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Rennsport: Zweitaktpower unterm Bobbycar

Aus einer Werbe-Idee wurde eine Leidenschaft. Am 1. Mai startet das erste motorisierte Bobbycar-Rennen in Deutschland. Voraussetzung für die Piloten: Ein "bisschen bekloppt" sollte man schon sein.

Von Iris Hellmuth

Mike Knigge bringt es auf den Punkt. "Im Grunde sind wir ein bisschen bekloppt", sagt er. Und wie zur Bestätigung rauscht auf der Hauptstraße ein Mann mit Helm auf einem Kinderauto vorbei. Schnell und beinah lautlos geht das, und erst beim Hinterherschauen sieht man, dass er auf einem roten Bobbycar liegt. Mike Knigge lässt die Szene kalt. Genau wie die BMW-Fahrerin, die diesem seltsamen Gefährt gerade entgegen kommt. Sie schaltet einen Gang runter - und weicht ihm aus.

In Kirchhundem-Silberg gehört es zum Alltag, dass bunte Plastikautos durch den Ort rasen, ob mit oder ohne Motor. 500 Einwohner zählt das Dorf im Sauerland, "und wenn bei uns am 1. Mai das erste motorisierte Bobbycarrennen Deutschlands stattfindet, dann hilft fast jeder freiwillig mit", sagt Knigge. Schließlich haben hier schon Bobby-Rennen ohne Motor stattgefunden, und da sind mehr als 5000 Zuschauer gekommen. Aber motorisierte Bobbycars?

Die Schoko-Idee

Mike Knigge lacht. Was für eine Frage! Er steht vor dem Vereinsheim des ersten (und einzigen) deutschen Bobbycarclubs. "Es war ja nicht unsere Idee", sagt der 29-Jährige, als wolle er sich entschuldigen. Drei Jahre ist es her, dass eine Schokoladenfirma den Verein ansprach, ob man nicht Motoren in die Plastikmobile einbauen könne. Der Süßwarenhersteller wollte auf dem Marktplatz von Kapstadt einen lustigen Werbespot mit jungen Menschen auf Bobbycars drehen. Die sollten fahren, was aber nur durch kräftige Beinarbeit oder auf einer abschüssigen Piste möglich ist. Die Wadltätigkeit passte nicht ins Konzept und der Marktplatz liegt topfeben im Tal. Also musste ein anderer Antrieb her.

"Im November 2002 haben die gefragt, im Dezember sind wir nach Südafrika geflogen, mit drei Motor-Bobbys im Gepäck", sagt Knigge. Einen Monat lang hatten Knigge und seine Freunde Tag und Nacht konstruiert und gebaut. Die Herausforderung: Beim Anschauen des Werbespots sollte niemand auf Anhieb merken, dass die Dinger motorisiert sind. Damit war klar, dass nur ein kompakter Antrieb aus dem Modellbau in Frage kam, der von außen weitgehend unsichtbar in die kleine Karossiere passt.

Doch ein paar Details gibt es schon, woran zu erkennen ist, dass es sich um kein normales Bobbycar handelt. Das Kühlgitter und die Löcher in der Plastikschale zum Beispiel, wodurch dem Zweitaktmotor Luft zuströmt. Rechts neben dem Lenkrad lugt das Ende eines Seilzugs heraus - der Anlasser. Und links der Hebel für den Choke. Wenn der Motor läuft, brüllt er aus Leibeskräften. Entsprechend hoch ist die Drehzahl, wenn mit einem Weiteren Hebel am Lenkrad Vollgas gegeben wird. "Ungefähr 17.000 Umdrehungen pro Minute schafft so ein Motor", sagt Knigge. "Das ist so viel wie in der Formel 1."

Kein Mangel an Speed

Okay, klingt beeindruckend. Aber schwierig kann es dennoch nicht sein, damit zu fahren. Ist ja ein Kinderwägelchen. Ein getuntes, aber immer noch ein Spielzeug. Also aufsitzen, Beine abspreizen, Gas geben. Gas geben? Es reicht, den Gashebel anzuticken, schon zieht ein gewaltiger Ruck den Oberkörper nach hinten und die Vorderräder in die Höhe. Man muss sich vorbeugen, um die Kiste auf der Straße zu halten. Wo war noch mal die Bremse? Links vom Gas. Gut, aber gleich wieder Speed. Mit 60 km/h geht es das bergige Sauerland hinauf, das Hinterteil nur zehn Zentimeter über dem Asphalt.

Formel 1 ist langweilig

"Gegen so was ist die Formel 1 langweilig", sagt Marc Hoppmann. Er ist 20 Jahre alt und seit einem Jahr Bobbycar-Profifahrer. Seine Haare hat er so gestylt, als wäre er kurz zuvor in einen frontalen Windstoß geraten. Er trägt einen Rennanzug aus Leder, und wenn er aus der merkwürdigen Kauerhaltung seines Bobbycars hochkommt, wirkt das fast so, als würde sich ein Formel-1-Star nach einem grandiosen Sieg aus seinem Boliden stemmen.

In der Werkstatt des Clubs legt ein Mechaniker das zum Teil pfiffige Innenleben des Miniflitzers frei. Etwa die Lenkung. Ein spezielles Kugelkopfgelenk sorgt dafür, dass sich das kurveninnere Rad mehr nach innen neigt als das äußere. Das bringt Stabilität, und natürlich wurde das Fahrwerk verstärkt. Oder das selbst entworfene Eingang-Automatikgetriebe. Durch die Härtung der Ritzel in einem Spezialbetrieb "werden die Zahnräder nicht so schnell abgerieben", sagt Hoppmann. Alles zusammen, Rahmen, Motor und Getriebe, darf nicht als 40 Kilogramm mehr wiegen.

Die Autos sind fit für die Premiere am 1. Mai, für die sich 30 Fahrer aus ganz Deutschland angemeldet haben. Mehr verkraftet die 200 Meter lange Strecke rund um das Vereinsheim nicht. Es gibt zwei Kurven, eine im 90-Grad-Winkel. Spannung wird’s bestimmt geben. Doch kommen auch Zuschauer? Noch haben Mike Knigge und seine Freunde ein mulmiges Gefühl. "Es ist laut, es stinkt, und es ist höllisch schnell", sagt Knigge. So ist das beim Publikumsmagneten Formel 1 auch. Also kein Grund zur Sorge.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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