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VW Passat: Edel-Hammer aus Wolfsburg

Der neue VW Passat wird eine kleinere Ausgabe der Luxuskarosse Phaeton. Premiere ist Ende 2004. Der stern zeigt ihn schon jetzt.

Der neue VW Passat wird eine kleinere Ausgabe der Luxuskarosse Phaeton. Premiere ist Ende 2004. Der stern zeigt ihn schon jetzt.

Ab in die Oberklasse

Seine Konkurrenten heißen Audi A6, 5er-BMW und Mercedes E-Klasse. Nicht gerade Ladenhüter. Ist der VW Passat auch nicht. Dennoch gilt er im Gegensatz zu seinen Rivalen eher als popelige Vertreter-Kutsche. Das soll sich gewaltig ändern. Ab Ende 2004 wollen die Wolfsburger mit dem neuen Passat die Oberklasse aufmischen. Das Rezept: außen knackig, innen edel und reichlich High-Tech unterm Blech. Und er ist mit rund 4,80 Metern demnächst auch so lang wie die angepeilten Oberklasse-Klassiker.

Vorbild Phaeton

Passat-Vorbild ist der Luxusschlitten Phaeton. Dessen mustergültig einfache Bedienung für Klimaanlage mit getrennt einstellbaren Temperaturzonen, Audio, Telefon und Navigationssystem per Bildschirm wird in den kleineren Markenbruder verpflanzt. Ebenso Teile der üppigen Inneneinrichtung mit viel Holzdekor.

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Fahrwerks-Messlatte

Völlig neu hingegen ist die aktive Lenkung. Sie erfordert in engen Kurven weniger Dreherei, bügelt andererseits bei schneller Autobahnfahrt kleine Schlenker durch Spurrillen oder Bodenwellen aus. Läuft alles wie von selbst. Zusammen mit den elektronisch einstellbaren Stoßdämpfern, die auf Knopfdruck oder vollautomatisch zwischen harter und weicher Einstellung wechseln, soll der neue Passat ab Ende 2004 den Bayern und Schwaben zeigen, wo fahrwerksmäßig der Hammer hängt. Auch beim Kombi, der etwa ein halbes Jahr später im Sommer 2005 Premiere feiert, langen die Wolfsburger ordentlich hin. Klarer Auftrag an die Entwickler: Sein Ladevolumen muss Audi und BMW wieder toppen und zum Klassenprimus E-Klasse aufschließen. Macht knapp 600 Liter Stauraum hinter der Rückbank, 100 Liter mehr als bisher.

Diesel satt

Die Motoren für den Neuen stehen schon im Konzern-Regal. Vorerst stärkster Antrieb wird ein 3,2-Liter-Sechszylinder mit 250 PS. Der werkelt schon im Phaeton und im Geländewagen Touareg. Er ersetzt den bisherigen Achtzylinder als Top-Motor. Hinzu kommen drei weitere Benziner zwischen gut 100 und 200 PS, allesamt mit spritsparender Direkteinspritzung. Wichtiger sind jedoch die Diesel, die traditionell einen hohen Verkaufsanteil beim Passat erzielen. Mit deren ruppiger Gangart, selbst von harten Fans mitunter bemosert, soll nun Schluss sein. Die Laufruhe der Selbstzünder im neuen Passat soll eine neue Messlatte für die Klasse legen. Einstiegsmodell wird ein 1.9 Liter TDI mit 105 PS, kräftigste Variante ein 2,5 Liter TDI mit180 PS.

Nischenmodelle sollen folgen

VW-Chef Bernd Pischetsrieder lässt vom neuen Passat auch ein Cabrio und ein Coupé bauen. Derlei imageträchtige Nischenautos, mit denen Mitbewerber längst Erfolge einfahren, fehlen bislang völlig im Oberklasseprogramm von Volkswagen. Gleichzeitig will Pischetsrieder stärker bei der Modellpolitik der Töchter Audi, Seat und Skoda mitreden. Damit sollen peinliche Ausrutscher im Modelmix vermieden werden. Etwa, dass die hauseigene Billigmarke Skoda mit der Luxuslimousine Superb vorprescht oder Seat mit dem Alhambra einen nahezu baugleichen Van wie das Mutterhaus bauen.

Künftiges Motto: Erst der Konzern, dann die Marke. Bisher lief es unter Vorgänger Ferdinand Piech genau umgekehrt. Die neue Regie übernimmt ein neues Gremium, das konzernweit alle Grundsatzfragen zu Design und Technik entscheidet - und damit die Chefs der Tochterfirmen bevormundet. Name des Ausschussvorsitzenden: Bernd Pischetsrieder. Interne Zweifler und Meckerer an seiner Strategie warnte er bei einer Führungskräfte-Tagung schon vorsorglich mit drohendem Unterton: Wer nicht mitzieht, fliegt.

Peter Weyer / print

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