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Genfer Automobilsalon trotzt dem Trend der sterbenden Messen: Klein aber fein

Während den großen Automobilmessen in Frankfurt, Detroit und Paris die Aussteller in Scharen weglaufen, vermeldet der Genfer Autosalon trotz entsprechender Abgänge sogar einige neue Hersteller. Was macht die exklusive Autoshow in der französischen Schweiz so besonders?

Im Jahr 1977: Weltpremiere Mercedes C 123 auf dem Genfer Salon

Im Jahr 1977: Weltpremiere Mercedes C 123 auf dem Genfer Salon

Kennen Sie Nobe Cars? Das ist ein Automobilhersteller, der mit wagemutigem Design bei der Elektromobilität reüssieren will. Nur ein paar Schritte davon wird Pagani auf dem Genfer Salon auch diesmal seine sündhaft teuren Sportwagen präsentieren. Dieses Spiel der Gegensätze macht den besonderen Charme des Genfer Automobilsalons aus, mit dem jedes Jahr traditionell die europäische Messesaison beginnt. "Die Geneva International Motor Show ist der internationalste aller Autosalons, wir stellen Marken aus der ganzen Welt aus. Dieses Jahr begrüßen wir in Genf auch eher unbekannte Hersteller aus China oder Russland beispielsweise. Anderseits aber freut uns auch die Anwesenheit von Schweizer Automobil-Herstellern wie Kyburz Switzerland oder Rinspeed ", strahlt Maurice Turrettini, Präsident der Geneva International Motor Show.

Klein aber fein
Im Jahr 1977: Weltpremiere Mercedes C 123 auf dem Genfer Salon

Im Jahr 1977: Weltpremiere Mercedes C 123 auf dem Genfer Salon

Selbstbewusste Worte angesichts der Tatsache, dass Automobilmessen zunehmend zu einem Relikt des 20. Jahrhunderts verkommen. Die North International American Auto Show in Detroit steht vor dem Aus, seitdem sich insbesondere die deutschen Hersteller wie Mercedes, Audi und BMW zurückgezogen haben. Auch die Terminverschiebung vom bitterkalten Januar in den warmen Michigan-Frühsommer dürfte den kränkelnden Messepatienten nicht nachhaltig reanimieren. Der Trend weg von den großen Autoshows ist unübersehbar: Selbst solche Vorzeige-Veranstaltungen wie die IAA haben unter einem merklichen Ausstellerschwund zu leiden.

Autobauer, wie Rolls-Royce, Aston Martin, Nissan, Renault, Alpine, Dacia sowie Mitsubishi und die GM-Marken Chevrolet und Cadillac bleiben der deutschen Vorzeigemesse in diesem Jahr voraussichtlich fern. In Genf kennt man solche Probleme nicht, obwohl auch hier Marken wie Opel, Ford oder Volvo absagten. Dafür kommen eine ganze Reihe neuer Aussteller an den Lac Leman; darunter sind eben auch Nobe Cars und die Lokalheroen von Kyburz Switzerland unter den knapp 30 Debütanten. Rund 600.000 Besucher werden 900 ausgestellte Autos und davon etwa 150 Weltpremieren bestaunen - darunter den BMW X7, den Renault Clio und den Skoda Kamiq. Selbst Rolls-Royce bringt seine Edelkarossen in das Palexpo Messe-Zentrums unweit des Genfer Flughafens.

Der Unterschied zu den großen Publikumsmessen, die vom Zuschauer- beziehungsweise Ausstellerschwund betroffen sind, ist die Ausrichtung des Genfer Automobilsalons. Seit jeher heißt die die Devise am Lac Leman "klein aber fein". Statt einer Vielzahl von Hallen, wie In Frankfurt oder Paris, wo sich der Besucher auf den Weg zu den Messeständen die Füße wund läuft, ist in Genf alles exklusiver, nobler und auch näher beisammen. Zum ersten Mal fand die Schweizer Messe im Jahr 1905 als "Nationale Automobil- und Fahrradausstellung" statt und hatte von Beginn an ein besonderes Flair. Porsche nutzte die Messe in 1949 für den ersten internationalen Auftritt und auch später strahlten die Schönen und Reichen mit den Chrom-Applikationen der Automobile im Scheinwerferlicht um die Wette. Schon immer werden und wurden in Genf traditionell teure Automobile vorgestellt: Sei es der Ferrari 812 Superfast mit 800 PS, der legendäre Lamborghini Countach, der Mercedes SL Roadster oder der Jaguar E-Type. Aber auch Normalo-Autos, wie der VW Scirocco erblickten in der französischen Schweiz das Licht der automobilen Welt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.