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Ratgeber: Versicherungsschutz bei Probefahrten

Eine Probefahrt mit einem zugelassenen Gebraucht- oder Neuwagen ist grundsätzlich versichert. Es gibt jedoch Ausnahmen, die sowohl Käufer als auch Verkäufer teuer zu stehen kommen können.

Bei der Probefahrt auf Nummer sicher gehen: Nur in zugelassenen Fahrzeugen fahren

Bei der Probefahrt auf Nummer sicher gehen: Nur in zugelassenen Fahrzeugen fahren

Egal, ob das Fahrzeug nun vom Händler oder einem privaten Verkäufer angeboten wird, eine Probefahrt sollte ausschließlich mit zugelassenen Fahrzeugen erfolgen. Mit einer Anmeldung für den Straßenverkehr sind Pkw automatisch auch haftpflichtversichert. Dadurch sind alle Schäden, die Dritten zugefügt werden, gedeckt. Dieser Versicherungsschutz besteht auch bei Kurzzulassungen, die an einem roten Nummernschild zu erkennen sind.

Für Schäden am Fahrzeug kommt entweder die Vollkaskosversicherung oder der jeweilige Halter auf. Bei Unfällen, die vom Fahrer beispielsweise aufgrund von Alkohol am Steuer oder einer stark überhöhten Geschwindigkeit selbst verschuldet sind, kann der Kfz-Versicherer allerdings die Leistung verweigern oder einschränken. In einem solchen Fall wird der Fahrer für den entstandenen Schaden zur Kasse gebeten, ebenso bei einer gegebenenfalls anfallenden Selbstbeteiligung.

Unbedingt absichern

Eine abweichende Regelung zur Schadensregulierung kann zwischen dem Anbieter des Fahrzeugs und dem Tester individuell getroffen werden. Hierbei sollte man auf eine entsprechende Niederschrift und Unterzeichnung von beiden Vertragsparteien achten, um bei späteren Streitigkeiten einen offiziellen Beleg für die Vereinbarungen zu haben. Fehlt dieser, steht bei einem Gerichtsprozess mitunter Aussage gegen Aussage - und es gelten dann wieder die gesetzlich bestimmten Regeln.

Außerdem sollte sich der Verkäufer vom Interessenten unbedingt einen Personalausweis und einen gültigen Führerschein zeigen lassen. Denn lässt der Fahrzeughalter einen Kunden ohne gültige Fahrerlaubnis ans Steuer, kann er den Versicherungsschutz der Kaskoversicherung verlieren. Die Kfz-Haftpflicht hat einen Regressanspruch von bis zu 5000 Euro. Mit den entsprechenden Dokumenten bekommt der Verkäufer darüber hinaus Aufschluss über die Identität des potenziellen Käufers. Kommt er mit dem Fahrzeug nicht mehr von der Probefahrt zurück, kann so Strafanzeige erstattet werden. Wer den Ausweis bis zur Rückgabe des Autos behält oder gar mit auf Testtour geht, ist auf der sicheren Seite.

Benjamin Palm/GLP
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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