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Tour der Nachtwölfe: Warum man Putins Rocker fahren lassen soll

Eine Putin-treue Rockergruppe will nach Berlin reisen, und die EU steht kopf. Mit Verboten und Schikanen will man den Russen-Rockern ihre Siegestour vermiesen und geht damit dem Kreml auf den Leim.

Ein Kommentar von Gernot Kramper

Bei den Nachtwölfen darf ein Stalin-Wimpel nicht fehlen

Bei den Nachtwölfen darf ein Stalin-Wimpel nicht fehlen

Auf den Spuren der Roten Armee wollen Putin-Getreue auf Motorrädern nach Berlin reisen, um dort am 9. Mai des Sieges über Nazi-Deutschland zu gedenken. Vor einigen Jahren hat eine vergleichbare Tour kaum jemanden interessiert, heute werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Tour irgendwie zu verhindern.

Ist die Aufregung gerechtfertigt? Man muss sich einmal die Dimension vorstellen: Die Nachtwölfe rücken nicht in der Stärke eines Batallions von 1945 vor. In Russland starten ganze zwanzig bis dreißig Rocker. Auch wenn zum Start in Moskau sehr viel mehr Teilnehmer auf der Straße waren. In ähnlicher Größenordnung haben die Politzweiradler auch Karten für Auschwitz-Birkenau mit Führung vorbestellt. Anstatt aus einer Zweiradarmada besteht der vermeintliche Siegeszug eher aus einem Grüppchen. Das ist eine Dimension, die normalerweise weder Anmeldung noch Genehmigung bedarf, um irgendwo die Straßen benutzen zu können.

Ein Verbot bleibt ein Verbot

Putins Fähnlein Fieselschweif gelang es aber, in allen betroffenen Ländern aufgeregte Politiker auf den Plan zu rufen, die die Sache der EU dann tüchtig blamiert haben. Denn sie fordern nichts weniger, als dass die Motorrad-Tour irgendwie verhindert wird. Wie, ist eigentlich egal. Hauptsache verboten. Polen hat schon mal den Anfang gemacht: Dort sollen die Putin-Jünger nicht fahren dürfen, weil die Regierung in Warschau angeblich ihre Sicherheit nicht garantieren könne.

Das politische Eigentor haben die Verantwortlichen überhaupt nicht bemerkt. Nach dieser Steilvorlage kann der Kreml jetzt nämlich zwei Dinge behaupten. Etwa, dass Menschen, die eine prorussische Einstellung haben, in Polen ihres Lebens nicht mehr sicher seien. In der Kreml-Diktion dürfte sich das dann so anhören: "Die polnischen Sicherheitsbehörden sehen sich nicht in der Lage, faschistische Übergriffe zu verhindern." Will Putin es nicht auf die Spitze treiben, muss er nur das Offenkundige aussprechen: Mit billigen Tricks werden Meinungsäußerungen Andersdenkender ausgehebelt. Und genau das ist der Vorwurf, den unsere offene Gesellschaft gegen eine Autokratie Putinscher Machart erhebt, nämlich, dass formal eine Demokratie besteht, die aber durch Tricks im Alltag ausgehöhlt wird.

Der Oberwolf Alexander Zaldostanov beim Start in Moskau

Der Oberwolf Alexander Zaldostanov beim Start in Moskau

Den PR-Effekt betrachten

Zwanzig Bikern sollte man diesen Triumph nicht gönnen, dass EU-Staaten sich auf das gleiche Niveau begeben. Für ein Urteil muss man die PR-Wirkung abschätzen: Erlaubt man die Fahrt knattert eine Handvoll Biker durch Europa und wird von einer Hundertschaft Gesinnungsgenossen in Berlin in Empfang genommen. Verbietet man das Mini-Event aber, bereitet man den Nachtwölfen damit die große Bühne. Dann werden sie eine große Pressekonferenz abhalten, auf denen echte Veteranen der Roten Armee ihre Fassungslosigkeit über das Verbot bekunden. Das wäre der Punktsieg für Putin und nicht das Gedenkkränzchen in Berlin.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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