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Macworld: Das große Loch im Apfel-Kern

Auf Steve Jobs mussten Apple-Anhänger bei der Macworld-Messe diesmal verzichten, und alle fragten sich: Ist der Apple-Chef zu ersetzen? Mehr noch: Hat die populäre Apple-Show überhaupt eine Zukunft, wenn die Firma, um die sich alles dreht, künftig nicht mehr mitmacht?

Von Karsten Lemm, San Francisco

Es ist zehn vor neun am Dienstagmorgen, und die Killers singen "Read My Mind". Ach, wenn sie das doch nur könnten, die vielen Apple-Anhänger, die im Konferenzzentrum von San Francisco auf die Auftaktrede zur Macworld-Messe warten: ihrem Guru Steve Jobs in den Kopf schauen, seine Gedanken lesen, eine Antwort auf die Frage finden, wie es weitergeht, was als nächstes kommt.

Coldplay darf noch ran, ehe um 9:03 Uhr ein Mann auf die Bühne tritt, der nicht Steve Jobs ist: "Guten Morgen, meine Damen und Herren", sagt Phil Schiller, Apples Marketingchef, "willkommen zur Macworld 2009!" Verhaltener Applaus schlägt dem Manager entgegen, einem gemütlichen Endvierziger mit grauen Schläfen, der aussieht wie jemand, mit dem man gern ein Bier trinken gehen würde. Ein netter Kerl, bestimmt - aber kann er die Massen mitreißen?

Normalerweise ist dies der Augenblick, auf den Millionen von Apple-Jüngern hinfiebern: der große Auftritt ihres Übervaters, des Firmenmitgründers Jobs, der in Jeans und Turnschuhen über die Bühne schlendert und lässig eine begeisternde Neuheit nach der anderen aus dem Hut zaubert, nur um am Ende - "Ach ja, eine Sache noch..." - ganz beiläufig das Tollste von allem zu präsentieren. So läuft das traditionell aus Sicht der Mac-Fans, so sind sie das gewohnt. Nur diesmal ist alles anders, weil Apple - völlig überraschend - kurz vor Weihnachten verkündet hat: Dies wird die letzte Macworld sein, an der sich die Firma beteiligt, und statt Steve Jobs wird Phil Schiller auf der Bühne stehen.

Behandlung läuft

Seit Montag weiß die Welt, dass der 53-jährige Jobs, der vor Jahren an Bauchspeicheldrüsen-Krebs erkrankte, wohl deshalb nicht dabei ist, weil er seit einer Weile wieder gesundheitlich angeschlagen ist - eine Hormonschwäche habe ihn in den vergangenen Monaten abmagern lassen, erklärte der Apple-Chef in einem offenen Brief, versicherte aber, die Erkrankung sei nicht lebensbedrohlich: "Die Lösung für diesen Nährstoffmangel ist relativ simpel und lässt sich direkt angehen", so Jobs. "Die Behandlung läuft bereits."

Die Begründung für Apples unerwarteten Rückzug von der Macworld-Messe liefert dann Phil Schiller gleich zum Auftakt seiner Rede: Das Netz von firmeneigenen Apple-Läden umspannt mittlerweile die halbe Welt, es gibt den Kaliforniern Gelegenheit, ihre Produkte Tag für Tag in einem von ihnen gewählten Rahmen zu präsentieren, in Miami ebenso wie in München, in Sydney, London, Paris und Tokio. 3,4 Millionen Menschen schauten auf diesem Weg jede Woche bei Apple vorbei, berichtet Schiller, während Al Gore im Publikum Beifall klatscht: "Tut mir leid, dass ich diesen Vergleich ziehen muss - aber das entspricht einhundert Macworld-Messen, Woche für Woche, rund um die Welt." Die Rechnung mag nicht ganz aufgehen, weil die Messe, die von der Firma IDG organisiert wird, nach offiziellen Angaben weit mehr als 34.000 Teilnehmer zählt, aber Analysten haben bereits Verständnis für Apples Entscheidung geäußert.

