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Auto-Emissionen: Traumziel 100 Gramm

Seitdem durchgesickert ist, dass Autos mit weniger als 100 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer in Zukunft steuerfrei sein werden, ist dieser Wert die neue Benchmark. Aber welches Modell schafft die magische Schwelle, die nur 4,2 Litern Benzin auf 100 Kilometern entspricht?

Von Christoph M. Schwarzer

Gerade erst hat der CDU-Politiker Volker Kauder die deutschen Autohersteller scharf kritisiert. Die Konzerne sollten schnell zukunftsträchtige Modelle anbieten, sagte der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende der "Süddeutschen Zeitung". Der CDU-Mann hat keinerlei Verständnis dafür, dass VW den umweltfreundlichen Golf Bluemotion erst im Oktober 2009 auf den Markt bringen wolle. Ob Herr Kauder weiß, dass er auch zu einem Polo Bluemotion greifen kann, ist unklar. Denn der unterbietet tatsächlich schon jetzt die magische Grenze von 100 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Einen "rollenden Krankenfahrstuhl" hat Rallye-Legende Walter Röhrl den Smart Fortwo in der AutoBild genannt. Nur, weil er fahrdynamisch nicht mit einem Porsche 911 mithalten kann. Und das, obwohl der lütte Stadtflitzer in der Dieselversion eins der beiden tatsächlich käuflichen Autos ist, die weniger als 100 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer produzieren. Das andere ist der Polo Bluemotion. Sonst schafft keiner einen zweistelligen Wert beim Klimagas, weil der einem Verbrauch von höchstens 3,8 Litern Diesel oder 4,2 Litern Benzin entspricht. Aber es bewegt sich was. In der Politik, bei den Herstellern und bei den Autokäufern.

Beispiel Berlin: Hier wächst der Leidensdruck, aus der ewigen Diskussion über die Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Emissionen und Normverbrauch endlich einen Beschluss machen. Nach Informationen der Financial Times Deutschland tritt die Neuregelung zum 1. Januar 2010 in Kraft. Und Fahrzeuge bis 100 Gramm CO2 pro Kilometer werden wohl steuerfrei sein. Zwar wird die Ersparnis in Euro und Cent gering sein, weil die Union geringe Sätze auch für Spritschlucker durchsetzen will. Aber das gute Gefühl, einen Steuerfreien zu kaufen, wird die Kaufentscheidungen in der Zukunft genau so beeinflussen, wie es das in den 80ern bei der Einführung des Katalysators getan hat.

Neue Nipper auf dem Markt

Bei den Autoherstellern jedenfalls findet der Limbotanz unter immer kleinere CO2-Schwellen nicht mehr nur in den Entwicklungsabteilungen statt. Mit dem Ford Fiesta ECOnetic und dem Seat Ibiza Ecomotive wächst der Club der "U100" um zwei weitere Mitglieder. Für den Dieselverbrauch von je 3,7 Litern (entsprechend 98 Gramm CO2 pro Kilometer) werden rund 15.000 Euro fällig. Das sind Autos, die zwar die Namen von Kleinwagen tragen, faktisch aber so groß wie ein Golf III sind und damit der bei deutschen Privatkunden extrem beliebten Viermeterklasse angehören.

Auch Große unterbieten 100 Gramm

Aber Spritnipperei und niedrige Emissionswerte sind nicht nur mit relativ kleinen Autos möglich. Im Sommer wird der bereits vorgestellte VW Golf VI Bluemotion mit 99 Gramm CO2 pro Kilometer und 3,8 Litern Dieselverbrauch auf den Markt kommen. Einer seiner schärfsten Konkurrenten könnte der dritte Toyota Prius sein: Werte um 90 Gramm, also rund 3,8 Litern Benzin, werden erwartet, was auch den ideologischen Wettkampf zwischen Hybridantrieb und Diesel neu anheizen wird.

Ja, er ist teuer, der Doppelantrieb mit zusätzlichem Elektromotor. Zumindest im Prius. Darum will mit Honda ein anderer Japaner die Hybridtechnik billiger machen. Wenn der neue Insight im Frühjahr auf den Markt kommt, soll er nicht nur weniger als 100 Gramm CO2 ausstoßen, sondern mit rund 20.000 Euro auch deutlich billiger als der aktuelle Civic Hybrid sein. Möglich ist das nur über Massenproduktion und ein Mildhybridmodul, wie es ähnlich im Mercedes S 400 Hybrid verbaut wird. Knapp zehn Jahre nach der Vorstellung von den 3-Liter-Autos VW Lupo und Audi A2 ist also nicht alles ein Armutszeugnis.

Knapp daneben ist noch vorbei

In Frankreich gibt es 1.000 Euro vom Staat, wenn man ein Auto mit weniger als 100 Gramm CO2-Ausstoß kauft. Das ist einer der Ursachen, warum sich viele Hersteller jetzt lang machen und zum Feinschliff ansetzen. Denn Autos, die diesen Wert nur knapp verfehlen, gibt es in rauen Mengen (CO2-Werte pro Kilometer in Klammern): Den Mini Cooper D (104), die Drillinge Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroen C1 (109), den Opel Corsa ecoFLEX (109) und viele mehr. Zeit für die Kunden, sich an der neuen Benchmark zu orientieren.

Entscheiden Kunden nur ökonomisch?

Neben Staat und Herstellern ist der Kunde der dritte und wichtigste Protagonist am Markt. Im Jahr 2008 hat er bereits klar gemacht, wohin bei ihm die Reise geht: Er hat Autos mit deutlich niedrigeren CO2-Werten gekauft. Es bleibt die Frage, ob sich die Aufpreise für Ökospartechnik immer auszahlen. Zurzeit sind die Kraftstoffpreise relativ niedrig. Das spricht gegen die Investition. Dafür spricht der zu erwartende, niedrige Wertverlust - ein Audi A2 ist das beste Beispiel dafür - sowie die Absicherung gegen schwankende Rohstoffpreise. Politiker, wie Herrn Kauder, würden sich nur ungern in einen Kleinstwagen setzen wollen. Dabei könnten auch sie ökologisch und dabei halbwegs standesgemäß unterwegs sein. Der Passat BlueMotion II wird nur 114 Gramm CO2 ausstoßen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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