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Flirten ohne Schwule und Schwarze: Ist "Where White People Meet.Com" rassistisch?

Eine Datingsite mit dem Namen Where White People Meet.Com sperrt Schwarze und Homosexuelle aus und sorgt für Empörung. Dabei macht das Portal nur das offen, was die meisten User heimlich tun.

Nur für Weiße - mit diesem Konzept sorgte das Portal für Aufsehen. 

Nur für Weiße - mit diesem Konzept sorgte das Portal für Aufsehen. 

Dass im Bereich Internet-Dating etwas noch schockieren kann, hält man nicht für möglich. Und doch ist es geschehen: Ein großes Werbeschild in Iowa hat weltweit für Kontroversen gesorgt. Es macht Reklame für eine Datingsite mit dem eindeutigen Namen Where White People Meet.Com – zu Deutsch: "Wo sich die Weißen treffen." Und alle anderen draußen bleiben müssen, ergänzt man unwillkürlich und  im Kopf läuft ein Film zwischen Klu Klux Klan und Rassenschande ab. So dachten auch viele Betrachter. Zumal die ganze Sache in Iowa seltsam anmutete, weil dort fast nur Weiße leben. Wozu also all der Terz?

Where White People Meet.Com füllt Martlücke

Die Webseite selbst sieht die Sache anders. "Warum sollte man es nicht machen? Eigentlich hat jede andere Rasse, jede Religion, ja sogar jeder Lifestyle eine eigene Internetseite. Unsere Absicht  ist kein Rassismus. Tatsächlich trete ich für Toleranz, Liebe, Akzeptanz und Verständnis ein", so Sam Russel, der Gründer der Plattform. Tatsächlich findet sich auf der Seite kein diskriminierender Satz, irgendwelche juristischen Folgen wegen Hate-Speech muss  Where White People Meet.Com nicht fürchten.  

Russell ist vermutlich kein großer Ideologe. Er kommt aus dem Autohandel und will nur eine Lücke im Angebot der Dating-Plattformen entdeckt haben. Der "Washington Times" sagte er: "Hier geht es um Gleichbehandlung. Ich bin alles andere als ein Rassist. Früher habe ich eine Schwarze gedatet. Ich habe geholfen, einen jungen schwarzen Mann großzuziehen. Das ist doch scheinheilig zu sagen 'eine Gruppe darf das, eine andere nicht'."

Auf die Idee zu dem Portal sei er vor dem Fernseher gekommen, als er die Spots von "Black People Meet" gesehen habe. Mit seiner Gattin sei er übereingekommen, dass die Seite eine gute Gelegenheit sei, vor dem Ruhestand noch etwas Neues zu starten.  Die weltweite Aufregung hat dem Portal gleich zum Start ein paar Tausend Mitglieder beschert.

Auswahl beim Daten üblich

Tatsächlich ist die Aufregung um " Where White People Meet.Com" ein wenig scheinheilig. In den vielen US-Datingportalen ist eine Auswahl (Black, White, Hispanic etc) bereits im ersten Auswahlschritt möglich. In der Datenbank lagern Personen aller Ethnien, angezeigt werden aber nur die präferierten. Sicher ist der christlich angehauchte Verlobungsfinder aus Iowa auch nicht das größte Ärgernis in einem Bereich, in dem sich zig Portale tummeln, die jedem – weißem - User versprechen, ihm ein "sexy Latina Girlfriend" zu besorgen.

Die Flirt-Welt ist nicht fair

Offenbar erfreut sich die multikulturelle Vielfalt im Dating nicht allzu großer Beliebtheit. Die meisten User suchen konsequent in der eigenen Ethnie und filtern Alternativen aus. Wo das nicht geht, beantworten sie Anfragen unerwünschter Ethnien einfach nicht. Die meisten Portale geben interne Daten nicht preis. OK Cupid ist eine Ausnahme. Mitgründer Christian Rudder sagt: "Vor allem gegen schwarze User gibt es eine Abneigung. In jedem Bereich, in dem man einen Flirt-Erfolg auf unsere Seite messen kann – wie Leute sie beurteilen, wie häufig auf ihre Mails reagiert wird, wie oft sie angesprochen werden – das ist alles deutlich reduziert." Der Statistker Christian Rudder ist Realist: "Klar, wenn du jemand fragst, sagen die Leute alle, 'Oh Wow, gemischten Ehen sind Klasse. Mich interessiert bei meinem Partner die Rasse überhaupt nicht.' All das Zeug, was ein fortschrittlicher Mensch so sagen muss. Aber wenn ich sie dabei beobachte, was sie wirklich machen, sind diese Bekenntnisse schnell vergessen."

Nur eine Gruppe erfreut sich nennenswerter Nachfrage außerhalb der eigenen ethnischen Gruppe und das sind ausgerechnet weiße, heterosexuelle Männer. Die Welt ist eben ungerecht. 

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.