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YES!: Im Osten viel Neues

Fans kompromissloser Sportwagen fahren für gewöhnlich nach Maranello, Zuffenhausen oder München. Ganz bestimmt nicht ins 16.000 Einwohner-Kaff Großenhain bei Dresden. Das sollten sie aber. Schließlich entsteht dort in Handarbeit einer der letzten, in Deutschland gebauten Sportwagen: der YES!

Fans kompromissloser Sportwagen fahren für gewöhnlich nach Maranello, Zuffenhausen oder München. Ganz bestimmt nicht ins 16.000 Einwohner-Kaff Großenhain bei Dresden. Das sollten sie aber. Schließlich entsteht dort in Handarbeit einer der letzten, in Deutschland gebauten Sportwagen: der YES!

Von der Diplomarbeit...

Nach dem schnellen Exitus von Wartburg und Trabant sind praktisch alle ostdeutschen Autohersteller von der Bildfläche verschwunden. Das wäre auch lange so geblieben, hätten 1997 nicht zwei findige Studenten in Köln ein Thema für ihre Diplomarbeit gesucht. Herbert Funke und Philipp Will wollten ihr Studium der Fahrzeugtechnik nicht mit einem Allerweltsdiplom beenden. Warum nicht das mühsam anstudierte Wissen in die Entwicklung eines Autos stecken?

Sagen Sie "Ja" zum "YES!"?

... zur Fahrmaschine

Was der Idee fehlte war das passende Design. Da kam der Kontakt zu einem Karlsruher Design-Studenten ganz recht, der ebenfalls in den letzten Zügen seines Studiums lag. So entstand aus drei Diplomarbeiten an zwei Hochschulen eine Fahrmaschine der Extraklasse. Wo man schon einmal so viele Ingenieure beisammen hatte, war der Name schnell gefunden. YES! - Young Engineers Sportscar, was frei übersetzt "Sportwagen junger Ingenieure" heißt. Aus der Jugendsünde wurde mehr. Bereits 1999 konnte das Trio den ersten fahrbereiten Prototypen aus der Garage schieben - unterstützt von Helfern und Teilelieferanten.

Gen Osten

Eine Präsentation auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt brachte den Durchbruch. Neben einen riesigen Medienecho konnten sich die jungen Autobauer über 60 Vorbestellungen freuen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die neu gegründete Funke&Will AG noch nicht einmal eine Fertigungsstätte. Die fand man auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens Großenhain bei Dresden. Vorteil: Auf der knapp vier Kilometer langen Start- und Landebahn haben die exklusiven Supersportwagen gleich eine weitläufige Auslaufzone.

Die ist bitter nötig. Was da in den ehemaligen Flugzeughangars zusammengeschraubt wird, ist weit mehr als ein knuffiges Spaßmobil. Unter der pummeligen Kohlefaser-Karosserie steckt Technik aus dem Rennsport. Zugeständnisse an Komfort und Alltagstauglichkeit: keine.

Technologie-Transfer

Kern des Geschosses ist ein Aluminium-Rahmen, der eng mit Audis Space-Frame-Modellen verwandt ist. Nicht die einzige Verbindung zum Volkswagen-Konzern. Für den nötigen Vortrieb sorgt ein 1,8 Liter Turbo-Mittelmotor, der VW-Kunden aus dem Familien-Passat bekannt vorkommen sollte. Die 150 Serien-PS haben sich jedoch unter der kräftigen Mithilfe von VW-Tuner Abt prächtig entwickelt. 286 Pferdchen tummeln sich direkt hinter den beiden engen Sitzschalen - völlig ohne Geräuschdämmung, versteht sich. Das reicht für Fahrleistungen, die Ferrari-Kunden gar nicht witzig finden werden. Ein YES sprintet in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 Sachen und gibt sich erst bei 264 Stundenkilometern dem Luftwiderstand geschlagen. Zum Vergleich, ein Ferrari Maranello braucht für den vergleichbaren Sprint genau eine Sekunde länger.

YES! "Clubsport"

Motor

Vierzylinder Turbo-Triebwerk

Hubraum

1.781 ccm

Leistung

286 PS / 210 kW

Bremsen

Scheibenbremsen rundum

Schaltung

Manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe

Länge/Breite/Höhe

1.163/ 1.852/ 3.629 Millimeter

Leergewicht

790 Kilogramm

0-100 km/h

4,1 Sekunden

Höchstgeschw.

264 km/h

Grundpreis

ca. 50.000 Euro

Handarbeit

Möglich wird der brutale Antritt durch ein mehr als spartanisches Leistungsgewicht. Bei 790 Kilo Gewicht muss sich jedes PS mit schlappen 2,7 Kilo Fahrzeug abgeben. Der Ferrari muss pro PS fast ein Kilo mehr über den Asphalt schleppen. Dafür muss man dann auch auf fast alles verzichten, was sportliches Fahren zur Warmduscher-Angelegenheit macht. Geschaltet wird im YES per Hand, gebremst ohne Anti-Blockiersystem und gelenkt ohne Servo-Unterstützung. Selbstverständlich gibt es auch keine elektronischen Heinzelmännchen, die bei forscher Fahrweise regulierend eingreifen. Bis vor kurzem mussten YES-Kunden sogar ohne Dach auskommen. Für den YES "Clubsport" gab es lediglich ein kleines Notdach, das bei einem Regenguss den fließenden Übergang vom Sportwagen zur Badewanne verhinderte.

Drei Versionen

Seit dem Genfer Autosalon darf man nun auch endlich bei Regen weiterfahren. Der YES "Roadster" bekam neben einem kleinen Stoffdach eine Klimaanlage und eine Radio-Vorbereitung verpasst. Frevel, werden Puristen jetzt anführen - zumal man vom Radio bei dem infernalischen Motorlärm sowieso nichts mitbekommt. Diese Klientel sollte sich dem YES "Cup/R" zuwenden. Mit Zweiliter-Triebwerk und 340 PS ist das gute Stück praktisch konkurrenzlos - und leider nicht für die Straße zugelassen. Der Super-YES ist ein Fall für die Rennstrecke.

Individuelle Fertigung

Wer mindestens 50.000 Euro übrig hat, bestellt zunächst automatisch einen YES "Clubsport". Knapp vier Wochen vor Produktionsbeginn geht es dann ins Werk nach Großenhain. Dort darf man sich dann, je nach Geschmack und Geldbeutel, seine ganz persönliche Vollgas-Bulette zusammenstellen. Dabei werden auch gleich Pedale, Lenkrad und Sitzschalen an den zukünftigen Nutzer angepasst. Der sollte bei der Abholung seiner Fahrmaschine allerdings auf Gepäck verzichten. Für einen Kofferraum war bei so viel Fahrspaß nun wirklich kein Platz.

Jochen Knecht

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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