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Opel auf dem Genfer Salon: Stromstoß am offenen Grab

So einem Messeauftritt wie in Genf hat das Haus General Motors wohl zum letzten Mal erlebt. Der Autozombie Saab zeigt knuffige Elche, die Hummer brummen und Opel versucht sich als Pionier der Elektromobilität.

Genf hat sich in den letzten Jahrzehnten als noble Messe der exklusiven Studien und Kleinserienhersteller einen Namen gemacht. Man war nicht so groß wie Frankfurt und nicht so richtungsweisend wie Detroit; doch bei Fahrzeugen, Hostessen und Messeständen durfte es am elitären Genfer See gerne ein bisschen mehr sein. Da macht der GM-Konzern, seit Jahren im ersten Stock an prominenter Stelle auf der Schweizer Leistungsschau platziert, keine Ausnahme. Dieses Jahr war alles etwas dezenter, die Neuheiten dünner und die von GM Europe beauftragten Messebauer hatten deutlich weniger Budget. Alles drehte sich um den Opel Ampera, den beblitzten Zwilling des gefühlte tausend Mal durchs Mediendorf getriebenen Chevrolet Volt. Der helle lackierte Bolide wirkte in den Scheinwerferfluten nach der überfüllten Pressekonferenz jedoch allzu verloren und erfreute sich bei den Fachbesuchern nur einer geringen Aufmerksamkeit.

Das Ende vor Augen

Es gibt bei General Motors und insbesondere auch bei Opel derzeit wichtigere Themen als den Genfer Salon und die neuen Produkte. „Eine Pleite ist nicht auszuschließen", gestand der Präsident von GM Europe, Carl-Peter Forster, der „Bild“-Zeitung. Wenn es kein Geld vom Staat gebe, sei die Tochter des angeschlagenen US-Konzerns General Motors in einer ganz schweren Situation. Hätte man das Dilemma früher absehen können - man hätte den Stand fraglos deutlich mehr gestutzt. Ob die Messeauftritte von Nebendarstellen wie Hummer, Cadillac oder Saab in dieser Form sein mussten, kann dahingestellt bleiben. Die Neuheiten waren dünner denn je. Ampera, Ampera und nochmals der elektrifizierte Ampera. Auch der Blitz im Kühlergrill macht das Elektromobil nicht zu einem Schönling; wenngleich die Anleihen an die viel beachtete GTC-Studie von vor zwei Jahren deutlich zu erkennen sind.

Marktziel verfehlt

So reichte es auch auf dem Messestand von Opel für den überaus erfolgreich gestarteten Insignia nur für einen Platz am Rande. Der ist auf dem Genfer Salon erstmals als Kombiversion Sports Tourer zu sehen. Hübsch anzuschauen allemal und praktisch sowieso. Doch die guten Modellnachrichten in Sachen Opel interessieren angesichts der düsteren Rahmenbedingungen auch auf einer Automesse wie dem Genfer Salon kaum jemanden. Im Februar verkaufte Opel in Deutschland gut 22.000 Wagen und damit 4,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Allerdings wuchs Opel damit langsamer als der Gesamtmarkt, der durch den von der Verschrottungsprämie ausgelösten Kaufansturm um 21,5 Prozent zulegte und damit das höchste Absatzniveau in einem Februar seit zehn Jahren erreichte.

Noch bitterer sieht es am Saab-Stand aus, wo die blonde Messehostess ein paar Meter weiter eifrig noch einen schwedischen Elch ins rechte Licht rückt. So wie auf dem Genfer Salon 2009 wird man die General-Motors-Töchter in Zukunft wohl nur noch selten zu Gesicht bekommen. Die Zukunft von Saab scheint ungewiss und dass GM sich weltweite Messeauftritte von Kleinstmarken wie Hummer oder Cadillac noch erlauben kann, erscheint unwahrscheinlich. Man darf auf die nächsten wichtigen Messen in New York (Anfang April) und Frankfurt (September) gespannt sein.

Stefan Grundhoff

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.