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Autorabatte: Die Dürre nach dem Abwrackboom

Zum Listenpreis lässt sich im Jahr nach der Abwrackprämie kaum noch ein Auto verkaufen. Die Industrie versucht daher, durch massive Rabattaktionen den Absatz anzukurbeln. Der Kunde kann außerdem auf billige Tageszulassungen spekulieren.

Von Gernot Kramper

Der Frühling strahlt, aber im Automarkt herrscht klirrende Kälte. Auch nach der PS-Party beim Autosalon in Genf will die Kauflaune nicht zurückkehren. Nach dem Strohfeuer des Abwrackjahres fallen die Zulassungszahlen massiv. Kein Wunder, der Kleinwagenbestand ist so frisch neu wie nie zuvor. Entsprechend gering ist der Wunsch nach einem neuen Kleinwagen. Vor allem die Importeure, die 2009 massiv zulegen konnten, werden zu normalen Konditionen keinen Wagen mehr los. Zu befürchten steht, dass 2009 nicht nur Besitzer alter Kleinwagen ihr Modell verschrottet haben, sondern viele Fahrer von Mittelklassewagen zu einem kleinen Modell gewechselt haben. Wenn Deutschland dauerhaft seine Liebe zu Kleinwagen entdeckt, dürften schwere Zeiten auf die lukrative Mittelklasse zukommen.

Keine Spitzenrabatte

Die "Rabattities" ist 2010 zur Dauerkrankheit der Branche geworden. Der Kunde ist nicht mehr bereit, Listenpreise zu akzeptieren, er erwartet Nachlässe. Und diese bekommt er auch. Die aktuelle Preis-Studie März 2010 des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen hat allerdings einen Rückgang der Rabattspitzenwerte festgestellt. In den letzten Monaten stellte Peugeot mit seinem Easy-Drive-Leasing einen Rabattrekord nach dem nächsten auf – hier wurde das Level im März etwas zurückgefahren.

Die Spitzenrabatte von über 40 Prozent Nachlass gibt es im Moment nicht im Markt, dafür stieg die Anzahl der Aktionen mit Preisvorteilen zwischen 20 und 30 Prozent weiter an. Wirklich interessant sind davon nur einige Aktionen. Wer ein Altfahrzeug verschrotten kann, bekommt einen Panda mit 38 Prozent Rabatt. Bei Fiat gibt es damit einen attraktiven Kleinwagen zum Knallerpreis von etwa 6000 Euro. Der Landrover Discovery fährt in einer anderen Liga, ein rechnerischer Preisvorteil von fast 15.000 Euro macht es beim ihm allerdings möglich, den statusbringenden Geländegiganten zu einem Preis zu bekommen, zu dem man eigentlich nur einen Offroadzwerg leasen könnte.

Junge Gebrauchte rollen an

Spannender als die offenen Rabattaktionen ist das enorm hohe Niveau der Eigenzulassungen. Der Anteil der sogenannten taktischen Zulassungen am Gesamtmarkt beträgt im Februar 28,3 Prozent. Bei Chevrolet wurden sogar 66 Prozent aller Zulassungen im Februar als taktische Zulassungen in den Markt geschoben. Aber auch Subaru, Citroen, Hyundai, Jaguar, Peugeot und Mitsubishi treten selbst als liebste Käufer der eigenen Autos auf. Diese Zulassungen werden in kürzester Zeit als Tages- oder Kurzzulassungen in den Markt gedrückt. Angesichts des hohen Anteils kann der Kunde mit extremen Nachlässen beim Händler rechnen, wenn der diese Wagen am Ende los schlagen muss.

Billiger wird es nicht

Wie stark der Druck im Markt ist, zeigen die Rabatte der Neuwagenvermittler. Das CAR-Center Automotive Research ermittelte im Durchschnitt einen Rabatt von 16,5 Prozent beim Kauf über einen Internetvermittler. Anders als bei beworbenen Rabattangeboten stehen hier nicht Fahrzeuge im Fokus, die nur schwer einen Käufer finden, sondern die 25 beliebtesten Modelle in Deutschland. Auf einen Golf VI Trendline 1.4 erhält man derzeit 20,6 Prozent Nachlass.

Die enorme Rabatthöhe der Neuwagenvermittler macht die offiziellen Aktionen der Hersteller zumindest für Barzahler meist uninteressant. Wer nicht auf niedrig gepreiste Leasingangebote ohne Anzahlung angewiesen ist, findet bei dieser Form des klassischen Kaufs sehr günstige Bedingungen für sein Wunschmodell. Der Rabattsprung zu vielen Herstelleraktionen ist so gering, dass es sich kaum lohnt, auf Wunschhersteller oder Modell zu verzichten.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center erwartet in den nächsten Monaten keine Entspannung im Automarkt, das Rabattniveau wird in etwa konstant bleiben. Natürlich wird es immer wieder zu spektakulären Einzelaktionen kommen, in der Masse sind aber keine starken Bewegungen nach oben oder unten zu erwarten. Für den Kunden lohnt es sich daher kaum, auf noch günstigere Zeiten zu warten. Aus Sicht der Industrie hat der Automarkt in Deutschland seinen Charakter radikal verändert. Der deutsche Markt galt früher als anspruchsvoll und schwierig, aber auch als besonders profitabel. Mit dem derzeitigen Rabattniveau gehören die hohen Gewinne im Verkauf der Vergangenheit an.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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