondinen klarmachen

Wer jedoch im Kampf um die besten "Rims" anständig mithalten will, sollte bei Begriffen wie Phat Lip Technology, Dropstars, DUB, Zinik Adrian, Kaotik, 51-Fifty oder TIS Twenty Inch Strong nicht mit der Wimper zucken. Schillernde Namen sind bei den Felgen-Herstellern ebenso wichtig wie glitzernde Oberflächen. Gerne wird auch angesagt, welche Größe das wichtige Stück hat. Da soll es auf 45 Dollar nicht mehr ankommen, die die kleinen, aber wichtigen Medaillen mit der entsprechenden Zoll-Grösse kosten, die entweder direkt auf die Felge geklebt werden oder an den verbreiterten Kotflügel.

Wem selbst das nicht reicht in automobilistischer Selbstdarstellung, kann auf die Sondermodelle unter den Sondermodellen zurückgreifen. Bis vor kurzem waren so genannte "Spinners" angesagt, Felgen, deren Mittelteil sich bei der Fahrt nicht bewegte und Betrachter so leicht in hypnotische Trance versetzte. "Aaah, Spinners", lächelt Junior wissend. "Das ist soooo von gestern!" Nicht mehr cool, darauf besteht unser Junior, also muss man die Mode von gestern (Durchschnittspreis pro Satz um die 8.000 Dollar) mit dem neuesten Fashion Accessoire ersetzen - von innen beleuchtete Räder (in Kalifornien leider verboten, bedauert Junior) oder man greift am besten gleich zum Aller-Hippsten: den Pimpstars genannten LED-Rims von CustomWheels, Computer-gesteuerten Felgen, die wahre Mini-Filme bei der Fahrt abspielen und via Laptop vom Fahrzeuginnenraum mit immer neuen, personalisierten Mustern und Messages gefüttert werden können. So kann man beim Überholen per Felgen-SMS die attraktive Blondine im Cabrio nebenan anmachen. Allerdings nur solange das Auto fährt. Im Stau sehen die 20.000 Dollar teuren Auto-Kommunikationsmittel aus wie der normale Wahnsinn.

Da wird sich der deutsche TÜV auf die teuren und selbstimportierten Sonderausstattungen sicherlich freuen.

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Betruf beim Autokauf
ich habe letztem September ein gebrauchtes Auto gekauft und nach einem Monat habe ich wegen Servolenkung mein Auto bei ADAC abgescleppt lassen. (Damals hat die Servolenkung plötzlich ausgefallen und ich hätte mit Straßenbahn einen Unfall bekommen. Damals habe ich versuchte mit meinem Verkäufer zu kontaktieren. Leider hat er 3 Wochen Urlaub gemacht und habe ich mein Auto bei einer Werkstatt repariert hat und das kostet ungefähr 90 Euro und musste ich für ADAC mehr bezahlen. (Da meinte Meister, dass wegen Betteriepol meine Servolenkung ausgefallen hat.) aber nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und Bremeschalter auch kaputt gegangen ist und habe ich dafür 252 Euro bezahlt. Da war der Verkäufer imemrnoch im Urlaub. Nach seinem Urlaub habe ich mein Auto mitgebracht und er hat mir gesagt, dass wenn ich für Erstazteil(Servolenkung) bezahle, dann kann er mein Auto reparieren. (Das kostet ungefähr 50 Euro). Aber er konnte eine Teil von meinem Auto nicht finden und mit anderer Teil(verschidenen Artikelnummer) mein Auto repariert und er meinte, dass wenn ich wieder dieses Problem hätte, repariert er wieder mit richtiger Teil und wieder nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und habe ich mein Auto wieder mitgebracht. Aber er hat noch nicht die Servolenkung für mein Auto gefunden und er meinte, dass ich auch bei Ebay oder irgendwie die Teil suchen soll. Aber wenn ich wieder darüber telefoniert habe(weil ich leider nicht richtige Artikelnummer von meinem Auto kenne), hat er mir einfach gesagt, dass er einfach damals gar nicht repariert hat und d.h mein Auto wurde immernoch meine richtige ausfallende Teil eingebaut und er meinte, dass ich selber die Teil finden muss... Das ist echt scheiße. Deswegen habe ich die Servolenkung selber gekauft(200 Euro) und selber ausgetauch. Da ich nicht mehr dem Verkäufer vertrauen konnte. jzt alles wieder in Ordnung. Und letzte Woche habe ich Bremseleläge selber gewechselt da habe ich anderes Problem gefunden. Als ich hinten Bremsbeläge ausgebaut habe, habe ich ganz viel Problem gemerkt. Die Korben war festgeklebt im Zylinder deshalb Bremsbeläge einfach abgebrochen hat. Ich denke das ist sehr gefährlich.. Und Nach dem Rapatur von Hintenbremse kann ich nicht mehr schlechte Geräuch hören.. Dieses Geräuch hat auch als ich dieses Auto erstes Mal mitgenommen habe gehört, dachte ich, wegen ABS. Aber das war auch nicht.. Ich denke er hat total kaupttes Auto verkauft und gar nicht verantwortlich.. villeicht hat er mich ganz einfach unterschätzt weil ich ein Ausländer bin nicht so fließend Deutsch sprechen kann... In dem Fall was kann ich machen? Soll ich einfach anzeigen?