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Toyota Proace Electric Lieferkette

Toyota Proace Electric
Toyota Proace Electric
© press-inform - das Pressebuero
Neben den Kleinwagen eignet sich kaum ein Segment derart gut für den Elektroantrieb wie Transporter und Kastenwagen. Kein Wunder, dass gerade immer mehr Hersteller auf den Geschmack von entsprechenden Elektroversionen kommen. Bestes Beispiel ist der Toyota Proace, als Personentransporter oder geschlossener Kastenwagen zu bekommen.

Denn der zusammen mit Kooperationspartner Stellantis (ehemals PSA) entstandene Transporter ist zukünftig nicht nur mit einem sparsamen 120-PS-Dieselmotor im Modellprogramm, sondern setzt ebenfalls auf einen Elektroantrieb. Von außen ist der Toyota Proace Electric nicht als solcher zu erkennen; zumindest wenn an von den zwei Tankklappen an der linken Fahrzeugflanke absieht. Nur hinter der vorderen Klappe gibt es den echten Ladestecker, denn die zweite Klappe in der Nähe des hinteren linken Reifens ist ein Übernahmeteil des Verbrenners, das man nicht kostengünstig übertünchen konnte. Ansonsten ist das Elektromodell optisch ein ganz normaler Proace in seinen zwei Radständen mit entsprechenden Lade- und Verstaumöglichkeiten für Güter jeglicher Größe. Ebenso wie die gesamte Konkurrenz ist der Toyota nicht nur als gewerbliches Nutzfahrzeug, sondern auch als Personentransporter zu bekommen, der dann die Bezeichnung Proace Verso Electric trägt. Während der Proace Electric bis zu 1,28 Tonnen Nutzlast befördern kann, bietet die Kombivariante Proace Verso Electric Sitzplätze für bis zu neun Personen.

Der normale Toyota Proace kommt auf eine Gesamtlänge von 4,96 Metern bei 3,28 Metern Radstand. Dabei erhöht das Durchladesystem unter dem Beifahrersitz die Ladelänge auf 3,67 Meter, während das Volumen des Frachtabteils von 5,3 auf 5,8 Kubikmeter steigt. Die Langversion des Toyota Proace Electric hat zwar den gleichen Radstand, der längere Karosserieüberhang hinten sorgt jedoch für eine Fahrzeuglänge von 5,31 Metern und ein 2,86 Meter langes Ladeabteil. Be- und Entladen wird über die Doppeltür am Heck oder über die seitlichen Schiebetüren, sodass der Proace auch eine Europaletten schlucken kann, die ihm mit einem Stapler eingeschoben werden. Die normale Nutzlast von 1,0 Tonnen kann beim leichteren Modell mit dem kleineren 50-kWh-Akkupaket auf bis zu 1,28 Tonnen aufgelastet werden. Beim Proace Personenbus steht neben den acht Sitzplätzen ein Laderaum zwischen 603 und 989 Litern zur Verfügung.

Die Technik ist jedoch bei beiden Elektromodellen nahezu identisch, denn der Kunde hat die Wahl, ob ihm das kleine Akkupaket mit 50 kWh reicht oder es doch lieber die 75-kWh-Version sein soll, die Reichweiten von bis zu 330 Kilometern ohne nachzuladen garantiert. Das kleinere Akkupaket reicht für 230 Kilometer. Das dürfte gerade bei kalten Temperaturen und entsprechend hoher Beladung im Realbetrieb oftmals zu wenig sein. Den Elektromotor kennt man aus dem ehemaligen PSA-Konzern bestens, denn hier ist dieser in ähnlicher Form in Fahrzeugen verschiedenster Marken bis hin zum Opel Corsa verbaut. Die Maximalleistung von 100 kW / 136 PS an der Vorderachse steht dabei ebenso wie die 260 Nm maximales Drehmoment jedoch nur im sogenannten Powermodus zur Verfügung, der sich über eine Schaltwippe in der Mitte der Armaturentafel schalten lässt. In diesem Fahrprogramm ist der über zwei Tonnen schweren Fronttriebler als Kastenwagen ebenso flott unterwegs wie als Transporter für maximal neun Personen.

Vom Start weg geht es an der Ampel oder beim Abbiegen sehr flott in die kleine Lücke zwischen den beiden Lastwagen oder man nur den Zwischenspurt beim Auffahren auf die Autobahn. Hier darf man auch im Powermodus keine Wunder erwarten, denn bei einer Tachoanzeige von 135 km/h wird der französische Japaner eingebremst. Doch an Leistung und Vorwärtsdrang mangelt es dem Lademeister nicht. Im Normalmodus ist der Fronttriebler auf eine Leistung von 80 kW / 109 PS / 210 Nm reduziert, was beim Umschalten des Fahrprogramms gut 15 Kilometer mehr elektrischer Reichweite bringt. Im reinen Innenstadtverkehr kann man sich jedoch auch getrost für den Ecomodus entscheiden, der die Leistung des E-Moduls kann jedoch sehr spürbar zurücknimmt. Nicht nur der Tatendrang des über zwei Tonnen schweren Nutzfahrzeugs wird bei einem Tritt aufs Gas nennenswert reduziert, sondern auch die Klimatisierung. Dann müssen 60 kW / 82 PS und gerade einmal 190 Nm reichen und das tun sie im turbulenten Kölner Stadtverkehr allemal. Die Lenkung ist sehr leichtgängig und der niedrige Schwerpunkt durch den zwischen den Achsen verbauten Akkus tut dem Fahrverhalten gut. Das Akkupaket beeinträchtigt das Ladeabteil nicht. Zumindest für den Personentransporter würde man sich jedoch elektrische Schiebetüren und eine elektrische Heckklappe als sinnvolle Optionen wünschen. Etwas betagt: Armaturenbrett, Lenkrad und Instrumente.

Gerade bei gewerblich genutzten Fahrzeugen sind lange Standzeiten oftmals verbunden mit einem entsprechenden Verdienstausfall. Je kürzer der Handwerker, Lieferdienst oder Werkstattauto daher laden muss, umso besser ist das für die Ertragssituation im Alltagsbetrieb. Serienmäßig gibt es den Toyota Proace Electric mit einem 7,4-kW-Lader. Zudem können Kunden einen sinnvolleren Onboard-Charger mit 11 kW starkem Dreiphasen-Ladegerät ordern. Wirklich schnell geht es beim DC-Laden jedoch nur mit einem CCS-Anschluss. Schnellladesäulen mit 100 Kilowatt Gleichstrom füllen die kleinere 50-kWh-Batterie in rund einer halben Stunde zumindest wieder bis auf 80 Prozent. Das größere 75-kWh-Akkupaket benötigt dafür knapp 50 Minuten. Der Normverbrauch des Electro-Proace: knapp 26 kWh / 100 km.

Der Elektroantrieb hat jedoch seinen stattlichen Preis, denn während der normale Toyota Proace bei 26.418 Euro beginnt, startet die Elektroversion erst bei üppigen 41.947 Euro. Ähnlich sieht es beim Proace Verso Bus aus, der als Diesel mindestens 33.706 Euro kostet und als Elektrovariante fast 25.000 Euro mehr aufruft. Kaum anzunehmen, dass sich Privatleute den ab Oktober erhältlichen Proace als Familientransporter leisten werden. Bei den Gewerbekunden könnte das schon wegen günstiger Leasingkosten schon anders aussehen.

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