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Vergleichsfahrt: Treffen der Generationen

Auto, Urlaub... da war doch was. Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Eine Idee, der auch Kollegen etwas abgewinnen können. Also, zu sechst ins Ferienhäuschen nach Süd-Frankreich. Transportmittel: ein brandneuer Fiat Ulysse sowie der bereits seit sechs Jahren erhältliche Seat Alhambra.

Auch ein Auto-Redakteur braucht Urlaub. Auto, Urlaub... da war doch was. Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Eine Idee, der auch Kollegen etwas abgewinnen können. Also, zu sechst ins Ferienhäuschen nach Süd-Frankreich. Transportmittel: ein brandneuer Fiat Ulysse sowie der bereits seit sechs Jahren erhältliche Seat Alhambra.

Theoretisch lassen sich mit diesem Gespann fünfzehn Personen transportieren - inklusive Handgepäck. Wer neben der Reisegarderobe auch noch reichlich Verpflegung, Aktivitätsgerät und diverse Notfall-Utensilien (Sonne, Küche, Reinigung) mitnehmen möchte, muss die Zahl der Mitreisenden oder die Menge der Sitze verringern. Beides lässt sich auch prima miteinander kombinieren.

Die Vorbereitung

So geschehen bei unserem Erstankömmling, dem großen Fiat. Serienmäßig hat der Ulysse in der mittleren Ausstattungsversion "Emotion" Platz für acht Personen. Zwei auf den Vordersitzen, und je drei auf den hinteren Sitzplätzen. Dabei müssen sich die Gäste ganz hinten mit einer Sitzbank begnügen, während man eine Reihe davor auf einstellbaren Einzelsitzen reisen darf.

Alhambra oder Ulysse - welcher der beiden Kontrahenten ist Ihr Favorit?

Das reicht für die komplette Handballmannschaft des Juniors, allerdings ohne die dazugehörigen Sporttaschen. 324 Liter Stauraum sind ein Witz. Für längere Urlaubsfahrten ungeeignet. Also, raus mit der Sitzbank. Dank zweier Schiebtüren sind zumindest die Vorbereitungen der Umbauarbeiten kein Problem. Die Einzelsitze in der zweiten Reihe lassen sich auf Gleitschienen nach vorne schieben, das bringt Bewegungsfreiheit.

Während man sich also darüber freut, dass man sich bei der Bauerei nicht unnötig verbiegen muss, gestaltet sich der handwerkliche Teil der Aktion wesentlich umständlicher. Der Grund: die Angaben der Bedienungsanweisung. Zwar ist der Ausbau der Sitzbank schön anschaulich in kleine Schritte zerlegt und ganz gut erklärt - allerdings haben die Fiat-Leute dabei diverse Hebel, Laschen und Schlaufen vertauscht. Bei unserem Versuch, die Sitzbank streng nach Anleitung aus dem Ulysse zu bekommen, tat sich zunächst nichts. Dabei ist es eigentlich simpel: Sitzbank zusammenklappen und nach vorne drücken, dann möglichst gleichzeitig an zwei kleinen Hebeln ziehen und schon springt die gesamte Konstruktion aus den im Boden eingelassenen Führungsschienen. Den richtigen Hebel findet man nur, wenn man sich nicht an die Anleitung hält.

Die lose Sitzbank aus dem Auto zu bekommen, ist einfach - so man sich zu zweit an die Arbeit macht. Für einen Durchschnitts-Europäer allein ist das Riesending zu schwer und zu unhandlich.

Die Mühe lohnt sich. Nach dem Ausbau bleibt ein wirklich beeindruckender Kofferraum (830 Liter), der auch große Hartschalen-Koffer nicht fürchten muss. Dass sich bei der Arbeit in der prallen Sonne diverse Klappen und Abdeckungen im Innenraum verzogen und teilweise sogar aufsprangen, ist beim günstigen Anschaffungspreis des Ulysse (29.900 Euro) zu verschmerzen, aber ärgerlich.

