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GTI-Treffen am Wörthersee 2018: Volks(wagen)nah

VW will mit dem GTI-Treffen zurück zu seinen Wurzeln: Statt einer Konzernmesse mit mehreren Marken sollen die Fans und der kultige Kompaktsportler im Mittelpunkt stehen. Der Stimmung tut diese Kehrtwende keinen Abbruch - im Gegenteil.

Romel kam aus Chicago an den Wörthersee

Romel kam aus Chicago an den Wörthersee

Andreas Gabalier hielt beim GTI-Treffen am Wörthersee Hof. So wie man den österreichischen Volkmusikbarden kennt, in Trachtenlederhose, schwarzer Lederjacke und geschnürten schwarzen Schuhen. Die rotweißrote Version von Helene Fischer gesellte sich zu ein paar Fans, gab geduldig Autogramme und posierte für Selfies. Noch vor ein paar Jahren wäre das undenkbar gewesen. Da glich der VW-Stand am pittoresken Wörthersee einem Hochsicherheitstrakt, wo die Konzerngranden Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn abgeschirmt das Treiben der Massen betrachten. Das riesige VW-Bauwerk und die durchgeplanten Bauten von Audi und Seat machten das legendäre Treffen zu einer VW-Hausmesse und als Folge blieben die Hardcore-GTI-Jünger weg. Die trafen sich lieber eine Woche vorher, um, ganz unter sich zu sein.

Volks(wagen)nah
Romel kam aus Chicago an den Wörthersee

Romel kam aus Chicago an den Wörthersee

Diese Zeiten sind vorbei. "Wir wollen wieder zurück zu den Wurzeln des Treffens", sagt VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann und zeigt auf die Szenerie des VW-Standes. Wo ehemals blankgewienerte Karossen standen, blitzen jetzt die Preziosen der VW-Fans im gleißenden Sonnenlicht. Da ist zum Beispiel der graublau-schimmernde Golf III. Auf den ersten Blick nichts Besonders, auf den zweiten durchaus: unter der Hülle befindet sich originale Käfer-Technik. "Das ist ein Haufen Arbeit", meint ein junger Mann anerkennend. Auf dem Stand herrscht emsiges Treiben, die VW-Jünger schlendern über die Holzdielen und fachsimpeln über die ausgestellten Autos. "Coole Nummer", raunt ein junger Mann, als er den VW Golf Pikes Peak mit seinen zwei riesigen Löchern mit Ventilatoren im Heck und zwei Motoren, die es auf insgesamt 460 kW / 625 PS brachten, sieht. Auf dem Dach des VW-Standes haben die Wolfsburger sogar ein GTI-Hotelzimmer eingerichtet, in dem Fans eingerahmt von allerlei Devotionalien übernachten können. "Die haben sich gefreut, wie Schneekönige", berichtet die verantwortliche VW-Frau.

Bei aller Harmonie und ausgelassenen Stimmung, gelitten wird beim GTI-Treffen dennoch und zwar traditionell auf dem Gummi-Platz. Dort werden Reifen so lange mit Drifts malträtiert, bis sie mit einem lauten Knall unter dem Gejohle der Anwesenden ihr Leben aushauchen. Auch wenn sich sicher mancher gefreut hätte, ein Opel war diesmal nicht unter den Todesopfern. Aber auch sonst gab es einiges Interessantes zu bestaunen. "Boah ist der tief", staunt ein Dreikäsehoch und zeigt auf einen Golf, dessen Reifen zum Teil in den Radkästen verschwinden. Hier ist lautstarker Motorenklang noch erwünscht, Je mehr Töpfe und je unwirscher der Sound, umso besser. Der Albtraum eines jeden Tesla Jüngers. Das Gleiche gilt für das Essen und die Veganer: Der Geruch von heißem Fett wabert durch die Straße. Burger, Pommes sowie Bratwürste sind angesagt und die Portionen sind monströs. Das nötige Hochprozentige als Verdauungshilfe der Speisen findet sich unter der Kofferraumhaube eines VW-Käfers in "Herbi\'s Schnapsbar". Zwei Schweizerinnen aus Bern sind mit ihrem Golf, auf dessen Windschutzscheibe "Waffenschmiede Wolfsburg" prangt, ganz schön martialisch unterwegs.

Auch wenn bis zum späten Nachmittag keine extremen menschlichen Alkohol-Ausfälle zu beklagen waren, findet sich nach wie vor die eine oder andere Station, bei der die GTI-Fans nachtanken können. "Eimer saufen", steht auf einem Schild und dem Blick der anwesenden Herren der Schöpfung nach zu urteilen, ist das Motto wohl Programm. Ein paar Meter weiter findet sich ein schickes Golf I-Cabrio, dessen Motor aufwendig mit Chrom- und Goldüberzügen veredelt wurde. Die Selfmade-Tuner frönen in einem immerwährenden Autokorso ihrer Leidenschaft. Unter den aufgemotzten zu Pickups umgebauten Golfs finden sich auch "Fremdkörper", wie ein Ford Mustang oder ein goldener Nissan GTR, deren Lenker ebenfalls nach der PS-Zahl gefragt werden. Apropos PS: VW ließ sich auch nicht lumpen und brachte eine sehr seriennahe Studie der Straßenversion des Golf GTI TCR mit nach Kärnten: Der Alltagssportler leistet 213 kW / 290 PS und ist bis zu 264 km/h schnell.

Manche Stars sitzen auch oft in den Autos. Eine Gruppe von Südafrikanern hat sich vom Kap der guten Hoffnung zum Wörthersee aufgemacht. Die Tour führte sie zunächst nach Wolfsburg in die Autostadt, dann nach Stuttgart in Porsche Museum und endlich nach Kärnten zum GTI-Treffen. Die Autos sind immer dabei. Romele aus Chicago brachte seinen Golf nach Rhode Island, packte das Gefährt auf ein Schiff, holte es in Holland wieder ab und fuhr mit seinen bis zum Wörthersee. Das zeigt: Die Begeisterung für das GTI-Treffen ist ungebrochen, die Fans kommen wieder doch noch sind die Sünden der Vergangenheit nicht ganz vergessen. Jürgen Stackmann ist sich dieses Umstands sehr wohl bewusst: "Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis alle eingefleischten Fans wieder zum GTI-Treffen kommen." Die Chancen stehen sehr gut, dass diese Rückführaktion gelingt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.