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Führerschein mit 17: Nicht jeder will Teenies hinterm Steuer

Der "Führerschein mit 17" könnte bald in Deutschland selbstverständlich sein. Verena Opitz, Auszubildende aus Langenhagen bei Hannover, findet ihn "einfach klasse".

Der "Führerschein mit 17" könnte bald in Deutschland selbstverständlich sein. Verena Opitz, Auszubildende aus Langenhagen bei Hannover, findet ihn "einfach klasse". Für die 17- Jährige wäre die Fahrlizenz eine Erleichterung im Alltag: Die fünffache Europameisterin im Turnier-Angeln ist seit ihrem sechsten Lebensjahr jedes Wochenende auf den Autobahnen Europas unterwegs. "Mit dem Führerschein kann ich meine Mutter entlasten. Dann muss sie nicht jedes Wochenende bis zu zwanzig Stunden hinter dem Steuer sitzen."

"Persönlichkeitstest"

Skeptisch sieht das Ganze dagegen Herbert Wodrejebski von der "Euro-Drive"- Fahrschule in Hildesheim: "Manche Fahranfänger sind doch mit 18 oder 19 Jahren noch total überfordert. Wie sieht es dann erst mit 17 Jahren aus?" Für ihn wäre eine Art "Persönlichkeitstest" eine Alternative: "Da könnte kontrolliert werden, ob Einige überhaupt die nötige Reife haben."

Voraussetzungen für den Führerschein mit 17

FahrerBegleitperson
Ausbildung und Prüfung wie bisherMindestalter 30 Jahre
Teilnahme an einer 90-minütigen Einweisung – hier werden Hintergründe und Rollenverteilung detailliert besprochenTeilnahme an einer 90-minütigen Einweisung – hier werden Hintergründe und Rollenverteilung detailliert besprochen
Erwerb der Fahrerlaubnis der Klassen B und BE ab 17 Jahren – Fahren bis 18 Jahren nur in BegleitungSeit mindestens 5 Jahren ununterbrochen im Besitz der Fahrerlaubnis Klasse B oder Klasse 3 (alt)
Freiwillige fahrpädagogische BetreuungMaximal 3 Punkte im Verkehrszentralregister
Fahrleistung ca. 5.000 km in ca. 10 Monaten (Empfehlung)

Modellversuch in Niedersachsen

Dem "Führerschein mit 17" steht nichts mehr im Wege. "Es fehlt nur noch die Unterschrift des Bundesverkehrsministers", sagte Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche (FDP). Zuvor hatte die Ländermehrheit des Bundesrates Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) dazu aufgefordert, eine entsprechende Verordnung unverzüglich zu erlassen. Bisher hatte sich der Bund zwar geweigert, die notwendige Verordnung zu erlassen. Stolpe hatte jedoch öffentlich erklärt, er werde den Ländern keine Steine in den Weg legen. Ein Modellversuch in Niedersachsen soll Anfang 2004 starten.

In die Fahrschule mit 16

Künftig kann man den Plänen zufolge schon mit 16 die Fahrschule besuchen und die Prüfung ablegen; ans Steuer dürfen Fahrer mit 17. Voraussetzung ist ein erwachsener Begleiter, der den Anfängern mit Tipps zur Seite stehen soll. Dieser muss mindestens 30 Jahre alt sein, den Führerschein seit mindestens fünf Jahren ohne Unterbrechung besitzen und nicht mehr als drei Punkte in der Flensburger Sünderkartei haben. Zudem soll der Begleiter an einer 90-minütigen Einweisung teilnehmen.

Die Begleitperson soll:Kommunikationspartner für den Fahrer vor, während und nach der Fahrt seinRaum lassen für selbstständige Fahrentscheidungen des FahrersSich beschränken auf gelegentliche Hinweise, aber nicht in die Fahrentscheidungen und Fahrmanöver eingreifenAntworten auf Fragen des Fahrers gebenDen Fahrer bezüglich sinnvoller Strecken beraten

Ziel des Führerscheines mit 17 ist es, den jungen Fahrern mehr Praxis zu geben und das Unfallrisiko der jungen Autofahrer zwischen 18 und 20 Jahren zu senken. Alleine im Jahre 2001 waren laut Statistischem Bundesamt 25 Prozent aller tödlich Verunglückten Fahranfänger.

Fahrlehrer Armin Bosse von der "drive and fun"-Fahrschule in Celle steht dem Führerschein mit 17 verhalten gegenüber: "Sobald kein Beifahrer mehr daneben sitzt, legen Fahranfänger ein aggressiveres Fahrverhalten an den Tag."

Was passiert wenn...

Bei Vorsatz (z.B. Fahren ohne Begleiter)
Widerruf der Fahrerlaubnis
150 EUR Bußgeld
4 Punkte im Verkehrszentralregister

"Der Aufwand ist uns zu groß"

Bei der betroffenen Altersgruppe der 16-bis 17-Jährigen findet die Idee unterschiedlichen Anklang. Thomas Cluesmann würde "sofort den Schein machen, wenn es möglich ist". Für den 16 Jahre alten Schüler aus Hannover ist die Vorfreude auf die neue Mobilität groß. Gesa Scheffel und Johanna Nasner haben sich schon bei ihrer Fahrschule kundig gemacht. "Aber der Aufwand ist uns zu groß", sagen die beiden 16-jährigen Schülerinnen aus Hannover. "Wir wollen warten, bis wir 18 sind."

Markus Hauke, dpa / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.