Feinstaub ADAC will Umweltzonen kippen


Kaum ist die Umweltzone da, soll sie auch schon wieder weg - zumindest wenn es nach dem ADAC geht. Die Feinstaub-Belastung werde durch die neue Regelung nicht reduziert, so das Ergebnis eines Gutachtens, das der Automobilclub in Auftrag gegeben hat. Nun sollen die Gerichte entscheiden.

Der ADAC will die zum 1. Januar 2008 in Berlin, Hannover und Köln eingeführten Umweltzonen gerichtlich kippen, so Verbandssprecher Ralf Wittkowski im Interview mit stern.de.

Ein vom Automobilclub in Auftrag gegebenes Gutachten belege eindeutig, "dass Umweltzonen schlicht und ergreifend keinen Effekt erzielen" und "dass das eine Augenwischerei ist, die die Politik kennt". Der ADAC werde zwar nicht selbst klagen, "aber wir unterstützen das Vorgehen unserer Mitglieder, die davon betroffen sind, im Widerspruchsverfahren schon, und wir werden das auch im Klageverfahren unterstützen".

Berlin, Köln und Hannover haben mit Beginn des Jahres Autos mit hohem Schadstoffausstoß aus ihren Innenstädten verbannt, die zu "Umweltzonen" erklärt worden. Wer sein Auto nicht außerhalb der City abstellen möchte, muss eine von drei farbigen Feinstaub-Plaketten an die Windschutzscheibe kleben. Grün bedeutet sauber, gelb steht für mittelmäßig; Autos mit rotem Aufkleber sind gerade noch gestattet. Fahrzeuge, die keine Plakette erhalten, sind im City-Bereich von nun an verboten. Mit Hilfe der Plakettenpflicht wollen die Städte die Feinstaubbelastung in der Innenstadt senken. Denn die lag in den vergangenen Jahren vielerorts deutlich über dem EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.


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