Ganz anders der Seat. Platz gibt's serienmäßig nur für fünf, dafür aber auch von Anfang an einen vernünftigen Kofferraum (852 Liter). Eine dritte Sitzreihe kostet Aufpreis und bringt lediglich Platz für zwei Passagiere. Große Umbaumaßnahmen sind unnötig. Die drei Einzelsitze im Fond sind leicht zu verschieben und lassen sich, wie im Fiat, bei Bedarf umklappen. Schiebetüren sind allerdings nicht mal für Geld und gute Worte zu bekommen. Das Einsteigen ist durch die normalen Türen nicht wirklich umständlich, an den Komfort des Fiat kommt der Seat allerdings so nicht heran. Ganz zu schweigen vom praktischen Vorteil der Schiebetüren in engen Parklücken. Ein obligatorisches "Vorsicht mit den Türen" kann man sich beim Italiener sparen. Das schont Haftpflichtversicherung und Nerven des Autobesitzers.

Das Design

Obwohl Ulysse und Alhambra zur gleichen Fahrzeug-Kategorie gehören, könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Hier der sportliche, flach wirkende Klassen-Primus Alhambra, auch besser bekannt als Ford Galaxy und VW Sharan. Dort der optisch wuchtigere und moderne Ulysse, der sich seine Plattform mit Peugeot 807 und Lancia Phedra teilt. Eineiige Drillinge, mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht.

Seit über acht Jahren wird der Alhambra gebaut, als kostengünstige Alternative zum VW Sharan. Mehr als ein kosmetisches Facelift bekam der Seat-Van seither nicht spendiert. Warum auch. Die identischen Drillinge sind beliebt. Als Neuwagen und erst recht als junge Gebrauchte. Damals wie heute profitiert der Alhambra von seinem großzügigen Raumangebot, gepaart mit dem Fahrgefühl eines wendigen VW Golf. Der ideale Kompromiss für alle Papis, deren sportlicher Flitzer Kindersitz, Buggy und Pampers-Packung weichen musste.

Unser Alhambra passt genau ins Bild. 130 Turbodiesel-PS, schicke 17-Zöller in den Radhäusern und eine sportliche Fahrwerksabstimmung. Im Innenraum dezente schwarze Bezüge, viele elektrische Helfer, Navigationssystem, Tempomat und im Kofferraum ein Sechsfach-CD-Wechsler. So lässt sich's leben. Und reisen. Überraschungen? Keine. Der Seat ist ein VW, und das soll man auch sehen. Trends haben bei den Wolfsburgern selten eine Chance. Wahrscheinlich gibt es deshalb am Alhambra auch heute noch kaum etwas zu meckern. Aber eben auch kaum etwas zu bestaunen.

Ganz anders der Fiat Ulysse. Als Ableger der Fiat/Peugeot-Zweckehe steht er für die jüngste aller Minivan-Generationen. Modernes mutiges Design, technische Spielereien und viele Versuche, eigene Wege zu gehen. Optisch distanziert sich der Ulysse deutlich vom Alhambra. Der Fiat ist mehr Van als sportlich kompaktes Multifunktionsmobil. Ein Ulysse will bestiegen werden wie ein kleiner LKW, während man sich in den Alhambra ein Stück hinabgleiten lässt wie in einen PKW.

Testwagen: Fiat Ulysse 2.2 JTD Emotion

Grundpreis29.900 Euro
Alufelgen inkl. Reifendrucksensor640 Euro
Laderaumabdeckung90 Euro
Metalliclackierung540 Euro
Alarmanlage mit Innenraumüberwachung290 Euro
Xenon-Scheinwerfer inkl. Scheinwerferwaschanlage690 Euro
Lederlenkrad und - schaltknauf170 Euro
Tempomat270 Euro
Sitzheizung vorne150 Euro
Parksensoren300 Euro
CD-Wechsler360 Euro
Sonnenrollos90 Euro
Navigationssystem1.150 Euro
3. Sitzreihe230 Euro
Testwagenpreis

Die Ausstattung: komplett. Aluräder, Navigationssystem, Tempomat, integriertes Telefon, Sechsfach-CD-Wechsler, Klima-Automatik und vielfach verstellbare Einzelsitze in der zweiten Reihe. Unter der Haube ein 128 PS starker Common-Rail-Turbodiesel des Kooperationspartners Peugeot. Als Zugabe ein ungewöhnliches, aber attraktives Innenraum-Design. Tacho, Drehzahlmesser und Multifunktionsdisplay sind mitten auf dem Armaturenbrett angeordnet, unter einem Bügelbrett-großen geschwungenen "Flügel", der die Instrumente vor Sonneneinstrahlung schützt. Geschaltet wird mit einem Schaltknüppel, der aus der Mittelkonsole ragt. Über einen kleinen Joystick und große Funktionstasten wird das zentrale Informationssystem des Wagens gesteuert. Da hat man in Frankreich und Italien "Nachhilfe" bei BMWs "iDrive" und Audis "MMI" genommen.

