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12-h-Rennen in Bathurst / Australien: Vollgas im Outback

Was den Europäern ihre Nordschleife ist dem Australier sein Mount Panorama Circuit in Bathurst / New South Wales. Die 6,2 Kilometer schwere Rennstrecke gilt als eine der anspruchsvollsten in der Welt des Motorsports. Porsche konnte mit seinem Sieg einen schwarzen Fleck in der glorreichen Statistik auslöschen.

12-h-Rennen von Bathurst / Australien 2019

12-h-Rennen von Bathurst / Australien 2019

Denn erstmals gelang es dem Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen das spektakuläre 12-Stunden-Rennen von Bathurst zu gewinnen. Bisher hatte es weder zu einer Pole Position, noch zu einem Gesamtsieg gereicht. Damit ist seit dem diesjährigen Rennen Schluss. Das Porsche-Team mit der Startnummer 912 in der Besetzung Dirk Werner, Dennis Olsen und Matt Campbell siegte in einem grandiosen Finale denkbar knapp vor Aston Martin Vantage (Startnummer 62) und Mercedes-AMG GT3 (Startnummer 999). Porsche siegte, weil man am Schluss das nötige Quäntchen Glück sowie die richtige Strategie hatte und in den letzten Rennminuten alles dransetzte, endlich einmal in Down Under zu gewinnen.

Vollgas im Outback
12-h-Rennen von Bathurst / Australien 2019

12-h-Rennen von Bathurst / Australien 2019

Heiße Wochen für die internationalen Motorsportabteilungen der Autohersteller. Viele waren am vergangenen Wochenende gerade erst in Daytona bei regenreichen 24-Stunden-Rennen auf dem legendären Hochgeschwindigkeitsoval, da geht es eine Woche später schon am anderen Ende der Welt weiter mit den nicht weniger spektakulären 12-Stunden-Rennen von Bathurst. Beide Rennstrecken sind einzigartig und könnten unterschiedlicher kaum sein. Während es auf dem legendären Daytona Racetrack in erster Linie um Höchstgeschwindigkeiten geht, ist die kurvenreiche Rennstrecke von Bathurst im Bundesstaat New South Wales, rund zwei Stunden westlich von Sydney, ein Kurvengeschlängel, das sich hinter der allerdings deutlich längeren Nordschleife des Nürburgrings nicht verstecken muss. Die australische Langstreckenklassiker ist das Auftaktrennen der Intercontinental GT Challenge, die in ihrer vierten Saison fünf große Langstreckenrennen auf fünf verschiedenen Kontinenten aus. Die Events finden auf einigen der spektakulärsten Rennstrecken der Welt in Australien, Nordamerika, Europa, Asien und Afrika statt; mit dem Startschuss auf dem einzigartigen Mount Panorama Circuit von Bathurst.

Ähnlich wie auf der Döttinger Höhe der Nordschleife sind auch hier auf der 1,9 Kilometer langen Conrod Geraden Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 270 km/h drin, doch das spannendste sind die Kurvenkombinationen und das ständige Auf und Ab mit Höhenunterschieden von über 170 Metern. Nicht von ungefähr heißt der Kurs Mount Panorama Circuit und genau diese Aussicht kann man nicht nur vom höchsten Punkt der Strecke bewundern. Teile der Rennstrecke mit ihren 23 Kurven sind im Alltagsbetrieb öffentliche Straßen und werden nur ein paarmal im Jahr für große Rennevents gesperrt. So genießen viele Fans die einzigartigen Ausblicke auf den 1938 erbauten Kurs entweder auf den zahlreichen Naturtribünen, den Campingplätzen auf dem 862 hohen Mount Panorama oder den eigenen Terrassen, denn auf viele Hanggrundstücke wie an der exklusiven Tallaringa kommt man allein über die Rennstrecke. Während Trainingssessions und Rennen herrscht daher ein absolutes Ausgehverbot.

