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Vom Pannen- zum Reparaturdienst: ADAC will Werkstatt-Netz aufbauen

Der ADAC will sich nach dem Skandal um den Preis "Auto des Jahres" einen neuen Geschäftszweig erschließen. Künftig will der Pannendienst nicht nur abschleppen, sondern an den Reparaturen verdienen.

Der ADAC plant einem Bericht zufolge ein eigenes Partnernetz mit Kfz-Werkstätten. Damit wolle der ADAC den Kfz-Betrieben Konkurrenz machen, zu denen die abgeschleppten Fahrzeuge bisher gebracht würden, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf interne ADAC-Dokumente. Für höhere Preise im Vergleich zu den Werkstätten der Kette A.T.U. soll dem Bericht zufolge der große Vertrauensvorschuss des ADAC genutzt werden.

Vier solcher Musterbetriebe gibt es dem Bericht zufolge bereits. Bis April will der ADAC demnach 75, bis Ende des Jahres 150 Betriebe in allen größeren deutschen Städten haben. Die sogenannten "Pluspartner" werden laut "Bild" mit drohenden Vertragsstrafen dazu gezwungen, ein bestimmtes Volumen an Ersatzteilen bei ADAC-Lieferanten zu bestellen.

Die Preise für Reparaturen sollen dem Bericht zufolge zehn Prozent unter dem örtlichen Durchschnittspreis, aber zehn Prozent über dem Preis der Werkstattkette A.T.U. liegen. In einer Präsentation für den internen Gebrauch heiße es: "Kostenvoranschläge werden in der Regel aufgrund des großen Vertrauensvorschusses für den ADAC nicht hinterfragt". Der ADAC war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In den vergangenen Tagen stand der Pannendienst wegen Manipulationen bei seinem Leserpreis "Gelber Engel" in der Kritik. Außerdem wurde nach einem stern-Bericht bekannt, dass Manager des ADAC Rettungshubschrauber für Dienstreisen genutzt haben.

ono/AFP / AFP
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