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Intelligente Trucks: Wie künstliche Intelligenz die Trucks von der Straße holen soll

Cargonexx organisiert LKW-Transporte und betreibt auch eigene Laster. Das Ziel der Firma lautet, mit künstlicher Intelligenz für weniger Lkws auf den Straßen zu sorgen. Der stern sprach mit dem Gründer Rolf Dieter Lafrenz.

Täglich fahren Lkw in Deutschland Tausende Kilometer sinnlos durch Deutschland. Lkw-Kilometer, die die Umwelt belasten und Straßen verstopfen, die aber hätten vermieden werden können, wenn man besser geplant hätte. Kaum zu glauben: Jeder dritte Lkw fährt leer, das schätzen Experten. Der Anteil an nur halbvollen Lkw mit Teilleerflächen ist noch größer.

In Zukunft will Cargonexx dafür sorgen, dass die Transporte smarter organsiert werden. "Unser Ansatz ist einfach: Wie wollen mit Künstlicher Intelligenz Ladeströme vorhersagen, also Prognosen darüber machen, welche Ladungen auf welchen Strecken nachgefragt werden. Wenn unsere Prognosen korrekt sind, dann können wir die Lkw-Fahrten und Kapazitäten besser einplanen und Leerfahrten deutlich reduzieren", sagt Rolf Dieter Lafrenz, CEO und Mitgründer Cargonexx. Viele Touren werden erst 48, manchmal sogar nur 24 Stunden vor dem Start gebucht und geplant. Eine langfristigere "starre" Planung ist da unmöglich. Doch mit einer komplexen Vorhersage kann man Ladeströme zu einem Zeitpunkt hervorsagen, von denen die Auftraggeber noch nicht einmal wissen, dass sie diesen Transport benötigen werden.

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Wissen, was morgen transportiert wird

Das Speditionsgeschäft ist kein Lotteriespiel, aber für eine zutreffende Prognose, welche Ladung in 14 Tagen von Hamburg nach Frankfurt transportiert werden soll, benötigt man eine umfangreiche Datenbasis. Der Algorithmus von Cargonexx soll auf dieser Grundlage zukünftige Aufträge im Voraus berechnen. Die Idee: Wer weiß, welche Ladungen in 14 Tagen wohin transportiert werden, kann die Routen seiner Lkw besser planen. "Leerfahrten von einem Kunden zum anderen gibt es auch bei uns. Doch wir reduzieren sie deutlich." Für die Umwelt und die anderen Autofahrer sind eingesparte Kilometer ein Gewinn, für Kunden und Spedition sind sie ein merklicher Kostenfaktor.

Cargonexx-Mitgründer Rolf Dieter Lafrenz.

Cargonexx-Mitgründer Rolf Dieter Lafrenz.

Für Lafrenz ist eine bessere Organisation des Frachtverkehrs notwendig, denn sonst droht der Verkehrsinfarkt. "Alle Prognose gehen von einem starken Zuwachs des Frachtvolumens in der EU aus. Die Bahn kann das nicht auffangen. Das Straßennetz auch nicht, wenn wir es nicht besser nutzen." Tatsächlich ist ein Ausbau des bestehenden Straßennetzes nur an einzelnen Abschnitten geplant. Politisch dürfte auch kaum mehr durchzusetzen sein.

Weniger Stress weniger Termindruck

Zusätzlich soll die Software von Cargonexx zu einer deutlichen Entspannung im Verkehrsgeschehen führen. "Als Autofahrer wundern Sie sich, warum ein Lkw-Fahrer auf Teufel komm raus überholt." Das liege daran, dass der Fahrer nur ein enges genau definiertes Zeitfenster zum Entladen habe. "Kommt er fünf Minuten zu spät, muss er sich ganz hinten in der Schlange anstellen." Software, die die Lage der Lkws im Verkehr und das Geschehen an den Entladung überwacht, kann die Vergabe von Ladezeiten flexibel vergeben. Das erhöht die Kapazität und nimmt den Termindruck von den Fahrern. Und Stress aus dem Verkehr.

Zumindest solange es vor allem menschliche Fahrer gibt. Denn die Zukunft des Verkehrs wird nicht nur von moderner Software geprägt, sondern von autonomen Lkw. "Das ist nur eine Frage der Zeit", sagt Lafrenz. Auf Dauer werde es auch nicht möglich sein, genügend menschliche Fahrer für den Beruf zu rekrutieren. Lafrenz: "Für den Lkw-Verkehr wird kein vollkommen autonomes Fahrzeug der Stufe 5 benötigt." So ein Lkw wäre in der Lage mit Feldwegen wie der Innenstadt, mit Schafen und spielenden Kindern gleichermaßen fertig zu werden. "Für den Fernverkehr reicht es zunächst aus, dass ein autonomer Lkw von einem Logistikzentrum auf die Autobahn fährt, dort seine Tour zurücklegt zu einem anderen Zentrum an der Strecke." Und so etwas wäre auch in der EU schon im Jahr 2025 zu erreichen. 

Einsatzort Japan: Dieser LKW ist eigentlich eine mobile Moschee

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