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ADAC-Pannenstatistik: Könige des Standstreifens

Mit Deutschland geht es wieder aufwärts. In der Pannenstatistik führen die einheimischen Fahrzeuge in sieben von acht Kategorien. Die schlimmsten Versager kommen aus Frankreich. Doch die ADAC-Statistik sagt nur die halbe Wahrheit.

Na, wer sagt es denn. Die Autos von deutschen Herstellern sind wieder besonders pannensicher. Das hat der ADAC bei der Auswertung von 1,95 Millionen Pannen herausgefunden, bei denen die "Gelben Engel" des Autoclubs im vergangenen Jahr zu Hilfe gerufen wurden. Das sah schon einmal anderes aus. Da drohten die Autos aus Japan den deutschen Produkten den Rang abzulaufen. Zum Glück hat die Industrie mit einer Qualitätsoffensive die Pannenschlacht für sich entschieden. In sieben von acht Auto-Kategorien liegen die heimischen Fahrzeuge vorn, teilte der ADAC mit. Damit setzt sich ein Trend fort, der sich bereits in den vergangenen zwei Jahren abgezeichnet hat. Mit Ausnahme der Minivan-Klasse, in der Mazda und Mitsubishi gemeinsam führen, kommen die restlichen sieben Klassensieger von Audi, Mercedes, BMW und Volkswagen. Diese Wagen sind entweder ein bisschen teurer (BMW, Audi, Mercedes) oder ein bisschen dröge (Volkswagen), dafür müssen sie aber besonders zuverlässig sein.

In der kleinen Fahrzeugklasse liegen der Audi A2 und der BMW Mini auf den ersten beiden Plätzen, gefolgt vom Renault Modus. In der unteren Mittelklasse ist der 1er BMW Klassenbester, gefolgt vom Mazda 323 und dem Audi A3. In der Mittelklasse bilden Audi A4, Mercedes C- Klasse und 3er BMW das Siegertrio. In der oberen Mittel-/Oberklasse liegt der Audi A6 vor der Mercedes S-Klasse und dem 5er BMW. Bei den Sportwagen/Cabrios führt der Mercedes CLK - in dem nur vier Fahrzeuge kleinen Feld - vor dem BMW 3er-Cabrio, dem Mercedes SLK und dem Peugeot 206 CC.

Bei den Geländewagen fährt der BMW X3 voran, gefolgt vom Mercedes ML und dem Toyota RAV4. In der Klasse der Mini-Vans haben der Mazda Premacy und der Mitsubishi - beide sind nicht mehr im Verkaufsprogramm - am besten abgeschnitten, der VW Touran kam auf Platz Drei. Bei den größeren Vans kam der VW Sharan auf Platz Eins, gefolgt vom VW T4/T5 und dem Fiat Ducato.

Pannen, die keine sind

Ein Blick in die Tabelle führt zu einem leichten Schrecken angesichts der vorhandenen Differenzen von Fahrzeug zu Fahrzeug In die Wertung für die ADAC-Pannenstatistik kommen nur ein bis sechs Jahre alte Autos, die mindestens drei Jahre lang im Wesentlichen unverändert gebaut wurden und in einem Jahr 10.000 Neuzulassungen erreichten. Das heißt, Exoten müssen draußen bleiben. Die Statistik sagt natürlich auch die halbe Wahrheit: Erfasst werden nur Pannen mit ADAC-Beteiligung. Wer also liegenbleibt und seinen Kumpel anruft, geht nicht in die Wertung ein. Daher haben die Hersteller großen Einfluss auf ihr Abschneiden. Natürlich durch gute Qualität, aber auch durch gute Garantieangebote. Hat der Wagen eine langjährige Car-Assistance-Police wird er auch mit reichlichen Macken kaum in der ADAC-Statistik auftauchen. Wenn alles rundum versichert ist, geht der erste Anruf nach dem Motor-Aus zur Hersteller-Hotline und nicht zu den "Gelben Engeln".

Der Fehler sitzt hinter dem Lenkrad

Der Fahrer glaubt gern, dass nur Pfusch am Band an den Pannen Schuld wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Fehlerquelle Nummer Eins (460.76 Fälle) wurde mal wieder die Batterie. Ursache wird häufig die typische Gehirn-Panne "Licht- und Radio laufen lassen" sein. In welchem Anteil kann man nur raten. Fehlerblock Nummer zwei gehört in die Rubrik "Verschleiß und Unglück". Der Mann am Band kann kaum Schuld an den Reifenpannen (135.645 Fälle) haben. Bezogen auf Baugruppen entfielen über die Hälfte der Pannen auf Zündung und Elektrik. Es folgten Probleme mit dem Motor (7,9 Prozent), Rädern und Reifen (6,7 Prozent), Einspritzanlagen (6,6 Prozent), Kühlung und Heizung (6,0 Prozent) und dem Kraftstoffsystem (5,9 Prozent).

Weniger Substanz als Image

Die Imagewirkung der ADAC-Statistik ist enorm, die Aussagekraft weniger. Allzu viele Faktoren kann der ADAC nicht berücksichtigen. Die schlimmsten Böcke werden vermutlich geschossen, wenn unkonzentrierte Fahrer keine Lust auf teure Wartung haben und dann noch zu lausiger Qualität greifen. Beim Renault Kangoo stimmt die Gurken-Mischung.

Kra/DPA

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.