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E10-Chaos an der Tankstelle: Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Das E10-Chaos treibt die Deutschen um: Sie können sich mit dem Biosprit nicht anfreunden, die Ölbranche auch nicht. Ein "Benzingipfel" soll am Dienstag Klarheit bringen. Die wichtigsten Fakten.

Von Björn Erichsen

Deutschlands Autofahrer können sich mit dem neuen Kraftstoff E10 nicht anfreunden. Zwar ist das Bio-Benzin zurzeit noch ein paar Cent günstiger als herkömmliches Super-Benzin, jedoch ist E10 auch weniger leistungsfähig und sorgt im schlimmsten Fall für einen kapitalen Motorschaden. Die Raffinerien sind voll mit dem neuen Kraftstoff, den keiner will, die von der EU geforderte Einführung ist zunächst einmal gestoppt worden. Nun schieben sich Politik und Mineralölwirtschaft gegenseitig den Schwarzen Peter für das E10-Chaos an der Zapfsäule zu. Viele Autofahrer wissen derweil nicht, ob ihr Wagen E10 verträgt oder nicht. Die Verwirrung ist groß. stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was genau ist E10?

Bei E10 handelt es sich um eine Abkürzung: "E" steht für den Alkohol Ethanol, der dem Benzin beigemischt wird. Die Zahl "10" zeigt an, dass der Ethanolanteil bis zu zehn Prozent betragen darf. Bisher waren bis zu fünf Prozent im Ottokraftstoff zulässig. Das Bioethanol wird aus Nutzpflanzen wie Zuckerrohr, Mais oder Getreide gewonnen.

Verträgt mein Auto E10?

Etwa 90 Prozent aller benzinbetriebenen Fahrzeuge verarbeiten E10 ohne Schwierigkeiten. Bei zehn Prozent der Fahrzeuge hierzulande, rund drei Millionen Autos, kann der neue Kraftstoff jedoch zu schwerwiegenden Problemen führen. Neben älteren Modellen (vor 2000) sind vor allem die ersten Benzindirekteinspritzer wie die FSI-Motoren von VW betroffen. Welches Auto E10 verträgt und welches nicht, können die Besitzer beim Hersteller, in der Werkstatt oder auf den Internetseiten von ADAC und Deutsche Automobil Treuhand (DAT) erfahren. Inzwischen hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Mineralölkonzerne aufgefordert, die Autofahrer direkt an den Tankstellen mit Fahrzeuglisten über das neue E10-Superbenzin aufzuklären.

Wie erkenne ich den neuen Kraftstoff?

Rund 7000 der insgesamt 15.000 Tankstellen in Deutschland führen das neue Bio-Benzin bereits, vor allem im Osten und im Süden des Landes. Die Zapfsäulen müssen mit der Aufschrift "E10", "Normal E10", "Super E10" oder "Super Plus E10" gekennzeichnet sein, ein zusätzlicher Hinweistext auf der Zapfanlage soll Autofahrer vor einer möglichen Fehlbetankung bewahren.

Was tun nach einer Fehlbetankung?

Den Wagen auf keinen Fall starten! Selbst nach einmaligem Anlassen muss das komplette Kraftstoffsystem gereinigt oder sogar ausgetauscht werden. Daher: Vor dem Start den Tank vollständig entleeren und sorgsam reinigen. Einfach "Super"-Kraftstoff dazu tanken, um das Mischungsverhältnis zu ändern, bringt nichts.

Welche Schäden können entstehen?

Wenn Sie E10 tanken, obwohl ihr Fahrzeug den Kraftstoff nicht verträgt, drohen schwere Motorschäden. Durch den höheren Ethanol-Anteil können bei einigen Modellen Motorteile korrodieren und Dichtungen zerfressen werden.

Ändert sich durch E10 der Verbrauch?

Ja, E10 hat einen geringeren Energiegehalt als das bisherige Super-Benzin. Wer den Kraftstoff tankt, braucht bei gleicher Fahrweise zwei bis drei Prozent mehr.

Was ist mit Diesel-Fahrzeugen?

Für die hat sich mit der E10-Einführung nichts geändert. Der Bioanteil beim Diesel-Kraftstoff wurde schon vorher von fünf auf sieben Prozent angehoben. Negative Folgen für die Motoren wurden nicht bekannt und sind auch nicht zu befürchten.

Warum wurde E10 gerade jetzt eingeführt?

Die Europäische Union hat beschlossen, den Anteil der Biokraftstoffe zu erhöhen. Beim Superbenzin soll der Anteil bis 2020 auf 20 Prozent steigen. Die Bundesregierung folgt EU-Recht. Im Laufe des Jahres 2011 müssen die Hersteller einen Bioanteil von 6,25 Prozent bezogen auf den Energiegehalt der gesamten verkauften Menge schaffen. In Frankreich wurde E10 bereits ab 2009 flächendeckend und ohne größere Probleme eingeführt.

Steigen jetzt die Preise?

Gut möglich. Zurzeit ist der neue E10-Kraftstoff 5 bis 8 Cent günstiger als "Super-Plus". Wegen der stockenden Einführung drohen den Mineralölkonzernen nun Strafzahlungen. Röttgen warnte die Unternehmen bereits davor, dieses auf den Benzinpreis umzulegen. Bei den herkömmlichen Sorten ist ein Preisanstieg wahrscheinlich, da mit der E10-Einführung die Nachfrage nach "Super Plus" gestiegen ist.

Drohen Lieferengpässe bei herkömmlichen Sorten?

Nicht auszuschließen. Nach Angaben der Mineralölwirtschaftsverbandes kann es wegen der hohen Nachfrage nach "Super Plus" zu Versorgungsproblemen kommen. Zudem können viele Raffinierien ihre vollen E10-Tanks nicht leeren. Auch deshalb ist die Einführung des neuen Kraftstoffes an weiteren Tankstellen, etwa in Nordrhein-Westfalen, gestoppt worden. Ändert sich die Situation nicht, müssen erste Raffinerien in Kürze herunter gefahren werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Als Ausweg wird in der Mineralölbranche diskutiert, sich von E10 zu verabschieden und wieder mehr "Super Plus" zu produzieren. Dagegen sperrt sich die Regierung und pocht auf die von der EU geforderte E10-Einführung. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat nun für Dienstag zum großen "Benzin-Gipfel" geladen: Eingeladen sind unter anderen die Branchenverbände der Autoindustrie und der Mineralölwirtschaft, der Bundesverband Verbraucherzentralen und der Bauernverband. Neben dem Wirtschaftsministerium sind auch Umwelt, Verbraucher- und Verkehrsministerium beteiligt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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