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Abt Audi QS7: Dicke Backen

Kein Audi bläst die Backen derzeit mehr auf als der Abt QS7. Der mächtige SUV könnte problemlos auch der Hauptdarsteller im nächsten Batman- oder Transformers-Film werden. Doch seine Qualitäten beschränken sich nicht allein auf den polarisierenden Auftritt.

Abt Audi QS7 - 239 kW / 325 PS und 680 Nm

Abt Audi QS7 - 239 kW / 325 PS und 680 Nm

Kameras klicken, Smartphones werden gezückt und selbst auf der Autobahn A99 wird aus dem 5er BMW von der mittleren Fahrspur bei Tempo 160 eifrig herüber gefilmt. Wer einen großen Auftritt liebt, muss sich in keinen Ferrari 488 GTB zwängen oder einen martialischen Supersportler wie dem Lamborghini Aventador in die hauseigene Einfahrt holen. Ein ganz normaler Audi Q7 wird praktisch über Nacht zum viel umjubelten Hollywood-Star. Die Garderobe steht in Kempten, beim Audi-Veredler Abt. Wer sich für das große Karosseriepaket entscheidet, macht den Luxus-SUV mit den vier Ringen zum Hauptdarsteller im nächsten Endzeit-Streifen. Mit dem optionalen Aeropaket Breitbau bläst der Allgäuer seine Backen derart dick auf, als hätte er mindestens 600 PS unter der Haube und würde sich die zahllosen Mittelklasse-SUV vor dem Frühstück mit Vorliebe durch die gigantischen Kühlöffnungen ziehen.

Dicke Backen
Abt Audi QS7 - 239 kW / 325 PS und 680 Nm

Abt Audi QS7 - 239 kW / 325 PS und 680 Nm

Dabei ist die Motorisierung des Abt QS7 vergleichsweise unspektakulär. Der drei Liter große Commonrail-V6-Diesel des Audi Q7 mit seinen 200 kW / 272 PS und 600 Nm erstarkt durch eine geänderte Motorelektronik auf 239 kW / 325 PS. Nichts, was man im Alltag auf ein paar Kilometern herauskitzeln kann, denn allenfalls der Drehmomentzuwachs auf 680 Nm ist wirklich spürbar. Zudem erhöht sich die Höchstgeschwindigkeit um sechs km/h auf schnittig-sportliche 240 km/h und bei der Beschleunigung 0 auf Tempo 100 nimmt das Abt-Modell dem Serien-Q7 ebenfalls ein paar Zehntel ab. Selbst wer flott unterwegs sein will, wird von dem leicht erstarkten V6-Diesel nicht enttäuscht. Er ist kraftvoll, drehfreudig und allemal sparsam. So lässt sich der Diesel-Kraftmeier im Alltag trotz seines mächtigen Gewichts von 2,1 Tonnen und mächtiger 22-Zöller allemal mit acht Litern Diesel bewegen. Wer mit Gasfuß und Fahrprogramm zaghaft unterwegs ist, rollt sich sogar an die Sieben-Liter-Marke heran.

Doch letztlich ist es die Optik, die bei dem Poser die Musik macht. Das Außendesign des über fünf Meter langen und ausladend breiten Abt Audi QS7 ist schlicht spektakulär. Fraglos nichts für jedermann, denn hoch geschlossen oder mit einem schlicht dunklen Sakko mag nicht zum Besuch im Fitnessstudio des Werkstuners passen. Wer sich für einen QS7 entscheidet, für den sind Performance und Tatendrang nachrangig, denn die Optik macht die Musik; zumindest wenn man sich für das Breitbau-Paket entscheidet, das im unlackierten Grundpreis bereits 7.560 Euro kostet. Mit Wunschlack, Spurverbreiterungen und einem stimmungsvollen 22-Zoll-Radsatz verdoppelt sich der Aufpreis geradezu. Trotz des mächtigen Räderwerks ist die Gesamtabstimmung in Verbindung mit dem variablen Luftfederfahrwerk vorbildlich und allemal komfortabel genug. Der sportlichste Sechszylinder-Diesel, der im Q7 derzeit zu bekommen ist, verwöhnt mit echten Langstreckenqualitäten. Dabei ist er schon aufgrund der exzellent abgestimmten Achtgang-Automatik mit niedrigen Drehzahlen arbeitend immer leise und dezent im Hintergrund, während der Allradantrieb keine Mühe hat, die maximal 680 Nm maximales Drehmoment auf den Asphalt zu bringen.

Dagegen sind die 2.990 Euro Aufpreis für die Leistungssteigerung von 53 PS (zzgl. 265 Euro TÜV und Montage) fast schon ein Schnäppchen. Bleibt die Frage, wieso der Audi QS7 von außen sage und schreibe 19 Abt Schriftzüge zur Schau trägt. An Spoilern, Schweller, Rädern, Luftauslässen und Spiegelgläsern thront mehr oder weniger sichtbar das markige Signet des Allgäu-Tuners. Schöner wird das opulente Karosseriearrangement dadurch nicht und auch so sollte jeder erkennen, dass es sich um eine sportlich-selbstbewusste Veredlung aus dem Hause Abt handelt. Schade, dass das animierte Digitalinstrument beim Aufstarten Audi Q7 Quattro ins Blickfeld des Fahrers projiziert: Abt QS7 wäre abgesehen von dem aufdringlichen Spoilerornat doch gerade hier ein nettes Detail.

Das wird auch bei den Details deutlich, denn die Verarbeitung der zahlreichen Tuningkomponenten ist vorbildlich und allemal auf Werksniveau. Lederdetails, Narbungen und Kedern passen zum ohnehin überaus wertigen Gesamteindruck, den das Q7-Serienmodell ohnehin vermittelt. Geschmacksache bleiben die Karbonveredelungen an Lenkrad, Sitzgestell, Armaturenbrettunterseite oder Türeinlegern, die den Preis eines komplett individualisierten Abt Audi QS7 in ungeahnte Höhen von über 90.000 Euro sprießen lassen. Neben den knapp 62.000 Euro für das Basismodell des Audi Q7 mit 200 kW / 272 PS kostet das Aufgeld für den dann 325 PS starken Abt Audi QS7 zwischen 3.250 und über 30.000 Euro - je nachdem, wieviel Abt-Tuning es eben sein darf. Dafür gibt es einen sportlichen Edel-Crossover mit jeder Menge Platz für bis zu sieben Personen. Das Ladevolumen ist dabei mit 890 Litern ebenso wochenendtauglich wie die Zuglast von 3,5 Tonnen oder das Aufsehen, das man zumindest mit dem Breitbau an nahezu jeder Straßenecke erregt.

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Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.