Die Praxis

Für welches Fahrzeug-Konzept man sich nun begeistert, ist wie so oft eine Frage persönlicher Vorlieben. In der Praxis konnten beide Test-Kandidaten überzeugen. Sportlich und immer einen Tick schneller, der Seat; komfortabel und in allem etwas gemütlicher, der Fiat. Leichte Vorteile für den Alhambra, weil er sich zudem einen Schluck weniger Diesel genehmigt. (6,2 zu 7,4 Liter). Umweltschonender ist man mit dem Ulysse unterwegs. Entwicklungspartner Peugeot liefert zusätzlich zum starken 2,2 Liter-Diesel auch gleich noch den passenden Ruß-Partikelfilter (FAP).

Die Panne

Bis zum Rastplatz "Remscheidt" bei Köln liegen beide Reisemobile in der Gunst ihrer Passagiere gleich auf. Subjektiv wie objektiv. Dann stellt sich der Seat selbst ein Bein. "Die Lenkung ächzt und rumpelt", muss eine Kollegin während eines kurzen Zwischenstopps berichten. Die typische Reaktion eines Mannes? Frau am Steuer... Dann der Selbsttest. Tatsächlich quiekt die Servolenkung unseres Spaniers ab einem bestimmten Lenkwinkel wie ein asthmatischer Esel. Wieder ein Vorurteil, das flöten geht. Eigentlich haben wir ähnliche Zickereien vom Fiat erwarten. Sie wissen schon, die Sache mit den "Fehlern In Allen Teilen" (FIAT).

Technische Daten Fiat Ulysse

Motor

Vierzylinder Common-Rail-Turbodiesel mit Rußpartikelfilter

Hubraum

2.179 ccm

Leistung

128 PS / 94 kW

Länge/Breite/Höhe

4.719/ 1.863/ 1.752 Millimeter

Leergewicht

1.783 Kilo

Bremsen

Scheibenbremsen rundum, ABS, EBD serienmäßig

0-100 km/h

12,6 Sekunden

Höchstgeschw.

182 km/h

Durchschnittsverbr.

7,4 Liter

Kein Grund, die gute Stimmung aus dem Fenster zu werfen. Schließlich sind alle Presse-Testwagen nur wenige tausend Kilometer alt und ideal in Service- und Garantie-Programme der Hersteller eingebettet. Die Panne nutzen, diesen Einrichtungen auf den Zahn zu fühlen? Abseits der blumigen Presse-Texte? Ein verlockender Gedanke!

"XXL-Service" heißt die Nummer gegen Kummer bei Seat. Dahinter verbirgt sich zunächst eine Callcenter-Stimme, die auch dienstags um 21:45 Uhr unfassbar freundlich klingt. Nach kurzer Schilderung des Problems und Angaben zu Fahrer und Fahrzeug die Information: "ein Seat-Service-Techniker wird sich in ungefähr fünf Minuten mit Ihnen in Verbindung setzen. Danke für den Anruf beim Seat-Service". Keine Ursache.

Fünf Minuten später klingelt tatsächlich das Telefon. Besagter Techniker hört sich das Problem an und urteilt, dass er sich unseren Alhambra gerne ansehen möchte. Die Anfahrt würde allerdings 45 Minuten dauern. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Immerhin hält sich der gute Mann an seine Zeit-Vorgaben und taucht genau 50 Minuten später mit einem Service-Alhambra auf. Ein kurzer Blick unter Motorhaube und Fahrzeug, dann steht die Diagnose: Servolenkung undicht. "Wie groß ist die Chance, dass wir damit in Bordeaux lebend ankommen?" "Sehr hoch", beruhigt uns Dr. Seat. Im schlimmsten Fall könne die Servolenkung ausfallen, mehr nicht.

