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Billig-SUV Dacia Duster: Der Aldi-Allradler

Wirtschaftlichkeit statt Statusdenken. Mit dieser Philosophie ärgert Dacia seit fünf Jahren erfolgreich die Branche. Jetzt folgt der nächste Coup der Renault-Tochter. Der Duster wirbelt im beliebten Segment der Kompakt-SUV mächtig Staub auf.

Von Michael Specht

Erst die Logan Limousine, dann der Logan Kombi, dann der Sandero und nun auch noch ein Geländewagen. Während manch andere Autohersteller Absatzeinbußen hinnehmen müssen und Kapazitäten zurückfahren, kennt die Marke Dacia nur eine Richtung: nach oben. Seit 2005 hat die rumänische Gut&Günstig-Tochter von Renault weltweit zwei Millionen Autos abgesetzt, davon 1,2 Millionen mit dem Label Dacia. Vergangenes Jahr entschieden sich allein in Deutschland über 80 000 Menschen für einen Dacia. Auch wenn diese Zahlen wegen der Abwrackprämie nicht die tatsächliche Lage am Markt widerspiegeln. Dacia könnte auch 2010 ähnliche Werte erreichen, sie vielleicht sogar übertreffen.

Hohes Eroberungspotenzial

Der Grund heißt Duster, ein SUV der Kompaktklasse und damit unmittelbarer Feind der deutschen Platzhirsche Ford Kuga und VW Tiguan. Ihnen dürfte der Duster reichlich Kunden ausspannen, denn - Boulevard hin, Lifestyle her - bei einem Einstiegspreis von 11 900 Euro überlegt man sich nicht zweimal, ob althergebrachtes Statusdenken noch zeitgemäß ist. "Wir wollen erobern, sagt Gérard Detourbet, Produktmanager von Dacia, und sieht besonders zwei Typen als prädestinierte Duster-Käufer. "Das sind jene, die aus dem 4x4-Segment kommen, aber aus Kostengründen stets gebrauchte SUV gekauft haben. Die anderen sind Limousinen-Fahrer, die zwar immer gern einen Geländewagen besitzen wollten, ihn sich aber bislang nicht leisten konnten."

50 Prozent übernommene Teile

Um mit einem derartigen Dumping-Preis die Konkurrenz zu deklassieren, musste Detourbet alle Register ziehen, was die Kosten bei Konstruktion und Fertigung betraf. Nur 50 Prozent der Teile am und im Duster wurden neu entworfen, der Rest aus dem Regal entnommen. Windschutzscheibe, die vorderen Türen inklusive des dazugehörigen Karosserierahmens stammen vom Schwestermodell Sandero. Die Motoren - Benziner wie Diesel - kommen von Renault, ebenso Teile des Fahrwerks. Der Allradantrieb stammt vom Allianzpartner Nissan. So konnten viele Millionen Euro gespart werden. Den Duster-Kunden wird’s nicht stören. Im Gegenteil. Die Renault-Technik gilt als ausgereift und langlebig. Laut einer Studie einer französischen Verbraucherzeitschrift liegt Dacia an 3. Stelle der zuverlässigsten Marken. Allein in Deutschland hat Renault auf seiner Internetseite über 8000 Anfragen für Probefahrten registriert. "Nie zu vor gab es ein solch großes Interesse", sagt Unternehmenssprecher Rainer Zirpel.

Reichlich Platz und viel Komfort

So robust sich der Duster mit seinen dicken Kotflügeln und kantigem Äußeren auch gibt, die Fahreigenschaften stehen im krassen Gegensatz dazu. Neben der hohen Sitzposition, den guten Platzverhältnissen und dem großem (475 bis 1636 Liter) Kofferraum überrascht der rumänische SUV durch viel Komfort. Fahrwerk und Karosserie stecken selbst schlechte Wegstrecken klaglos weg. Nichts poltert, nichts klappert oder knistert. Man hat den Eindruck, hinter dem Lenkrad eines wesentlich teureren Autos zu sitzen. Dieses Bild wird auch vom Cockpit nicht getrübt. Eine billige Plastiklandschaft sieht anders aus.

Allradantrieb von Nissan

60 Prozent der Kunden, so glaubt Dacias Marketing-Leiterin Nadine Meier, werden sich für die Benzin-Version entscheiden. Der 1,6-Liter-Vierzylinder ist laufruhig, mit 105 PS ausreichend kräftig, lässt sich angenehm leicht schalten und soll im EU-Mix nur 7,5 l/100 km verbrauchen. Diesel-Fans steht der bekannte 1,5-Liter-Renault-Selbstzünder mit 86 PS zur Verfügung. Eine stärkere Version mit 107 PS folgt im Juni. Gegen Aufpreis von 1800 Euro arbeitet unter dem Duster der variable Allradantrieb von Nissan, dem Allianzpartner von Renault. Eine elektromagnetische Kupplung leitet hier bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse. Zusammen mit der Bodenfreiheit von 21 Zentimetern sowie kurzen Karosserieüberhängen dürften auch Wochenend-Offroad-Wühler zufrieden stellen. Sie könnten höchsten das Untersetzungsgetriebe vermissen. Doch als Ausgleich spendierte Dacia den 4x4-Versionen ein neues Sechsganggetriebe, bei dem der erste Gang extrem kurz ausgelegt wurde. Bei 1000/min kraxelt der Duster mit nur 5,79 km/h durchs Terrain.

Einstiegsmodell schwer verkäuflich

Anzukreiden bleibt den rumänischen Autobauern nur die etwas seltsame Aufpreisgestaltung. Der Lockpreis von 11.900 Euro für die Basis ist mit so vielen Nachteilen behaftet, dass sich kein Kunde dafür entscheiden wird. So ist nicht nur die Ausstattung mager, sondern der Duster-Käufer hat auch keine Chance auf weitere Komfort- und Sicherheitsextras. Pakete, die beispielsweise eine Klimaanlage, Leder, Leichtmetallfelgen oder selbst eine geteilt umlegbare Rücksitzbank enthalten, bleiben ihm verwehrt. Um wenigsten halbwegs alltagstauglich unterwegs zu sein, sollte also mindestens die Version Ambiance für 12.700 Euro gewählt werden. Hier sind eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Seitenairbags und elektrische Fensterheber an Bord. 900 Euro zusätzlich kosten Klimaanlage und CD-Radio, 300 Euro zahlt man für eine asymmetrisch geteilte Rücksitzbank und dafür, dass wenigstens Fahrersitz, Lenkrad und Sicherheitsgurte in der Höhe einstellbar sind. Soll es statt des Benziners der 107-PS-Diesel sein, muss der Kunde die Ausstattung Lauréate nehmen, für die er dann mindestens 15.400 Euro zu bezahlen hat.

Dacia erstmals mit ESP

Ausschließlich für diese Motorvariante bietet Dacia - erstmals überhaupt in seiner Geschichte - den elektronischen Schleuderschutz ESP an. Der Aufpreis beträgt 300 Euro. Marketing-Leiterin Nadine Meier hätte das Sicherheits-Feature gern auch für die bei uns stärker verlangte Benzinversion gehabt. Doch habe man sich zunächst für die technisch neueste Motorisierung entschieden.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.