Neuheiten werden aufs Jahr verteilt

Denn während die Macworld früher die große Bühne war, um neue iMacs und andere Rechner zu enthüllen, stellt Apple seine Neuheiten inzwischen lieber verteilt aufs ganze Jahr vor - die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist der Firma ohnehin sicher. So geht es bei dem, was Schiller an diesem Morgen zeigt, dann auch eher um Software-Verbesserungen: iPhoto, das Programm zum Organisieren und Bearbeiten von Fotos, kann künftig Gesichter erkennen und dadurch etwa helfen, dreijährige Kinder unter Tausenden von Bildern auch dann noch wiederzufinden, wenn sie inzwischen fünf, sieben oder zwölf Jahre alt geworden sind und Papa vergessen hat, in welchem Ordner auf dem Computer sich all diese Schnappschüsse verstecken.

Da brandet zum ersten Mal Applaus auf, der über bloße Höflichkeit hinausgeht. Ähnlich wie kurz darauf wieder, als der Chefentwickler der Video-Software iMovie vorführt, wie sein Programm mit Hilfe von allerlei Tricks aus verwackelten Amateur-Aufnahmen sehr ansehnliche Resultate zaubert, die sich beim nachbarschaftlichen Video-Abend durchaus sehen lassen können. "Hallo, mein Name ist Sting", sagt dann ein bärtiger Herr auf der Leinwand, als es um das Musikprogramm Garage Band geht. "Ich bin hier, um Ihnen ein Lied beizubringen." Wer Gitarre oder Klavier lernen möchte, soll das künftig mit Apples Hilfe tun, unterstützt von prominenten Lehrmeistern: Neben Sting treten auch die Sängerinnen Sarah McLachlan, Norah Jones und eine Reihe von anderen Musikern in interaktiven Kursen auf, die für eine Handvoll Dollar aus dem Internet geladen werden können. Dazu hat Apple eigens einen neuen Online-Musikladen ins Leben gerufen, den "Garage Band Lesson Store".

So geht alles seinen Gang, vorbei an einer neuen Version des Bürosoftware-Pakets iWork, das nun auch die Zusammenarbeit mit anderen im Internet unterstützt, einem aktualisierten 17-Zoll-Macbook mit deutlich längerer Batterielaufzeit und der Nachricht, dass bald alle zehn Millionen Lieder im iTunes-Laden ohne Kopierschutz verkauft werden sollen. Im Gegenzug für dieses Eingeständnis musste Apple der Musikindustrie allerdings beim Preis entgegen kommen: Statt bisher durchweg 99 Cent pro Song sollen einzelne Lieder ab dem 1. April entweder 69 Cent, 99 Cent oder 1,29 Euro kosten. Doch keine Sorge, versichert Schiller hastig: "Es wird sicher mehr Songs geben, die für 69 Cent angeboten werden als für 1,29."

Braucht Apple Steve Jobs?

Als der Marketingchef gegen 11:40 Uhr seinen Auftritt beendet - "Vielen Dank, das war unsere Show für die Macworld '09" - ist klar, dass Steve Jobs nicht leicht zu ersetzen ist. "Phil hat es ganz ordentlich hingekriegt, aber es war höchstens halb so spannend, wie es normalerweise ist", sagt Gregg Cirielli, ein selbsständiger IT-Berater aus Menlo Park im Silicon Valley. Sein Freund Warren Yu aus Monterey ist etwas gnädiger: "Keiner kann es mit Steve Jobs aufnehmen", erklärt der 41-jährige Computerspezialist, "und Phil hat seine Sache besser gemacht, als ich erwartet hatte."

Bei iPhoto kamen dem Vater dreier Töchter sogar "glatt die Tränen", erzählt er, weil die Gesichtserkennung ihm mehr oder weniger das Leben rette: "Ich habe über 100.000 Fotos auf meiner Festplatte", sagt Yu - unmöglich, sie per Hand zu katalogisieren, alle verstreuten Kinder wiederzufinden und die Bilder zuzuordnen. "Ich habe mir gesagt: Lass es bleiben, irgendwann erfindet Apple etwas, um dein Problem zu lösen." Und nun also iPhoto, die neue Version, seine Gebete wurden erhört. "Das ist es!", ruft er aus. "Jetzt kann ich endlich durch meine Fotosammlung gehen und die Bilder von Lucy, Macy und Cecilia neu sortieren."

