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Biosprit E10: Aigner wirft Wirtschaft Versäumnisse vor

Der Schwarze Peter wird munter weitergereicht: An der misslungenen Einführung des Biosprits E10 sind nach Ansicht von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner die Konzerne schuld. Der ADAC sieht das ähnlich. Die Grünen machen hingegen die Bundesregierung für das Desaster verantwortlich.

Im Streit um die Einführung des Biokraftstoffs E10 hat Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) der Wirtschaft "gravierende Versäumnisse" vorgeworfen. "Es kann nicht sein, dass die Autofahrer jetzt am Ende die Rechnung dafür bezahlen sollen, dass sich einzelne Konzerne aus der Verantwortung stehlen", sagte Aigner der "Rheinischen Post". Sie fügte hinzu: "Die Einführung von E10 darf nicht dazu genutzt werden, die Preise für Kraftstoff bewusst in die Höhe zu treiben."

Auch der ADAC meldete sich zu Wort. Er sieht die Schuld vor allem bei der Mineralölwirtschaft. "Der Einführungsprozess von Super E10 verlief von Anfang an unglücklich. Dabei haben sich die Mineralölkonzerne wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Sie hätten es versäumt, die Autofahrer umfassend über die Qualitäten des neuen Kraftstoffs zu informieren. Aber auch die Automobilhersteller hätten ihre Kunden nur halbherzig informiert, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt oder nicht.

Umsetzung: mangelhaft

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried Hermann (Grüne), hält hingegen die Bundesregierung für das Chaos bei der Einführung des neuen Kraftstoffs verantwortlich. Sie habe sich für den höheren Anteil von Ethanol stark gemacht, aber nichts für eine Umsetzung getan, sagte Hermann der "Rheinpfalz am Sonntag". Er kündigte an, das E10-Debakel zum Thema im Verkehrsausschuss des Bundestages zu machen. Den Autofahrern sei weitere Verunsicherung nicht länger zuzumuten. Hermann schlug ein Moratorium vor, um zu klären, welche Motoren bedenkenlos mit dem Kraftstoff fahren könnten.

ADAC-Präsident Meyer betonte, der Automobilclub befürworte grundsätzlich die Umstellung auf Biosprit. Von dem für kommenden Dienstag geplanten "Benzingipfel" in Berlin erwarte er, dass die Teilnehmer einen Weg finden, das Vertrauen der Verbraucher in den neuen Kraftstoff zu gewinnen. "Dazu muss die Information und Aufklärung der Autofahrer verbessert werden. Hier müssen bei dem Gipfel an alle Beteiligten Hausaufgaben verteilt werden."

lea/DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.