"Race Pro" Auf der Überholspur


Eigentlich wollten die PC-Rennspiel-Experten von Simbin mit "Race Pro" auch auf der Xbox 360 durchstarten - doch die Konkurrenz ist groß. Zu groß vielleicht. Rund 50 lizenzierte Autos und ein gutes Dutzend Strecken sind im Vergleich mit "Forza 2" einfach zu wenig fürs Siegertreppchen.

Obwohl es Xbox 360 und PS3 technisch mit nahezu allen PCs aufnehmen können, gibt es immer noch Spiele, die ihr volles Potenzial nur auf Computern entfalten. Dazu gehören unter anderem der nicht mehr weiterentwickelte "Microsoft Flight Simulator" und die auf Realismus getrimmten Rennspiel-Simulationen aus dem Hause SimBin. Wer einmal versucht hat, in "Race 07" einen Audi R8 ohne Fahrhilfen unfallfrei über die Nordschleife zu jagen oder das Fahrzeugsetup manuell anzupassen, weiß, was das Wörtchen "Simulation" wirklich bedeutet. Auf der Xbox 360 bot bislang nur "Forza Motorsport 2" ein ähnlich hohes Maß an Realismus ... Doch nun rollt "Race Pro" an den Start.

Die gute Nachricht: Das Konsolen-Debüt von SimBin ist bei Weitem nicht so herausfordernd wie die PC-Games des Entwicklers. Mit etwas Übung dürften sich erste Erfolge einstellen. Die schlechte Nachricht: "Race Pro" ist immer noch ein harter Brocken. Spieler, die Probleme haben, bei "Project Gotham Racing 4" alle Medaillen einzufahren, bekommen von "Race Pro" endültig ihre Grenzen aufgezeigt. Wichtig sind in diesem Zusammenhang vor allem das Wireless Racing Wheel und natürlich das Fahrzeugsetup. Letzteres ist so umfangreich, dass ambitionierte Spieler tagelang mit den diversen Einstellungen, die in sechs Bereiche eingeteilt sind, experimentieren können. Übereifrig: Selbst Details wie Reifendruck, Stoßdämpferverhalten und Differenzial lassen sich beliebig verändern. Die in mühsamer Kleinarbeit zusammengestellten Setups lassen sich speichern und bei Bedarf laden. Nicht gut: Bei Einzelrennen darf sich der Spieler für einen von drei Schwierigkeitsgraden entscheiden, in der Karriere ist diese Wahl nicht möglich.

Race Pro

Hersteller/Vertrieb

SimBin/Atari

Genre

Rennspiel

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Riesengroß ist auch die Auswahl an Wettbewerben. Alles in allem dürfen sich Xbox-360-Racer in 19 Meisterschaften austoben. Die Spanne reicht vom einsteigerkompatiblen Mini Cooper Cup über die Formel 3000 bis hin zur World Touring Car Championship. Selbstverständlich kommen bei den Meisterschaften die originalen Teams, Strecken und natürlich Fahrzeuge zum Einsatz. Um die 50 Boliden haben die Entwickler eingebaut. Darunter sind "normale" Karren wie Alfa Romeo 156, BMW 320i und Seat Leon, Traumautos (Audi R8, Aston Martin DBSR9 und Dodge Viper GTS-R) sowie PS-Monster à la Koenigsegg CCXR und Saleen S7R. Die Optik der Autos kann sich sehen lassen, die 13 Rennstrecken hätten dagegen etwas mehr Leben vertragen können. Ruckeln im Pulk: Sobald mehrere Autos dicht nebeneinander herfahren, geht die Bildwiederholungsrate leicht in die Knie. Und auch die Künstliche Intelligenz der Gegner zeigte im Test ab und an Schwächen. Wer lieber gegen echte Fahrer antreten will, profitiert von der "Xbox Live"-Unterstützung. Bis zu zwölf Fahrer können um die Wette fahren; zahlreiche Online-Ranglisten halten die Motivation auf hohem Niveau.

Artur Hoffmann/Teleschau TELESCHAU

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