HOME

Neulich im Auto: Als die Bahn einmal zu früh abfuhr…

Die Bahn kann es keinem recht machen: Alle beschweren sich über Verspätungen, stern-Blogger Tobias Gillen ist genervt, weil sein Zug 35 Minuten vor dem Fahrplan losfuhr.

Neulich im IC der Deutschen Bahn. Gepflegt auszukotzen über die Bahn, das gehört in Deutschland zum guten Ton. Meistens sind es verspätete Züge oder neuerdings auch Streiks, die für Unmut bei den Reisenden sorgen. Doch nun kommt offensichtlich ein von der Bahn ungewollt neu konzipiertes Ärgernis dazu: der verfrüht abfahrende Zug, eine delikate Spezies. Es handelt sich hierbei um jene Art von Intercity, die gar nicht mehr erst auf Fahrgäste wartet, sondern in einigen Bahnhöfen einfach eine halbe Stunde verfrüht losfährt. Klingt skurril, hat aber offensichtlich seine Gründe...

Was war passiert? Ich habe einige Tage vor meiner geplanten Reise eine Fahrkarte per Bahn-App gebucht. Da es sich um einen Sparpreis handelte, hatte ich die sogenannte Zugbindung zu beachten. Das heißt, ich darf am Reisetag nur die in der Verbindungsübersicht aufgeführten Züge nehmen.

In meinem Fall war das der IC 2354, der von Berlin nach Köln fährt und zwischendurch auch in Erfurt hält. Um 14.57 Uhr also sollte es losgehen, so sagt es mir mein Plan, den ich nach Buchung der Fahrkarte auf elektronischem Wege erhalten habe.

Nun erreicht mich am Reisetag, etwa vier Stunden vor geplanter Abfahrt, eine Mail der Bahn. Per "Verspätungsalarm", einer Option, die ich bei der Buchung der Fahrkarte angewählt hatte, wird mir Folgendes mitgeteilt:

Hätte ich eine Fahrkarte zum Normalpreis gekauft, wäre es kein Problem gewesen, einfach irgendeinen Zug zu wählen. Mir allerdings bleibt nun nicht Anderes übrig, als bei der Online-Reiseauskunft nach meinem IC 2354 zu suchen. Überraschung: Der Zug existiert zwar weiterhin unter der gleichen Nummer, nur steht da statt 14:57 Uhr nun 14:22 Uhr als Abfahrtszeit (die 14 bzw. später 18 Minuten Verspätung, die man aufschlagen muss, schenken wir uns an dieser Stelle mal).

Interessant ist, dass der Zug in Erfurt laut Echtzeitmessung wie geplant ankommen soll. Hätte ich den Verspätungsalarm nicht abonniert oder schlicht nicht zur Kenntnis genommen, wäre ich (wie wahrscheinlich viele andere Reisende heute auch) zu spät am Gleis gewesen und hätte den Zug verpasst.

Nur was wäre dann mit meiner Sparpreis-Fahrkarte passiert? Oder, anders gefragt: Was passiert grundsätzlich mit derartigen Tickets, wenn ein Zug früher als geplant abfährt? Ich frage beim Twitter-Account der Bahn nach. Die Antworten kommen immer prompt, meine Frage beantworten kann der Mitarbeiter aber leider nicht wirklich. Auf meine Frage erhalte ich folgende (etwas ungläubig klingende) Antwort:

Weiter geht's:

Stimmt, ist er nach aktuellem Fahrplan auch nicht. Nach dem Kauf meines Tickets wurde die Verbindung aber offensichtlich stillschweigend geändert, was den Bahn-Mitarbeiter dann anscheinend auch nicht besonders überrascht:

Man bietet mir also Hilfe an. Habe ich erst einen Stempel von der Bahn, kann ich anschließend jeden beliebigen Zug nehmen, bin also nicht mehr an die in meinem Reiseplan aufgeführte Verbindung gebunden. Der Zugbegleiter erzählt mir wenig später dann noch, dass auf der Strecke von Leipzig nach Berlin derzeit gebaut werde. Damit verbundene Wartezeiten wären in den Fahrplan integriert worden. Was zur Folge hat, dass der besagte Zug an mehreren Stationen einfach früher abfährt. So ist das eben.

Blöd ist die Situation nur für die vielen Reisenden am Gleis des Berliner Hauptbahnhofs, von denen heute einige recht ratlos herumstanden. Ob der Zug von Gleis 1 oder 2 abfahren würde, war übrigens bis zuletzt unklar. Immerhin: In Erfurt ist der Zug gut angekommen. Und pünktlich. Auf die Minute.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.