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Autonomes Fahren: Googles Roboter-Auto schlägt die Konkurrenz

Ein Auto, das ganz allein fährt, traut die Welt am meisten Google zu. Nach einer aktuellen Untersuchung ist die deutsche Autoindustrie weit abgeschlagen.

Von Gernot Kramper

Mut zum Anders-Sein: Mit einem Sportwagen hat das Google Car nichts zu tun.

Mut zum Anders-Sein: Mit einem Sportwagen hat das Google Car nichts zu tun.

Als Google vor einigen Wochen sein eigenes Auto präsentierte, deklassierte der Technikgigant die Konkurrenz. Die Automobilhersteller sind stolz darauf, dass ihre Autos selbst einparken können und demnächst ein Stückchen Autobahn allein absolvieren können. Aber bei ihnen gilt: Vorsicht! Vorsicht! Zur Not muss der Mensch immer einspringen können.

Bei Google hingegen ist der Mensch Passagier. Das Hightech-Mobil sieht aus wie ein Auto aus einem Playmobil-Baukasten. Rund, mit zwei Augen und einem schmalen Mund zieht das rollende Ei seine Bahnen. Bremspedal und Lenkrad wurden rausgeworfen, der Mensch soll entspannen und hat mit dem Verkehr nichts zu tun.

Das Konzept ist revolutionär, doch die eigentliche Sensation ist, dass Google sein Roll-Ei mitten ins Leben lässt. Voller Selbstvertrauen, dass das Roboterauto jeden Unfall vermeiden werde - sogar in städtischer Umgebung. Dort geht es viel komplizierter zu als auf der Autobahn, die Elektronik muss mit Abbiegern, Radfahrern und kreuzenden Haustieren zu Rande kommen und darf nicht einmal darauf vertrauen, dass eine rote Ampel die menschlichen Piloten tatsächlich zum Halten bringt.

Wichtige Gruppe von Firmen fehlt

Das "Look and Feel" vom Google-Ei ist eine Enttäuschung, aber mit diesem Bravourstück hat es der Suchmaschinenkonzern geschafft, die Elite der Autobauer abzuhängen. In einer Untersuchung von DJAppionions.com hat Google als weltweit einflussreichster Autobauer in Sachen autonomes Fahren abgeschnitten. Den zweiten Platz belegt Intel - auch kein Automobilhersteller. Erst auf Rang drei folgt mit General Motors eine Autofirma. Erste deutsche Firma ist Mercedes-Benz mit Nummer vier, dann kommen Audi, Nissan, Apple und BMW. Auch das Abschneiden von Apple ist enttäuschend, die Marke wird offenbar nur mit Multimedia-Steuerungen im Auto in Verbindung gebracht.

Für die Untersuchungen wurden weltweit Einschätzungen im Internet ausgewertet. Für das Ranking analysierten die Verfasser der Studie 200 Millionen Meinungen aus rund zwei Milliarden Dokumenten plus den Texten, die auf sozialen Netzwerken, wie Twitter oder Facebook veröffentlicht wurden. Die Ergebnisse sind ein Indikator dafür, welcher Firma das Internet am meisten Kompetenz zutraut.

Wenig überraschend ist, dass eine wichtige Gruppe von Playern fehlt: die Militärindustrie. Sie haben zwar viel Kompetenz, arbeiten aber abgeschirmt vom breiten Publikum. Ihre Versuche, autonome Kampfmaschinen zu entwickeln, sind weit gediehen. Diese Maschinen basieren auf der gleichen Technik wie das autonome Fahren.

Entscheidung über Leben und Tod

Für Google zahlt es sich jetzt aus, ohne Wenn und Aber auf das autonomen Fahren zu setzen: "Es ist sicherer, dass der Computer das Auto lenkt, da die Ursache für die meisten Unfälle menschliches Versagen ist", sagt der Internet-Suchmaschinen-Gigant. Er traut sich zu, die Hürden dahin zu nehmen. Autohersteller scheuen derzeit die Verantwortung: Angenommen, das Auto fährt auf eine Unfallstelle zu, nur zwei Ausweichkorridore stehen zur Verfügung: links eine Familie mit Kind und der andere rechts. Dort steht ein Hund. Jetzt muss die Technik in der Lage sein, in Bruchteilen von Sekunden zu entscheiden, welcher Ausweichweg einzuschlagen ist.

Auch die konventionellen Autohersteller gehen davon aus, dass bis zum Ende des Jahrzehnts Autos selbständig fahren können. Vollkommen offen ist, welchen Ansatz die Kunden bevorzugen werden. Die Autoindustrie denkt bislang nur an Autos die zusätzlich auch autonom fahren können. Googles Ansatz macht aus dem gewohnten Auto dagegen ein Transportmittel, in dem das Selbstfahren für den Passagier genauso wenig vorgesehen ist, wie das Selbstfliegen im Urlaubsjet.

mit Agenturen
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.