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Abwrackprämie: Autoabsatz springt kräftig an

Der Autoabsatz hat nach dem Einbruch zu Jahresbeginn dank Abwrackprämie im Februar deutlich Fahrt aufgenommen: Die Neuzulassungen schnellten um 21 Prozent in die Höhe. Nutznießer sind jedoch nicht die deutschen Hersteller, sondern die auf kleinere und billigere Modelle spezialisierten ausländischen Autobauer - mit einer Ausnahme.

Die Verschrottungsprämie für Altautos hat dem monatelang lahmenden deutschen Automobilmarkt im Februar kräftig auf die Sprünge geholfen. Die Neuzulassungen seien im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21 Prozent auf 277.700 gestiegen, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Dienstag mit. In den ostdeutschen Bundesländern sei der Absatz nach den Schätzungen des Importeursverbandes sogar um 40 Prozent nach oben geschnellt.

Matthias Wissmann, Chef des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sagte: "Dies ist das höchste Absatzniveau in einem Februar seit zehn Jahren." Der Verband erwarte, dass der Inlandsabsatz im gesamten ersten Quartal über den Vorjahreszahlen liegen werde. Im Export hingegen sieht es alles andere als rosig aus: Die Ausfuhren deutscher Hersteller brachen laut VDA im Februar um 51 Prozent auf nur noch 202.000 Einheiten ein.

Mercedes und Co. schauen in die Röhre

Von der staatlichen Abwrackprämie profitieren vor allem die auf kleinere und billigere Modelle spezialisierten ausländischen Autohersteller. Ihr Marktanteil sei im Februar um 45 Prozent gestiegen, erklärte der VDIK. Im Januar waren es nur 37 Prozent gewesen. Unter den deutschen Herstellern sieht sich nur Volkswagen als Nutznießer. Im Februar seien 135.000 Bestellungen eingegangen, sagte Vertriebschef Detlef Wittig der Branchenzeitung "Automobilwoche". "Normalerweise haben wir einen Bestelleingang von 40.000 bis 50.000 Autos im Monat." Keine andere Automarke in Deutschland verkaufe mehr Autos durch die Umweltprämie als VW.

Die deutschen Oberklasse-Hersteller gehen dagegen weitgehend leer aus. "Die Abwrackprämie hilft den Massenherstellern. Uns hilft sie auch, aber in einem Prozentbereich, der nicht kriegsentscheidend ist", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer. Im Februar habe sich der Absatz ähnlich schwach entwickelt wie im Januar, als die Verkaufszahlen um rund ein Viertel eingebrochen waren. Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer sagte auf dem Genfer Automobilsalon, gefragt seien Autos unter 15.000 Euro Kaufpreis. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, die Abwrackprämie helfe ausländischen Autobauern viel mehr als den deutschen.

Die Bundesregierung zahlt seit Mitte Januar 2500 Euro für jeden Neu- oder Jahreswagen, wenn dafür ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet wird. Die Prämie stößt auf großes Interesse. Bis zum Dienstag lagen bei dem für die Auszahlung zuständigen Bundesamt für Wirtschaft bereits 158.000 Anträge vor. Damit ist das Budget von 1,5 Milliarden Euro zu mehr als einem Viertel ausgeschöpft. Insgesamt reichen die Mittel für 600.000 Autos. Der VDIK forderte angesichts dessen die Bundesregierung auf, die Prämie zu verlängern und das Budget aufzustocken. "Es gilt nun, darüber nachzudenken, welche Anreize mittelfristig zur nachhaltigen Erneuerung des Fahrzeugbestandes gegeben werden können", sagte Verbandspräsident Volker Lange.

Abwrackprämie nur Strohfeuer?

Nach Einschätzung der Unternehmensberatung Roland Berger können auch Förderprogramme wie die Abwrackprämie der Automobilbranche nicht wirklich auf die Sprünge helfen. Sie hätten nur kurzfristige Wirkung. Viele Menschen kauften sich jetzt günstige Autos, den Absatz großer, teurer Karossen werde die Prämie aber kaum ankurbeln.

Die Autobranche werde sich frühestens 2012 erholen, heißt es in einer Studie der Münchner Unternehmensberatung. Das habe vor allem für die Zulieferer fatale Folgen: Die Branche stehe vor der größten Krise in ihrer Geschichte. "20 Zulieferer haben allein in Deutschland in den letzten drei Monaten die Waffen gestreckt", sagte Marcus Berret von Roland Berger. "Mit deutlich mehr Insolvenzen ist zu rechnen, wenn die Produktionszahlen in der zweiten Jahreshälfte 2009 nicht wieder kräftig zulegen." Der Absatz auf dem Automobilmarkt in Nordamerika, Europa und Japan sei Anfang 2009 im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 35 Prozent zurückgegangen. Der Umsatz der Zulieferer brach um bis zu 40 Prozent ein. Roland Berger hatte für die Studie weltweit 100 Vorstände von Zulieferern befragt und außerdem die Zahlen von 400 Automobilzulieferbetrieben ausgewertet.

joe/Reuters/DPA/AP / AP / DPA / Reuters

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.