HOME

Fahrbericht: Volvo V60: Lifestyler

Länger, breiter, sportlicher: Volvo hat seinen Kombi V60 runderneuert. Vom Start weg gibt es ihn mit zwei Diesel- und einem Benzinmotor.

Der Kombi Volvo V60 gehört zu den meistverkauften Autos der Schweden

Der Kombi Volvo V60 gehört zu den meistverkauften Autos der Schweden

Er ist bei Volvo einer der letzten seiner Art: Wenn der neue V60 im Juli zu den Händlern rollt, dann steht er zunächst mit zwei Diesel- und einem Benzinmotor zur Wahl. Am Ende des Jahres kommt dann noch mit gleicher Motorisierung der V60 Scout als Roughroad-Derivat - und dann ist Schluß mit Diesel bei den Schweden. Die Stufenheck-Variante S60 wird ab 2019 dann nur noch mit Benzinmotoren und als Hybrid angeboten

Lifestyler
Der Kombi Volvo V60 gehört zu den meistverkauften Autos der Schweden

Der Kombi Volvo V60 gehört zu den meistverkauften Autos der Schweden

Er ist bei Volvo einer der letzten seiner Art: Wenn der neue V60 im Juli zu den Händlern rollt, dann steht er zunächst mit zwei Diesel- und einem Benzinmotor zur Wahl. Am Ende des Jahres kommt dann noch mit gleicher Motorisierung der V60 Scout als Roughroad-Derivat - und dann ist Schluß mit Diesel bei den Schweden. Die Stufenheck-Variante S60 wird ab 2019 dann nur noch mit Benzinmotoren und als Hybrid angeboten.

Wirtschaftlich gehen die Schweden allerdings kein großes Risiko damit ein: Die Limousine wird eh vor allem in Märkten gekauft, in denen Diesel keine große Rolle spielt - die USA und China vor allem. Der V60-Kombi dagegen punktet vor allem in den Märkten mit hohem Diesel-Anteil: Allein in Deutschland waren vergangenes Jahr 70% der verkauften Volvo mit Selbstzünder unterwegs. Mit den Diesel des neuen V60 allerdings dürften auch die deutschen Käufer keine Probleme haben mit gesperrten Innenstädten: Beide Nagler erfüllen - wie alle Motoren der Schweden - die Voraussetzungen für Euro 6d-TEMP. Das dürfte eine Weile halten.

Im frontgetriebenen Volvo D4, dem voraussichtlichen Volumenmodell, arbeitet ein Zwei Liter-Diesel, der 140 kW/190 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm liefert, das zwischen 1.750 und 2.500 U/min. anliegt. Das reicht gut, um den bis zu zwei Tonnen schweren Lifestyle-Kombi in 7,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu bringen. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 220 km/h erreicht. Unterwegs ist nicht viel Diesel zu hören: Allenfalls wenn man langsam und mit niedriger Drehzahl unterwegs ist klingt im Hintergrund das "Nageln" eines Diesel heraus. Dafür gibt es die Vorteile eines Selbstzünders: Wegen des hohen Drehmoments zieht der D4 souverän davon. Dank der zwei Turbolader ist nicht mal ein Turbolöchlein zu spüren. Der Motor arbeitet laufruhig und geschmeidig. Den offiziellen Durchschnittsverbrauch von 4,7 Liter auf 100 Kilometer nach alter Messung darf man getrost vergessen. Der WLTP-Verbrauch von 7,0 Liter ist da deutlich realistischer.

Wer mehr PS haben will, für den ist der Top-Benziner T6 gedacht. Der holt aus ebenfalls zwei Litern Hubraum satte 228 kW/310 PS heraus und rennt in 5,8 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h. Auch der T6 läuft rund und leise will aber laut WLTP-Messung 9,0 Liter Kraftstoff auf 100 km. Beide Motoren harmonieren bestens mit der optionalen 8-Gang-Automatik (den D4 gibt es auch mit 6-Gang-Handschaltung). Die Gänge wechseln bei der Automatik ohne spürbare Kraftunterbrechung und sind bestens auf die Motorleistungen abgestimmt. Was gelegentlich nervt, das ist die automatische Motorabschaltung - vor allem im Stopp-and-Go-Verkehr in der Stadt oder auf der Autobahn. Die Abschaltung reagiert bereits so früh, dass es ein nerviges permanentes Ein und Aus des Motors gibt.

Der neue Volvo V60 ist ein sehr angenehmer Reisekombi mit einer komfortablen Federung geworden. Er baut auf der neuen SPA-Plattform, auf der auch schon der V90 und der XC60 stehen. Gegenüber seinem Vorgänger hat er in der Länge 12,5 Zentimeter zugelegt, in der Breite 2,5 Zentimeter, ist aber 5,7 Zentimeter flacher geworden. Das verleiht ihm eine sportliche Linie. Der Radstand wuchs um 9,7 Zentimeter auf nun 2.872 mm. Das kommt vor allem den Passagieren in der zweiten Reihe und dem Kofferraum zugute. Der Laderaum fasst nun 529 Liter und hat einen doppelten Boden: Unter der eigentlichen Ladefläche lässt sich reichlich Kleinzeug unterbringe. Wer die Rückbank umlegt, der bekommt zwar keine ebene Ladefläche, dafür aber 1.441 Liter Stauraum. Allerdings: Die Volvo-Kombis sind keine Handwerker-Laster mehr wie früher. Die Schweden setzen auf Lifestyle: Surfbrett statt Farbeimer.

Wer Volvo fährt, der wird sich innen auf Anhieb zurecht finden. Gestartet wird über einen etwas byzantinisch designten Knopf auf dem Mitteltunnel. Die Anzeigen vor dem Fahrer sind digital, in der Mitte des Armaturenbrettes dominiert eine hochformatige Touchscreen, über die praktisch alle Fahrzeugfunktionen gesteuert werden. Das erfordert etwas Lernaufwand und lenkt den Fahrer gelegentlich ab, wenn er statt auf die Straße auf das Display blicken muss, um auch ja das richtige Icon zu treffen. Etwas Gewöhnung braucht auch das Navigationssystem, das gelegentlich verwirrende Ansagen macht. An Assistenzsystemen bringt der Volvo V60 so ziemlich alles mit, was der Markt hergibt - serienmäßig oder als Option: Von der Fußgänger- und Elch-Erkennung über Lenkunterstützung bis zum Notbremsassistenten.

Platz ist vor allem vorne reichlich im V60. Die Sitze sind bequem selbst auf langen Fahrten und lassen sich vielfältig einstellen auch für größere Zeitgenossen. Das Lenkrad ist in Tiefe und Neigung großzügig verstellbar. Die Kopffreiheit vorne ist sehr gut, nimmt dank des geschwungenen Daches nach hinten allerdings ein wenig ab. Mitbewerber des Volvo V60 sind in Deutschland die Kombi-Versionen des Audi A4, der 3er BMW und der Mercedes C-Klasse. Entsprechend orientieren sich auch die Preise. Der D4 etwa kostet in der Basisausstattung und mit Handschaltung ab 43.300 Euro, los gehen wird es mit einem Einstiegsmodell um 40.000 Euro. Bis Ende des Jahres sollen noch ein T4 mit 190 PS und ein T5 mit 253 PS kommen - und zwei Plug-in-Hybride.

pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.