Von der uns zustehenden Nacht im Hotel und der ambulanten Behandlung unseres Fahrzeugs in der nächstliegenden Werkstatt rät der Profi im Seat-Blaumann ab. "Da würden Sie hier mindestens zwei Tage festhängen". Statt dessen der Tipp, unseren verwundeten Seat im Urlaubsland versorgen zu lassen. "Der Service-Schutzbrief gilt in ganz Europa". Sprach's und drückt uns einen Kanister Servo-Flüssigkeit in die Hand. "Ab und zu nachfüllen, dann kommen Sie gut nach Frankreich". Kompetenz und Sinn für die Sorgen und Nöte seiner Kunden. Bei McDonald's hätte man den Mann längst als "Mitarbeiter des Monats" verewigt.

1.000 Kilometer und gut zwei Liter grünes Servo-Öl später: die Erlösung. Ferienhaus in Sicht, Reparatur der Lenkung absehbar. In einer französischen Werkstatt. Dabei helfen soll wieder die nette Callcenter-Stimme. "Wo sind Sie gerade, Herr Knecht?" "In Frankreich, kurz vor Bordeaux", die ehrliche Antwort. Schweigen. Enttäuschenderweise hält die Sprachlosigkeit unseres Telefonisten nur kurze Zeit. Schnell kommt eine offensichtlich gut durchdachte Notfall-Routine ins Laufen. "Wo sind Sie genau, was ist das Problem, welche Leistungen möchten Sie in Anspruch nehmen". Alles kein Problem. "Ein Techniker wird sich in wenigen Minuten mit Ihnen in Verbindung setzen. Danke für den Anruf beim Seat-Service". Da nicht für.

Die Erstversorgung

Knapp zehn Minuten später meldet sich die bekannte Callcenter-Stimme erneut. "Nur noch einige Rückfragen, damit die Kollegen in Frankreich das Fahrzeug auch erkennen". Wenn's weiter nichts ist. "Vielen Dank für den Anruf beim Seat-Service". Ja doch!

Testwagen: Seat Alhambra 1,9 TDI Sport

Grundpreis29.940 Euro
Metallic-Lackierung510 Euro
CD-Wechsler410 Euro
Elektrik-Paket730 Euro
Kopfairbag585 Euro
Navigationssystem inkl. Climatronic3.070 Euro
Technik-Paket920 Euro
Testwagenpreis

Der dritte Anruf bringt knapp 30 Minuten später die erlösende Botschaft: "Ihr Wagen wird in ungefähr 45 Minuten abgeholt und zur nächstliegenden Seat-Vertragswerkstatt gebracht". Respekt, das geht schnell. Vielen Dank für den Anruf beim Seat-Service". Schluss jetzt!

Sie sind verflucht fix, die französischen Abschleppwagen. Kaum 15 Minuten später hupt es vor dem Haus. Der Fahrer des ältlichen Mercedes-Abschleppwagens verliert nicht viel Zeit und noch weniger Worte. Letzteres hätte auch keinen großen Sinn gehabt. Als selbstständiger Abschlepp-Unternehmer spricht man in Frankreich französisch. Mit den Angelsachsen hat man es hier nicht so. Erst recht nicht mit der dazugehörenden Sprache. Also, Verständigung mit Händen, Füßen und dem, was von fünf Jahren Französisch-Unterricht übrig geblieben ist.

"Bonjour!". Klingt gut, und ist eigentlich nie falsch. "Bonngschur", antwortet der Hinterkopf des braungebrannten Männleins, während sich die Vorderseite des Eingeborenen am Abschlepphaken des Seat zu schaffen macht. So langsam macht sich Panik breit. Ein Franzose, der kein Wort Englisch spricht (oder sich keine Mühe gibt, es zu tun) und keine Anstalten erkennen lässt, sich wenigstens den näselnden Akzent der Gegend rund um Bordeaux zu verkneifen. Das hat man also davon, wenn man beim Absetzen des Notrufes deutlich darauf hinweist, dass die eigenen Französisch-Kenntnisse lediglich dazu ausreichen, eine Flasche Wein zu bestellen...

