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SCHEIBE: Nostalgie im Internet

Ist man 15 Jahre alt, denkt man nur ans nächste Date. Ist man erst einmal 30, dann ans letzte. Wir Thirtysomethings schwelgen gerne in der Vergangenheit. Wie gut, dass das Internet dabei hilft, die nostalgische Stimmung mit Fakten zu unterlegen.

Ist man 15 Jahre alt, denkt man nur ans nächste Date. Ist man erst einmal 30, dann ans letzte. Wir Thirtysomethings schwelgen nun einmal gerne in der Vergangenheit. Wie gut, dass das Internet dabei hilft, die nostalgische Stimmung mit Fakten zu unterlegen.

Mein Jahrgang macht Karriere

Eben ist mir eine Zeitungsmeldung unter die Finger gekommen: Die Jungs aus meinem Schul-Jahrgang machen Karriere. André Rival ist inzwischen als Fotograf wohlgelitten und taucht mit seinen verrückten Einfällen immer wieder in der Presse auf. Rudolph Martin spielt in Hollywood-Filmen mit: Seine DVD »Dark Prince« wurde mir gerade erst zur Rezension zugeschickt. Und Katja Bienert, die hat im »Schulmädchen-Report 13« mitgemacht. Ganz nackig. Aber naja, die war ja auch eine Klasse über mir und zählt demnach gar nicht richtig.

Freunde finden mit Google

Was ist aber aus all den anderen aus dem Geburtenjahrgang '67 der Werner-von-Siemens-Schule in Berlin-Zehlendorf geworden? Haben sie es weit gebracht, sind sie verheiratet, haben sie Kinder? Telefonlisten gibt es leider nicht mehr, auch wenn die Schule inzwischen eine Homepage hat und unter dem Titel »Die Exen« die E-Mail-Adressen Ehemaliger sammelt. Mein bester Freund bei der Suche ist einmal mehr die Suchmaschine »Google«.

Die füttere ich mit den Namen der alten Kumpel. Am besten stellt man dabei den Namen in Gänsefüßchen, etwa »Andreas Galandi« oder »Patrick Kanold«. Prompt wird Google fündig. Galandi wird in den Ergebnislisten diverser Triathlon-Veranstaltungen gelistet – und läuft noch immer für die »Weltraumjogger«, selbst 15 Jahre nach dem Abitur. Das nenne ich Treue. Patrick stöbere ich mit seiner Homepage in Amerika auf. Er macht gerade seinen Postdoc an der Harvard University. In Entwicklungsbiologie. Dabei war ich immer der Biologe und er der Computerexperte. Man tauscht Mails und beschließt, sich zu einem Schwätzchen im »Schwarzen Café« in Ku'damm-Nähe zu treffen. Genial, wie einfach so eine Reunion dank Internet geworden ist. Bei den Mädels ist das nicht so einfach. Heiraten sie, ändert sich der Nachname. Und nur nach einem Vornamen zu suchen, das hat im Netz irgendwie keinen Sinn.

Gerade noch den Absprung geschafft

So nostalgisch angehaucht, denke ich daran, wie wir uns damals mit den Köpfen zu »Say Captain, Say Wot« in die Boxen-Resonanzräume in der Disco »Floyd« gelegt haben. Auch eine Möglichkeit, sich die letzten funktionierenden Gehörzellen wegzupusten. Allein deswegen lautet heute jedes zweite Wort von mir »Häh?«. Vielleicht wäre »Wot?« da schon eher angebracht. Egal. Ich installiere eine dieser Tauschbörsen wie »KaZaA« oder »Grokster«, melde mich an und suche mal probeweise nach den alten Songs, die ich im Schallplattenladen oft gar nicht mehr kriege. Prompt spuckt mir die Tauschbörse alles aus, was ich nur haben möchte. Knapp eine Million Onliner tauschen hier schließlich ihre digitalisierte Musik – und jeder steuert ein knappes Gigabyte zum Bestand bei. Ich finde tatsächlich eine »Say-Captain-Say-Wot«-Musik, allerdings als Cover-Version. Aber nicht schlecht gecovert. Ich seh? mich schon wieder als 16-jährigen mit Arafat-Tuch, fettigen Haaren und Pickeln beim Steingut-Tassen-Tee bei Alex im ausgebauten Dach seines Hauses sitzen: Alles Peace, ey. Dementsprechend suche ich Neil Youngs »Cortez the Killer«, lade auch noch Tina Turners »I can't stand the rain« und von Madness »Baggy Trousers«. Jetzt noch AC/DC mit »Hells Bells« zum Headbangen, und alles ist wieder in Ordnung. Moment, was mache ich da eigentlich? Das sind doch alles Raubkopien. Schnell lösche ich die Dateien wieder, bevor die Datenpolizei auf der Matte steht, und lege die neue, legal angeschaffte Alicia-Keys-CD ein. Grad noch so den Absprung aus der Vergangenheit geschafft.

Wie sieht das eigentlich mit der Literatur aus? Heute haben Bücher doch nur noch eine Halbwertszeit von zwei, drei Jahren, dann gelten sie bereits wieder als »vergriffen« und werden nur noch selten neu aufgelegt. Ich gehe zu »Amazon« und suche nach den Büchern meiner Jugend. Und staune. »Die grüne Wolke« von A. S. Neill, dem Begründer der antiautoritären Summerhill-Schule in England, gibt es noch immer: Ein echter Fun-Knüller, der eine Horde bewaffneter Kinder auf eine wehrlos-versteinerte Welt loslässt. Tja, man muss aber auch Niederlagen hinnehmen. Rudy Rucker, der verrückte Experimentalmathematiker, ist mit seinen Sachbüchern anscheinend nicht mehr in Deutschland bekannt. Nur seine öden Science-Fiction-Romane werden gelistet, wenn auch als »vergriffen«.

Die Bücher meiner Jugend - Amazon hat sie nicht

Wer je über »Per Anhalter durch die Galaxis« gelacht hat, kennt die köstlich-komischen »Geschichten aus Gavagans Bar« von Lyon Sprague de Camp und Fletcher Pratt noch nicht. Wie auch? Amazon hat den Namen der Alien-Bar noch nie gehört. Ich suche weiter nach Robert B. Parker, dessen superb spannende »Spenser«-Thriller mit Robert Urich verfilmt wurden. Doch Amazon nennt nur mickrige drei Romane, die ich bestellen kann. Zehn weitere sind vergriffen. Die armen Leser von heute!

Glückstreffer

Aber ich komme doch noch zu meinem Glückstreffer. In den Siebzigern gab es mit dem »Dämonenkiller« eine der besten Horrorserien überhaupt: gruselig, super recherchiert und voller Überraschungen. Die 30 Jahre alten Klassiker werden inzwischen vom Zaubermond-Verlag neu aufgelegt: im edlen Hardcover! Da muss ich dann doch zugreifen und bestelle mir meinen Lesestoff von früher noch einmal neu ins Haus.

Carsten Scheibe

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.