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Hyundai Venue 1.6 SEL Klein und oho

Hyundai Venue 1.6 SEL
Hyundai Venue 1.6 SEL
© press-inform - das Pressebuero
Auch die USA kommen so langsam auf den Geschmack nach kleinen SUV. Bestes Beispiel ist der neue Hyundai Venue. Leider kommt der kleine Bruder des Kona wohl nicht nach Europa.

Size matters - an diesem platten Slogan führt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch weiterhin kein Weg vorbei. Doch neben großen SUV und mächtigen Pick-Ups erfreuen sich kleine Crossover in den USA einer zunehmend großen Beliebtheit. Sie lösen die Kleinwagen wie Mazda 2, Ford Fiesta, Fiat 500 oder Scion xB ab, die so recht keiner mehr will. Nachdem diese Kleinwagen, meist von europäischen Modellen abgeleitet, sich bei den Händlern die Reifen platt standen, sieht es bei kleinen Crossovern deutlich besser aus. Sie stehen amerikaweit in Sachen Image oder Design nicht derart im Abseits und haben zudem die Chance echte Weltautos zu werden und damit auch in Europa, Südamerika oder Asien geneigte Käufer zu finden.

So ein Modell ist der 4,04 Meter lange Hyundai Venue, der nach dem Winter zunächst in den USA startet und in einer Klasse mit dem VW T-Cross spielt. Wie der deutsche Wettbewerber hat auch der Venue einen stämmigen Auftritt, gute Platzverhältnisse und moderne Technik. Auch wenn einem das rustikale Äußere etwas anders verspricht, ist der Einsteiger-SUV der Koreaner nicht mit Allradantrieb zu bekommen. Für den Vortrieb des Fronttrieblers sorgt ein wenig innovativer 1,6-Liter-Saugmotor, der 89 kW / 121 PS und ein maximales Drehmoment von gerade einmal 153 Nm bei 4.500 U/min. leistet. Nichts mit dem man auf oder gar abseits der Straße Bäume ausreißen könnte, aber ein solider Motor, der für die Kunden eines kleinen SUV speziell in den USA allemal ausreichen dürfte. Anzunehmen, dass er mittelfristig noch einen Turbo-aufgeladenen Bruder bekommt. Triebwerke, die unter anderem im kaum größeren Hyundai Kona mit 120 und knapp 180 PS zu bekommen sind.

Doch das Problem ist weniger der Saugmotor, sondern die unglückliche Kombination von Motor und Getriebe. Wie einige Fahrzeuge aus Asien ist der 1,6 Liter große Vierzylinder obligatorisch an ein CVT-Getriebe gekoppelt, das den Verbrauch minimiert, ansonsten jedoch eine Fehlbesetzung ist. Wie man es von einem stufenlosen Kegelgetriebe kennt, werden Leistungsabfragen zunächst mit einem lauten Aufheulen des Motors und erst dann mit entsprechendem Vortrieb belohnt. Wer lässig cruist und sich auf das Getriebe einlässt, hält den Geräuschpegel im Rahmen und freut sich über den guten Alltagsverbrauch. Doch flott zwischen zwei Autos in eine Lücke springen oder schnell auf dem Highway beschleunigen macht keine Freude. Der Normverbrauch des maximal 170 km/h schnellen Venue: 6,5 Liter Normal auf 100 Kilometern. Immerhin: das Basismodell Hyundai Venue 1.6 SE ist serienmäßig mit einer manuellen Sechsgang-Handschaltung zu bekommen, die sich in den USA jedoch nur mäßiger Beliebtheit erfreuen dürfte. Entbehrlich: der Fahrprogrammschalter am Mitteltunnel.

Dabei ist der kleine Bruder des Kona nicht nur wegen des gelungenen Designs sonst ein echter Volltreffer. Das Fahrwerk ist mit McPherson-Federbeinen vorne und einer Torsionsachse hinten überraschend stramm und alles andere als weich abgestimmt. Die Lenkung präsentiert sich mit den Reifen im Format 205/55 R 17 sehr leichtgängig und abgesehen von Querfugen nimmt der nicht einmal 1,3 Tonnen schwere Fronttriebler alle Hürden des Straßenalltags ohne Probleme. Dafür sorgt auch der modern gestylte Innenraum, der nicht nur optisch gefällt, sondern Dank 2,51 Metern Radstand ausreichend Platz für zumindest vier Personen bietet. Das Laderaumvolumen ist dabei mächtig, denn die ohnehin schon üppigen 529 Liter Kofferraum lassen sich durch Umlegen der Rückbank auf 903 Liter erweitern. Leider lassen sich zwar die Rücksitze mit zwei Handgriffen nach vorne umklappen, doch es fehlt eine elektrische Heckklappe.

Das Platzangebot ist gut, das Interieur mit dem zentralen Bildschirm in der Mitte der Armaturentafel modern und die Bedienung funktioniert über die Lenkradtasten, eine Handvoll Taster an der Mittelkonsole und den Touchscreen problemlos. So sieht man auch über die gut ablesbaren, aber etwas betagt anmutenden Instrumente und den kleinen Monochrom-Bildschirm zwischen den Runduhren hinweg. Hier wirken andere Modelle aus Europa wie ein VW T-Cross, der Peugeot 2008 oder ein Renault Captur moderner. Überzeugen kann die Serienausstattung. So bietet der Hyundai Venue 1.6 SEL unter anderem Details wie Spurverlassenswarnung, Tempomat, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung oder Rückfahrkamera. Auf Wunsch sind Navigationssystem, schlüsselloser Zugang, LED-Scheinwerfer, Sitzheizung, 17-Zoll-Radsatz oder Totwinkelwarner an Bord. Preislich dürfte sich der Hyundai Venue knapp unter dem nur etwas größeren Kona eingruppieren, der mit seinem 147 PS starken Vierzylinder-Saugmotor in den USA bei rund 18.000 Dollar startet. In Deutschland kostet der 120 Turbo-PS starke Hyundai Kona mindestens 22.000 Euro.

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