Technische Daten Seat Alhambra

Motor

Vierzylinder Turbodiesel mit Pumpe-Düse-Direkteinspritzung

Hubraum

1.896 ccm

Leistung

130 PS / 96 kW

Länge/Breite/Höhe

4.634/ 1.810/ 1.762 Millimeter

Leergewicht

1.666 Kilo

Bremsen

Scheibenbremsen rundum, ABS, EBV serienmäßig

0-100 km/h

12,8 Sekunden

Höchstgeschw.

188 km/h

Durchschnittsverbr.

6,2 Liter

Der Abschlepp-Franzose lässt sich davon nicht beeindrucken. Per Knopfdruck setzt sich der angeschlagene Seat in Bewegung und wird auf die Ladefläche des Abschleppwagens gezogen. Der Mann weiß offensichtlich, was zu tun ist. Trotzdem will er wissen, wo denn das Problem liege? Vor lauter Verzweiflung drücke ich ihm den Kanister mit dem Nachfüll-Öl in die Hand, das uns der Techniker in Deutschland überlassen hat. Oder hätten Sie gewusst, was Servolenkung auf Französisch heißt? Die dreisprachige Beschriftung bringt den Durchbruch. Er lacht, zeigt auf die Vorderachse und imitiert Lenkbewegungen. Non-Verbale Kommunikation ist einfach toll...

Bevor er in sein Führerhaus steigt, erklärt er noch lang und breit, wo er unser Auto denn nun hinzubringen gedenkt. "Nachbarort", "Seat" und wir sollen anrufen. Telefonnummer? Fehlanzeige. Vive la France...

Einen Tag später stehen wir im nagelneuen Verkaufsraum des Seat-Händlers, der sich unseres Alhambras angenommen hat. Ein kleiner Showroom, blitzsauber, von einer Klimaanlage auf eine erträgliche Temperatur heruntergekühlt, moderne Werbeplakate und Flachbildschirme an allen Ecken und Enden. An so einer Ausstattung hätten auch deutsche Seat-Händler ihre Freude.

Die Chefin persönlich nimmt uns in Empfang. Eine freundliche Mitfünfzigerin, die leider genauso wenig Englisch oder Deutsch spricht wie ihr Abschlepp-Unternehmer. Sie führt uns in die Werksatt nebenan, wo der Alhambra bereits auf der Hebebühne wartet. Ein ganzer Berg ölgetränkter Papiertücher auf dem penibel sauberen Werkstattboden deutet darauf hin, dass die Mechaniker das Leck in der Servolenkung und die nachgefüllten zwei Liter Öl aufgespürt haben.

Zurück an ihrem Schreibtisch schwärmt sie noch kurz von dem erst drei Monate alten und gut ausgestatteten Seat: "Ein schönes Auto, aber schon kaputt...", und macht sich dann daran, einen Reparaturauftrag auszufüllen. Ohne den, sagt Frau Seat, geht nichts. Auch gut, Hauptsache die ganze Aktion dauert nicht zu lange. "Normalement", meint Madam Sagnier, sei das Ersatzteil in drei bis vier Tagen da. Spätestens in einer Woche müsste der Alhambra wieder flott sein. "Normalement..."

Die Macken

Sieben Tage, in denen der Fiat Ulysse ohne direkte Konkurrenz für sich werben kann. Überzeugen muss er niemanden mehr. Immerhin hat er es problemlos nach Frankreich geschafft und sich als treuer Begleiter in allen Urlaubsfragen erwiesen. Besorgungsfahrten oder Strandausflüge - mit dem Ulysse kein Problem. Die Klimaanlage lässt sich auch vom Super-Sommer nicht in die Knie zwingen, große Sonnenschirme verlieren durch die variable Bestuhlung ihren Schrecken, und durch die erhöhte Sitzposition hat man auf fremden Straßen den idealen Überblick.

Eine Woche, in der man neben vielen großen Vorteilen auch kleinen Schwächen auf die Spur kommt. Die plüschigen Sitzbezüge sind nach einem Schweiß treibenden Tag am Atlantik die Pest. Man hat ständig das Gefühl, den halben Strand am Körper kleben zu haben. Die Verarbeitung im Innenraum wird dem schlechten Fiat-Ruf leider gerecht. Nach der täglichen Fahrt zum Supermarkt und gelegentlichen Abstechern an die Küste wird es unter dem Armaturenbrett und in den Türverkleidungen lebhaft. Klappern, klopfen und vibrieren - der Ulysse ist in der Wahl seiner Störgeräusche nicht wählerisch. Alles nicht so tragisch, aber immerhin so aufdringlich, dass man das Radio lauter stellen muss.

