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Kooperationen: Es dieselt kreuz und quer

Beim Dieselmotorenbau geben die Hersteller derzeit mächtig Gas. Deutsche Autobauer, allen voran BMW, Mercedes und Volkswagen, jagen ihre Triebwerke von einem PS-Rekord zum nächsten

Beim Dieselmotorenbau geben die Hersteller derzeit mächtig Gas. Deutsche Autobauer, allen voran BMW, Mercedes und Volkswagen, jagen ihre Triebwerke von einem PS-Rekord zum nächsten - 400 PS werden wohl bald verfügbar sein. Die Konkurrenz lässt es da ruhiger angehen. Fiat konzentriert sich als Common-Rail-Pionier darauf, die Technik nun auch im Kleinwagensegment zu etablieren und kooperiert mit dem Anteilseigner General Motors. Technik-Partner sind Isuzu, Saab und Opel. Durch den regen Technologietransfer sparen Autohersteller immense Entwicklungskosten, die sonst in die neue Technologie investiert werden müssten. Der Aggregatezukauf oder -tausch hilft zudem, schnell mit der gefragten Technik in allen Segmenten präsent zu sein.

Triebwerk wechsle dich

Und so bleibt auch Mercedes nicht auf seinen CDI-Triebwerken sitzen. Die Nobelmarke hilft dem Jeep Cherokee aus der Patsche. BMW versorgt Opel mit einem Sechszylinder-Diesel für den Omega und stattet Rover mit Vierzylinder-Triebwerken aus. Bei Volkswagen ist der Fall einfach gelagert: Wolfsburg entwickelt TDI-Triebwerke für die Konzerntöchter Audi, Seat und Skoda. Die sparsamen Diesel finden sich auch in Booten und gepanzerten Fahrzeugen der Bundeswehr.

Problem: USA und Japan

Problem der japanischen Hersteller war bislang, dass Dieselmotoren in ihrem Heimatland in Pkws verpönt sind und die USA,als wichtigster Exportmarkt, wegen billiger Spritpreise keinen Wert auf den Selbstzünder legen. In Japan gelten Diesel sogar als unrein. Und so wird, wenn überhaupt, nur für Europa konstruiert. Das erklärt auch, warum Subaru immer noch ohne Diesel der Kundschaft hinterher fährt. Selbst der Welt größter Motorenhersteller Honda wird erst im Herbst 2003 einen komplett selbst entwickelten Diesel präsentieren. Die bislang verwendete Technik basiert auf überarbeiteten Isuzu-Triebwerken. Toyota verfügt inzwischen in jeder Klasse über entsprechende Triebwerke und rüstet mit dem 1,4-Liter D-4D demnächst sogar den kultigen Mini aus. Nissan hilft die Allianz mit Renault, sich als die japanische Marke mit der größten Dieselmotorenpalette zu präsentieren.

Ein Diesel bei Porsche?

Der koreanische Autobauer Hyundai und Konzerntochter Kia greifen ebenfalls auf gemeinsame Triebwerke zurück, die allerdings selbst entwickelt werden. Von Kooperation ist auch das Verhältnis von Ford und dem PSA Konzern von Peugeot und Citroen geprägt. Ein 1,4-Liter Common-Rail-Vierzylinder ist das erste Ergebnis der Zusammenarbeit. Später werden sogar Sechszylindervarianten folgen. Ford-Tochter Volvo leistet sich als so genannte Premiummarke im Konzern bislang den Luxus, den eigenen Fünfzylinder-Diesel ausschließlich selbst zu verwenden. Die Entwicklung macht auch vor Porsche nicht halt. Unklar ist derzeit nur, ob unter der Haube des Geländewagens Cayenne bald ein V8 aus Ingolstadt oder der Zehnzylinder-TDI aus Wolfsburg seine Bärenkräfte entwickeln wird.

Holger Schilp, planbar

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.