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Fahrbericht: Seat Ibiza FR Hola, hola

Seat Ibiza 2021
Seat Ibiza 2021
© press-inform - das Pressebuero
Seat verpasst seinem Kompaktmodell Ibiza ein Facelift. Das fällt allerdings eher dezent aus und beschränkt sich weitgehend auf optische Retuschen.

Er ist das erfolgreichste Modell von Seat: Fast sechs Millionen Mal rollte der Ibiza seit seinem Serienstart 1984 im spanischen Mutterwerk Matorell vom Band. Inzwischen ist der Kleinwagen, der in der selben Klasse mitspielt wie der VW Polo oder der Opel Corsa, in der fünften Generation angekommen. Seit 2017 nutzt Seat bei dem Kleinen kräftig das, was das VW-Konzernregal hergibt. So steht er als erstes Modell des Konzerns auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), auf dem auch der Polo aufbaut. Nach vier Jahren gönnt Seat dem Ibiza nun ein kleines Facelift.

Und das ist rein optischer Natur - Seat selbst spricht von "subtilen Änderungen am Außendesign". Außen erkennt man das neue Modell allenfalls an den überarbeiteten Leichtmetallrädern und den jetzt serienmäßigen LED-Leuchten. Wer genauer hinschaut, dem fällt vielleicht noch der neue Modellschriftzug auf, der nun in Handschrift-Optik das Heck ziert. Noch genauer hinsehen muß man, um beim Seat-Logo selbst den Unterschied zum vorherigen Modell zu erkennen: Es ist nun in zweifarbigem Chrom ausgeführt. Länge, Höhe und Breite sind mit 4.059, 1.780 und 1.447 mm gleich geblieben, der Radstand mit 2.564 mm ebenfalls.

Innen hat sich deutlich mehr getan. Die Spanier haben das Cockpit komplett überarbeitet. Das ganze Armaturenbrett wirkt nun wertiger und handschmeichelnder. Auf Wunsch gibt es ein digitales Kombiinstrument direkt vor dem Fahrer, mit gut lesbarer Navigation in der Mitte und Drehzahlmesser sowie Tacho links und rechts davon. Etwas gewöhnungsbedürftig: Der Tacho dreht entgegen dem Uhrzeigersinn. In der Mitte des Armaturenbretts das Infotainment-Display (wahlweise 8,25 oder 9,2 Zoll) mit Navi, Multimedia und Feineinstellung der Fahrzeug-Parameter. Es ist nun höher angebracht und liegt besser im Blickfeld des Fahrers. Neu auch als Option: das in Nappa gehüllte Multifunktionslenkrad. Ein wenig gespielt haben die Designer bei den Lüftungsöffnungen der Klimanlage: Sie sind bunt eingefaßt und leuchten bei den höheren Ausstattungsreihen dezent im Dunkeln. Die Sitze sind bequem und durchaus langstreckentauglich. Platz gibt es zumindest vorne reichlich, hinten geht es klassenüblich eher etwas eng zu. Der Laderaum fasst wie gehabt 355 Liter.

Besonders stolz ist man bei Seat auch mit den Vernetzungsoptionen, die der facegeliftete Ibiza bietet. Apple CarPlay und Android Auto lassen sich voll einbinden. Zumindest zur Navigtion braucht man das Smartphone allerdings nicht unbedingt - da ist das bordeigene Navigationssystem deutlich besser und bequemer. Auf Wunsch gibt es eine natürliche Sprachsteuerung, die sich mit dem spanischen Gruß "Hola, hola" aktivieren lässt. Sie versteht auch Sätze wie "Ich habe Hunger" und zeigt dann die nächstgelegenen Restaurants an.

Dazu kommen - gegen Aufpreis - weitere elektronische Hilfen. Seat Connect etwa vernetzt das Auto über eine eingebaute eSIM mit dem Seat Kundendienst und mit Rettungsdiensten, eine App verbindet den Ibiza mit dem Smartphone seines Besitzers und liefert Informationen zum Fahrzeug. Mit Tavel Assist bietet Seat halbautonomes Fahren im gesamten Geschwindigkeitsbereich an. Dazu kommen die üblichen Assistenten wie die fürs Fernlicht, für Spurwechsel und -halten oder Verkehrszeichenerkennung.

Sonst bleibt alles, wie es war. Unter der Haube bietet Seat sechs verschiedene Motoren zwischen 59 kW/80 PS und 110 kW/150 PS. Darunter ist ein Erdgas-Motor (CNG), der Rest sind Benziner - ein Diesel ist erst gar nicht mehr im Programm. Wahlweise gibt es Handschaltung oder ein sehr fein abgestimmtes DSG-Doppelkupplungsgetriebe, das im Sport-Modus vor dem Schalten erst einmal deutlich höher dreht. Vor allem der 150-PS-Benziner im Ibiza FR macht richtig Laune: Er liefert mit einem maximalen Drehmoment von 250 Nm den Sprint von 0 auf 100 in 8,1 Sekunden ab und kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h. Das reicht allemal für flottes Überholen oder schnelle Autobahnstrecken.

Nach wie vor ist die Federung eher etwas rauh abgestimmt, kleinere Unebenheiten auf der Straße schluckt er klaglos, über größere Verwerfungen - wie etwa Bahnübergänge - poltert er eher widerwillig drüber. Immerhin klingt der 1,5-Liter-Benziner nie angestrengt und auch die Lautstärke hält sich in angenehmen Grenzen. Lenkung, Kurvenverhalten, Geradeauslauf - gut. Man fühlt sich in dem kleinen Flitzerchen durchweg gut und sicher aufgehoben.

Die Preise für den neuen Seat Ibiza beginnen bei 14.950 Euro für die 80-PS-Version mit Handschaltung. Für den 150 PS starken Ibiza FR muss man dann allerdings schon mindestens 24.900 Euro locker machen.

pressinform

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