Zum meist gehassten Teil des gesamten Urlaubs mausert sich ein zylinderförmiger Multifunktionsbehälter. Fiat ist stolz auf das Teil, weil es in verschiedene Flaschenhalter passt und dort zum Abfallbehälter mutiert. Eine nette Idee, allerdings ist das gute Stück an seinem angestammten Unterbringungsort in der Ablage der rechten Schiebtür fehl am Platz. Öffnet man die Tür, fällt der Behälter auseinander, wobei der Deckel aus dem Fahrzeug plumpst und bevorzugt unters Auto rollt.

Mächtig stolz können sie bei Fiat auf den von Peugeot übernommenen Dieselmotor sein. Die 128 PS sind selbst mit einem voll beladenen Ulysse nicht überfordert und halten sich dezent im Hintergrund. Der Common-Rail-Direkteinspritzer kommt praktisch ohne das typische Diesel-Nageln aus und lässt sich auch nicht in das weit verbreitete Turboloch locken.

Zum Rennwagen taugt der Ulysse dennoch nicht. Die Abstimmung hat sich ausschließlich dem Komfort verschrieben, enge Kurven und herzhaftes Anbremsen mag der Italiener nicht. Dazu passt das lang übersetzte Fünfgang-Getriebe, das auf der Autobahn Geschwindigkeiten deutlich über 200 Sachen verhindert.

Nach einer Woche klingelt das Mobiltelefon, am anderen Ende die nette Madame Sagnier. Handy-Gespräche müssen auch in Frankreich teuer sein, Frau Seat versucht angestrengt, möglichst viele Informationen in möglichst wenig Telefoneinheiten zu quetschen. "Samedi", "Seat" und "quinze", mehr hätte auch ein Eingeborener diesem Anruf nicht entnehmen können. Immerhin wird klar, unser Seat ist Samstag fertig.

Einen Tag später darf der spanische Silberling von der Hebebühne. Eine kurze Unterschrift am Tresen - und der Fall "defekte Lenkung" ist abgeschlossen. Madame Sagnier fährt den Genesenen persönlich aus der Werkstatt und verabschiedet sich mit einem festen Händedruck. Kein "auf Wiedersehen", kein "a bientot". Schade, aber vielleicht ist es besser so.

Die Aufholjagd

Kaum aus der Werkstatt gibt sich unser Alhambra sichtlich Mühe, verlorenes Terrain gegenüber dem Fiat aufzuholen. Der Seat hat zu bieten, was der Ulysse vermissen lässt: Spritzigkeit und sportliches Fahrgefühl. Der 130-PS-TDI mit Pumpe-Düse-Einspritzung legt los wie die Feuerwehr. Die 1.666 Kilo Leergewicht scheinen völlig nebensächlich, wenn der große Spanier in unter 13 Sekunden von null auf 100 stampft. Auf dem Papier kann das auch der Fiat, souveräner fühlt sich allerdings der Seat an. Hinzu kommt die Sechsgang-Schaltung des Spaniers, die auf der Autobahn eine sehr gute Figur macht.

Weniger nett: das Arbeitsgeräusch des Seat-Triebwerks. Der TDI macht richtig Krawall und zerrt, nach Überwindung des Turbo-Lochs, mit Nachdruck an Lenkung, Nerven und Vorderachse.

Bei der Verarbeitung hat der Seat die Nase vorn. Sitze und angebaute Kunststoff-Teile wirken sehr solide und sorgfältig verbaut. Auch nach mehrmaligem Aus- und Einbau der hinteren Sitze klappert nichts, die Plastik-Abdeckungen der Befestigungsösen sehen aus wie neu, der verlegte Teppich ist leicht zu reinigen. Anders der Fiat. Hier sind die Sitze zwar in langen Schienen verankert und damit etwas flexibler als das Seat-Gestühl, dafür lösen sich nach mehrmaliger Benutzung Plastikteile der Rückenlehnen und Seitenwangen. Der Verschlussmechanismus der Sitzschienen schließt nach wenigen Umbau-Aktionen nicht mehr bündig ab. Die Folge: Sand und Schmutz rieseln in die Schienen und legen sich knirschend mit der Sitzmechanik an. Vom Schweiß treibenden Wiedereinbau der hinteren Sitzbank ganz zu schweigen.

