HOME

Netzneutralität: Obama will keine Überholspur im Netz

"Netzneutralität" ist ein sperriges Wort, doch darum tobt eine heftige Debatte. US-Präsident Barack Obama fordert ein offenes Internet. Von amerikanischen Telekom-Firmen kommt heftige Kritik.

US-Präsident Barack Obama macht sich für die "Netzneutralität" stark

US-Präsident Barack Obama macht sich für die "Netzneutralität" stark

Um die "Netzneutralität" tobt eine heftige Debatte. US-Präsident Barack Obama stellt sich nun auf die Seite derjenigen, die gleiches Recht für alle Daten fordern. Amerikanischen Telekom-Firmen wehren sich heftig.

Die Verfechter der sogenannten Netzneutralität haben einen mächtigen Unterstützer bekommen: US-Präsident Barack Obama macht sich gegen eine bezahlte Überholspur im Netz stark. Internet-Anbieter müssten alle Inhalte im Netz gleichberechtigt durchleiten, forderte Obama in einem Video, das das Weiße Haus am Montag veröffentlichte. Sie dürften keine Verträge mit Unternehmen abschließen, um deren Inhalte schneller an der Konkurrenz vorbei zu schicken, und auch nicht den Zugang zu einzelnen Diensten drosseln.

Obama fordert strenge Regeln

Das Prinzip, das alle Daten in den Datenkanälen gleich behandelt werden müssen, ist als "Netzneutralität" bekannt. Auch in Deutschland und Europa gibt es Streit um diese Regelung. Ein Schritt der USA zur strikten Netzneutralität könnte aufgrund der starken Stellung des Landes bei Internet-Diensten auch Auswirkungen auf Europa und den Rest der Welt haben.

Obama rief die US-Aufsichtsbehörde FCC auf, strenge Regeln zum Schutz der Netzneutralität zu erlassen. "Sie sollte klar machen, dass Internet-Anbieter gesetzlich verpflichtet sind, Ihren Zugang zu einer Webseite nicht zu blockieren oder zu drosseln." Dazu solle die FCC Internet-Anbieter als Telekommunikations-Dienste einstufen. So könnte die Behörde die Anbieter strenger als bisher regulieren. Zugleich schränkte der Präsident ein, dass die FCC (Federal Communications Commission) eine unabhängige Behörde sei und die endgültige Entscheidung von ihr getroffen werde.

Internet würde enormen Schaden nehmen

Der FCC-Vorsitzende Tom Wheeler begrüßte in einer Reaktion den Beitrag des US-Präsidenten. "Wir sind beide gegen Überholspuren im Internet." Zugleich habe die Kommission bei ihren Überlegungen festgestellt, dass eine Einstufung des Internet-Zugangs als Telekom-Dienst weitreichende Auswirkungen hätte. Internet-Provider sprachen sich kategorisch gegen einen solchen Schritt aus. So kritisierte der Telekom-Riese AT&T, dies wäre ein "Fehler, der dem Internet und US-Interessen enormen Schaden zufügen würde". Auch Comcast und Verizon warnten, das könne Innovationen abwürgen.

Aktivisten sehen die Netzneutralität als wichtigen Baustein für ein offenes Internet an. Internet-Anbieter dagegen betonen, dass bestimmte Angebote eine stabilere Qualität bräuchten. Das gelte etwa für Medizindienste. Die Telekommunikations-Unternehmen sprechen von einer höheren "Qualitätsklasse", für die Unternehmen dann extra bezahlen müssten. So wollen die Telekom-Anbieter den teuren Ausbau von schnellen Internetverbindungen finanzieren.

Aktivisten halten dagegen, dass kleinere Unternehmen benachteiligt werden könnten, die nicht in der Lage sind, Extra-Gebühren für eine gesicherte Übertragungsqualität zu bezahlen. Ein kleiner Anbieter von Musik-Streaming käme dann beispielsweise im Vergleich zu einem finanzkräftigeren Konkurrenten ins Hintertreffen.

Obama unterstützte dieses Argument. "Anbieter dürfen nicht entscheiden, bei welchen Online-Shops Sie einkaufen oder welche Streaming-Dienste sie benutzen, und sie dürfen Unternehmen nicht bezahlen lassen, um Vorrang vor Konkurrenten bekommen", sagte er.

mka/DPA / DPA
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.