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Kleinwagenmarkt: Die Großen ringen um die kleinen Kisten

Aus dem ehemaligen Premium-Zweikampf zwischen Mercedes-Benz und BMW ist längst ein Dreikampf geworden. Audi drängt vehementer denn je nach vorn. Am heißesten geht es in den nächsten Jahren unterhalb der Mittelklasse zu.

Das große Geld wird in der Premiumliga mit Modellen wie A4/A6, 3er/5er oder E- und S-Klasse verdient. Dazu kommen schicke SUV jeder Baugröße, sowie die Luxus- und Sportwagenliga. Doch gerade bei Kleinwagen und in der Kompaktklasse wollen Audi, Mercedes und BMW Akzente setzen und gegeneinander deutlich stärker in Szene setzen. Es geht um neue, möglichst jüngere und finanzstarke Kunden, die nicht auf den Cent schauen. Noch ist der Vorsprung von BMW bei den kleineren Modellen deutlich. Doch die Münchner ruhen sich nicht aus. Das Citymodell mit dem internen Namen Project-i ist längst beschlossene Sache. Die Entwicklung en Elektrokleinwagens zusammen mit Partner Bosch läuft auf Hochtouren. Derweil sonnt man sich im Verkaufserfolg des neuen BMW X1, der ohne Premiumkonkurrenz prächtig gestartet ist. Noch in diesem Herbst kommt der größere Brüder, der neue BMW X3, auf den Markt, der zukünftig ebenfalls wie die anderen größeren SUV in Spartanburg/USA produziert wird.

Der aktuelle 1er läuft zufriedenstellend und der Mini ist für BMW deutlich mehr als ein Ergänzungsmodell nach unten. Im kommenden Jahr bringt BMW den neuen 1er BMW als Fünftürer. Der soll mit seinem Hinterradantrieb sportlich motorisiert bleiben, jedoch komfortabler sein. Dreitürer, Coupé und Cabriolet folgen ab 2012. Das Jahr 2010 wird für BMW-Tochter Mini besonders wichtig. Der schnittige Mini-Flitzer aus Oxford spülte in den letzten Jahren nicht nur jede Menge Geld in die bayrischen Kassen, sondern auch gern gesehenes Image. Die Minis gelten als Kultmodelle und die Konkurrenz schaut in die Röhre. Jetzt kommt mit dem Countryman ein Modell, das Audi und Mercedes mit einer Länge von fast 4,10 Meter, Allradantrieb und Platz für vier bis fünf Personen weh tun könnte.

Das wird jedoch nicht lange so bleiben. Audi bringt in diesem Jahr den lang ersehnten A1 auf den Markt. Er wird mit Turbomotoren und schmuckem Äußerem Druck auf die Minis machen. Technisch basiert der A1 auf der Plattform des VW Polo. Auch Motoren und Getriebe kommen von der Wolfsburger Konzernmutter. Das spart Kosten und nutzt die teuren Entwicklungsressourcen doppelt. Der A1 kommt mit modernen Benzin- und Dieselmotoren; doch auch als S-Sportversion und mit Hybridmodul. Neben dem A1 der auf dem Genfer Salon seine Premiere feiern wird, wird Audi bis 2012 auch den A3 auf Vordermann bringen. Die Technik orientiert sich ebenso wie die Plattform stark an der nächsten Golf-Generation VII. Alle Motoren bekommen Turboaufladung, Direkteinspritzung und Komponenten aus Audis neuem Effizienzbaukasten. Hybridisierung und Elektrifizierung keinesfalls ausgeschlossen. Hoch sind auch die Erwartungen an den neuen Kompakt-SUV Audi Q3, der ab Ende 2011 im Seat-Werk Martorell bei Barcelona produziert wird und dem BMW X1 hinterher eilen soll.

Neue B-Klasse

Auch bei Mercedes ist es um ein dynamisches Einstiegsmodell bisher nicht zum Besten bestellt. A- und B-Klasse haben seit Marktstart und Elch-Knick ein Senioren-Image und spielen in einer völlig anderen Liga als BMW 1er, Mini Cooper und der neue Audi A1. Doch die Fehler sind erkannt und so soll die nächste Generation A- und B-Klasse deutlich jüngere Kunden zu Mercedes spülen.

Nicht so recht vorwärts geht es in Sachen Smart. Fest steht, dass es einen neuen Smart Fortwo geben soll. Doch außer einer müden Modellpflege im kommenden Sommer ist bisher über eine konkrete Zukunft nichts entschieden. Die Designpläne sind längst fertig, doch die dritte Smart-Generation dürfte kaum vor 2013 kommen. Dann jedoch mit einem Kooperationspartner und mit weiteren Derivaten wie einem Viertürer und dem seit langem in der Schublade befindlichen Crossover im Micro-Format. Ein erster Lichtblick im Hause Mercedes sollte jedoch die neue B-Klasse sein, die im Herbst 2011 vorgestellt wird. Sie ist aufgrund der fehlenden Sandwichbauweise nicht mehr derart hochbeinig und soll sich näher am deutschen Bestseller VW Golf orientieren. Ein Ableger der B-Klasse soll auch der neue BLK sein, der mit Allradantrieb gegen Audi Q3 und den bereits jetzt enteilten BMW X1 fährt. Neben der vanartigen Mercedes B-Klasse ist zudem ein Coupé in Planung. Hybrid- und Elektroversionen sollen folgen und selbst die Brennstoffzelle F-Cell ist auch für einen Serieneinsatz noch nicht abgeschrieben.

Lexus greift an

Nicht ganz vergessen sollte man im Premium-Dreikampf der Kleinwagen von Lexus. In den USA hat die szenige Toyota-Marke "Scion" bereits einen Ruf ähnlich dem europäischen Mini. Das will Lexus zukünftig auch nach Europa tragen. Toyotas Nobel-Ableger will trotz bislang überschaubarer Verkaufserfolge außerhalb der USA zukünftig eine größere Rolle als Konkurrent von Audi, BMW und Mercedes spielen. Konzentrierte man sich hier bislang in erster Linie auf große Limousinen (LS/GS) oder den in den USA durchaus erfolgreichen SUV namens RX 450h, so will Lexus gerade unterhalb des aktuellen Mittelklassemodells IS etwas bewegen. Die mehrfach gezeigte Studie des Lexus LF-Ch gibt einen Eindruck, wohin die Reise gehen soll – sportlich, kompakt und modern.

Woher kommt die Aufregung?

Aber warum konzentrieren sich alle Premium-Hersteller auf kleine Wagen? Sie sind wichtig, um die Marke jünger zu machen. Denn mit ihnen greifen die Marken nach markenbewussten Aufsteigern. Und nebenbei halten sie auch ältere Aussteiger bei der Stange. Weiterhin sind die Winzlinge im Flottenmix wichtig, denn sei drücken den Flottenverbrauch gewaltig nach unten. Und verhelfen den Herstellern zu signifikanten Stückzahlen. Und nicht zuletzt kann man an den kultigen Edel-Minis doch prächtig Geld verdienen. Bei den Einsteigermodellen bleibt wenig in der Firmenkasse. Aber die Premiumkunden sind keineswegs so sparsam, wie gewöhnliche Kleinwagenkäufer. 1er Coupé und Cabrio von BMW laufen bei Preisen von 30.000 Euro so langsam warm, mit sechs Zylindern wechseln aber über 40.000 Euro den Besitzer.

Stefan Grundhoff/Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.