Mercedes-Benz SLR McLaren Die Legende lebt


Stück für Stück enthüllt Mercedes den neuen Supersportwagen SLR. Bevor das handgefertigte Prestige-Objekt im Herbst 2003 auf die Straße darf, schaut man bei den schwäbischen Autobauern in die Geschichtsbücher.

Stück für Stück enthüllt Mercedes den neuen Supersportwagen SLR. Bevor das handgefertigte Prestige-Objekt im Herbst 2003 auf die Straße darf, schaut man bei den schwäbischen Autobauern in die Geschichtsbücher.

Kürzel mit Tradition

Neu ist das Kürzel "SLR" nicht. Im Gegenteil. Die drei Buchstaben markieren eine Zeit faszinierender Automobile und herausragender sportlicher Erfolge. Mitte der Fünfziger Jahre eroberte der 300 SLR die Rennstrecken der Welt. Pilotiert von Legenden wie Juan Manuel Fangio, Stirling Moss oder Karl Kling, gewann der offene Sportwagen 1955 Klassiker wie die Mille Miglia, die Targa Florio oder die Tourist Trophy.

300 SLR "Uhlenhaut-Coupe"

Motor

Achtzylinder V-Motor

Hubraum

2.982 ccm

Leistung

286 PS / 203 kW

Länge/Breite/Höhe

4.350/1.750/1.210 Millimeter

Leergewicht

1.117 Kilogramm

Getriebe

Fünfgang-Schaltgetriebe

Höchstgeschw.

284 km/h

40 Liter auf 100 Kilometer

Der Silberling brachte es auf erstaunliche Fahrleistungen. Befeuert von einem Dreiliter-V8-Motor mit bis zu 310 PS erreichte der intern "W 196" genannte Renner eine Höchstgeschwindigkeit von über 300 Sachen. Den enormen Verbrauch von bis zu 40 Litern auf 100 Kilometer steckte der Mercedes locker weg. Teilweise waren die Fahrer mit 265 Litern Kraftstoff unterwegs.

Breitbeinig fahren

Um den großen Achtzylinder unter die flache Motorhaube zu bekommen, griffen die Mercedes-Konstrukteure in die Trickkiste. Der Dreiliter-Motor wurde schräg in den Motorraum eingebaut. Eine clevere Idee, die den Fahrern ihre Arbeit nicht erleichterte. Die Kardanwelle verlief von der Kupplung schräg unter dem Fahrersitz hindurch zum Getriebe, das sich hinter der Hinterachse befand. Um die Pedale bedienen zu können, mussten die Piloten die Beine spreizen.

Flügel-Bremse

Im Gegenzug griff man den Rennfahrern beim Bremsen unter die Arme. Ein hydraulischer Bremskraftverstärker minimierte die Pedalkräfte und eine skurrile Luftbremse entlastete die großen Trommelbremsen. Beim harten Anbremsen vor Kurven klappte im Heck des SLR ein 0,7 Quadratmeter großer Flügel hoch, der für eine beachtliche Bremsverzögerung sorgte. Eine Idee, die bis heute bei Flugzeugen gute Dienste leistet.

Verkannter Vorgänger

Als eigentlicher Vorläufer des neuen SLR gilt jedoch ein Fahrzeug, das nie produziert wurde. Mercedes-Konstrukteur Rudolf Uhlenhaut baute auf Basis des 300 SLR ein Coupé mit Flügeltüren und Magnesium-Karosserie. Mehr als zwei Prototypen wurden davon aber nie gebaut.

Zurück in die Zukunft

Auch im SLR der Gegenwart steckt Technik aus dem Rennsport. Gebaut wird der Zweisitzer bei der englischen Formel-1-Schmiede McLaren. Das Achtzylinder-Triebwerk des Briten mit schwäbischen Genen wurde vom Mercedes-Haustuner AMG entwickelt und gebaut. Auf einem Fließband wird ein SLR niemals stehen. Die maximal 500 SLR pro Jahr werden in Handarbeit hergestellt. Der Preis passt zur Exklusivität: 360.000 Euro.

Jochen Knecht

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