Als der Veranstalter 2010 entschied, das 12-Stunden-Rennen für die weltweit attraktiven GT3-Boliden zu öffnen, ließen sich die großen Hersteller nicht lange bitten und so bringen Marken wie Porsche, Audi, BMW oder Bentley herstellerunterstütze Topteams nebst Fahrern an den Start, die die bollernden Boliden über den Kurs jagen. Dass es diesmal besonders spannend werden würde, deutete sich bereits im Training an. Die ersten knapp 20 Teams alle innerhalb von einer Sekunde und wer sich für das spektakuläre Shoot Out um einen der zehn Topplätze qualifizieren wollte, durfte nicht viel mehr 2,03 Minuten für den 6,2 Kilometer langen Bergkurs benötigen. "So eine Rennstrecke wie hier in Bathurst würde es heute nicht mehr geben", sagt Luke Youlden, einer der bekanntesten australischen Tourenwagenfahrer, Porsche-Werksinstruktor und diesmal in einem Mercedes AMG GT dabei, "der Kurs ist einer von der alten Schule; sehr eng und kaum Auslaufzonen. Gerade das macht seine Faszination aus." 60 Prozent der Strecke werden Vollgas gefahren und davon konnten sich die knapp 50.000 Zuschauer nicht nur beim Training, sondern auch dem Rennen überzeugen.

Die Choreographie des Rennens selbst ist eine wahre Schau. Der Rennbeginn ist morgens um 5.45 Uhr in aller Dunkelheit, bevor die Teams mit Vollgas in einen heißen Renntag mit Temperaturen über 35 Grad donnern. Kein anderes Langstreckenrennen auf der Welt, verzückt mit einem ähnlich einzigartigen Start in der ausklingenden Nacht. Die Sonne geht im Minutenakt erst in der ersten Rennstunde auf. Für die Fahrer ist der Start in der schwarzen Nacht eine echte Herausforderung, während der Ausblick vom Campingplatz am McPhilliamy Park nicht nur in der australischen Motorsportszene einzigartig ist.

Da die Klimatisierungen in den Fahrzeugen für Temperaturen von über 60 Grad kaum ausreichen, tragen die Piloten in der Region westlich der Blue Mountains unter dem feuerfesten Rennoverall Hightech-Kühlwesten, die mit Trockeneis arbeiten und die Körpertemperatur unter 40 Grad halten sollen. Mit dabei auf dem heißen Stuhl der zum 17. Mal ausgefahrenen 12 Stunden von Bathurst, Tourenwagen-Profis wie Matt Campbell, Romain Dumas, Maro Engel, Maximilian Götz, Alexandre Imperatori, Christopher Haase, Markus Winkelhock oder Augusto Farfus. "Nach Start und Ziel gibt es nach der schnellen Linkskurve ein langes Bergaufstück", erläutert Rennfahrer Luke Youlden einen der schwierigsten Teile der Strecke, "dann wird es sehr eng. Vor Griffins Bend werden die Autos leicht und man fährt die nächste rechts mit Vollgas im dritten Gang, bevor links die Felsen und dann die Mauern kommen."

"Das Rennen wird nicht zuletzt dadurch entschieden, ob man in Unfälle verwickelt wird und wie die Gelbphasen laufen", so Pascal Zurlinden, bei Porsche verantwortlich für den GT-Werksmotorsport. Er sollte Recht behalten, denn lange Zeit sah es so aus, als könnte auch Porsche dieses Mal wieder in Australien nicht gewinnen. Doch der Motorschaden eines niederklassigen KTM Xbow ließ kurz vor Schluss noch einmal das Safety-Car ausrücken und das Rennergebnis auf den Kopf stellen. Mit frischen Reifen presste sich Porsche-Pilot Matt Campbell zunächst am Mercedes AMG GT vorbei und rang schließlich auch von Aston-Martin-Pilot Jake Dennis nieder. So gab es den lang erhofften Porsche-Sieg für den 911 GT3 R und erstmals das obere Podium bei einem der spektakulärsten Langstreckenrennen der Welt. BMW blieb nach langen Führungsrunden nur Platz fünf; Bentley mit zwei neuen Continental GT3 lange Zeit vorne dabei, landete auf den Plätzen sechs und acht, während Nissan (GTR Nismo, Platz sieben), Ferrari 488 GT3 (Platz neu) und Audi R8 LMS (Platz zehn) mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun hatten.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.