Mehr als 3.000 Kilometer im Fiat Ulysse und Seat Alhambra. Viel Zeit für tiefe Einblicke in Vorzüge und Nachteile der beiden Raum-Riesen. Einen eindeutigen Sieger zu küren, fällt schwer. Für den Ulysse spricht seine bessere Ausstattung, der moderne Dieselmotor und ein moderner Gesamtauftritt. Abzüge gibt's für die Verarbeitungsqualität und das zu weich abgestimmte Fahrwerk. Der Seat kann das sehr sportliche Fahrwerk, den günstigeren Verbrauch, die tadellose Verarbeitungsqualität und sein nach wie vor zeitloses Design ins Feld führen. Negativ sind uns das viel zu laute Motorgeräusch und die nicht lieferbaren Schiebetüren aufgefallen.

Jochen Knecht

Wissenscommunity

Betruf beim Autokauf
ich habe letztem September ein gebrauchtes Auto gekauft und nach einem Monat habe ich wegen Servolenkung mein Auto bei ADAC abgescleppt lassen. (Damals hat die Servolenkung plötzlich ausgefallen und ich hätte mit Straßenbahn einen Unfall bekommen. Damals habe ich versuchte mit meinem Verkäufer zu kontaktieren. Leider hat er 3 Wochen Urlaub gemacht und habe ich mein Auto bei einer Werkstatt repariert hat und das kostet ungefähr 90 Euro und musste ich für ADAC mehr bezahlen. (Da meinte Meister, dass wegen Betteriepol meine Servolenkung ausgefallen hat.) aber nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und Bremeschalter auch kaputt gegangen ist und habe ich dafür 252 Euro bezahlt. Da war der Verkäufer imemrnoch im Urlaub. Nach seinem Urlaub habe ich mein Auto mitgebracht und er hat mir gesagt, dass wenn ich für Erstazteil(Servolenkung) bezahle, dann kann er mein Auto reparieren. (Das kostet ungefähr 50 Euro). Aber er konnte eine Teil von meinem Auto nicht finden und mit anderer Teil(verschidenen Artikelnummer) mein Auto repariert und er meinte, dass wenn ich wieder dieses Problem hätte, repariert er wieder mit richtiger Teil und wieder nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und habe ich mein Auto wieder mitgebracht. Aber er hat noch nicht die Servolenkung für mein Auto gefunden und er meinte, dass ich auch bei Ebay oder irgendwie die Teil suchen soll. Aber wenn ich wieder darüber telefoniert habe(weil ich leider nicht richtige Artikelnummer von meinem Auto kenne), hat er mir einfach gesagt, dass er einfach damals gar nicht repariert hat und d.h mein Auto wurde immernoch meine richtige ausfallende Teil eingebaut und er meinte, dass ich selber die Teil finden muss... Das ist echt scheiße. Deswegen habe ich die Servolenkung selber gekauft(200 Euro) und selber ausgetauch. Da ich nicht mehr dem Verkäufer vertrauen konnte. jzt alles wieder in Ordnung. Und letzte Woche habe ich Bremseleläge selber gewechselt da habe ich anderes Problem gefunden. Als ich hinten Bremsbeläge ausgebaut habe, habe ich ganz viel Problem gemerkt. Die Korben war festgeklebt im Zylinder deshalb Bremsbeläge einfach abgebrochen hat. Ich denke das ist sehr gefährlich.. Und Nach dem Rapatur von Hintenbremse kann ich nicht mehr schlechte Geräuch hören.. Dieses Geräuch hat auch als ich dieses Auto erstes Mal mitgenommen habe gehört, dachte ich, wegen ABS. Aber das war auch nicht.. Ich denke er hat total kaupttes Auto verkauft und gar nicht verantwortlich.. villeicht hat er mich ganz einfach unterschätzt weil ich ein Ausländer bin nicht so fließend Deutsch sprechen kann... In dem Fall was kann ich machen? Soll ich einfach anzeigen?