Cirielli und Yu sind treue Macworld-Besucher, sie kommen seit Jahren und haben der Messe schon im vorigen Januar geholfen, einen Besucherrekord zu vermelden: Fast 50.000 Menschen lockte die Macworld 2008 nach San Francisco. In diesem Jahr allerdings dürften es weniger werden, so wird gemunkelt, nicht zuletzt wegen der Wirtschaftskrise - und wie es im nächsten Jahr aussehen wird, wenn Apple sich verabschiedet hat, das ist das große Fragezeichen, das über den Ausstellern in der Messehalle hängt. "Die Macworld ist unsere große Chance, direkt mit unseren Kunden zu sprechen", sagt Molly Reed, Vizepräsidentin für das operative Geschäft beim Software-Hersteller Omni Group. "Die Messe gibt uns die Chance, auf unsere Produkte aufmerksam zu machen."

Der iPod-Boom

Bang fragt sich die 40-Mann-Firma aus Seattle, ob die Macworld den Verlust ihrer Hauptattraktion überleben kann, und ähnlich geht es dem Kopfhörer-Spezialisten Shure. Der iPod-Boom hat den ehemaligen Nischenhersteller zu einer weltbekannten Marke wachsen lassen, deren Stand zu den größten auf der Macworld gehört. "Die Messe ist sehr wichtig für uns", erklärt Marketingdirektor Kevin Daniels. Kopfhörer müsse man ausprobieren, und das können die Besucher hier. Obendrein dienen die vier Ausstellungstage der Kontaktpflege. Droht der Macworld-Messe in San Francisco nun ein ähnliches Schicksal wie ihren Schwestern in New York und Boston, die einen schnellen Tod starben, nachdem Apple sich verabschiedet hatte? "Mit der Frage ringen wir auch gerade", sagt Daniels. Doch er ist zuversichtlich, dass es dem Veranstalter IDG gelingen kann, die Veranstaltung weiter attraktiv zu machen. "Im Augenblick haben wir vor, auch im nächsten Jahr dabei zu sein."

Ein paar Schritte weiter, beim deutschen Hersteller Elgato, herrscht dagegen Skepsis: "Wir rechnen damit, dass die Zahl der Aussteller sehr stark abnimmt und deutlich weniger Publikum kommt", sagt Produktmarketing-Manager Lars Felber. "Deshalb werden wir wohl auch nicht mehr kommen." Stattdessen will sich die Münchner Firma darauf konzentrieren, ihre "EyeTV"-Produkte, die Macs in digitale Videorekorder verwandeln, stärker im Handel zu bewerben - sei es in den Apple-Läden selbst oder bei der auf Mac-Rechner spezialisierten Kette Gravis. Der Messe-Termin im Januar sei ohnehin immer sehr unglücklich gewesen, erklärt Felber: "Man muss Produktvorstellungen zurückhalten, bis Weihnachten vorbei ist. Wenn sich das alles entzerren lässt, ist uns sehr geholfen."

Nicht zu vergessen auch, dass alle, die auf der Macworld etwas vorzuzeigen haben, auf geruhsame den Feiertagen weitgehend verzichten müssen: Die Elgato-Mitarbeiter, die im Messe-Einsatz sind, konnten von einem weihnachtlichen Ski-Urlaub oder anderen Ferienfreuden bisher nur träumen - genau wie gewisse Apple-Manager. "Zum ersten Mal seit zehn Jahren habe ich Gelegenheit, die Festtage mit meiner Familie verbringen", schreibt Steve Jobs in seinem offenen Brief vom Montag, "statt dass ich mich intensiv auf eine Macworld-Rede vorbereiten muss." Ein Seufzer der Erleichterung klingt da mit, und vielleicht liegt ja darin die heimliche Erklärung dafür, dass der Mann an der Spitze beschloss: Genug ist genug, ab jetzt wird alles anders. Aber das ist selbstverständlich nur geraten - was bleibt einem übrig, bis Apple einen Mac erfindet, der Gedanken lesen kann?

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(