USB-Stick Schnell muss er sein

Daten rauf und runter, einstöpseln, rausziehen, fertig! USB-Sticks sind die Transportspeicher unserer Zeit. Kann man sich dabei überhaupt am Grabbeltisch vergreifen?

Unterscheiden sich die mobilen Speicher, die der Diskette den Rest gaben, in mehr als der Speichergröße, die in dicken Zahlen auf der Verpackung prangt? "Die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen USB-Sticks sind enorm", sagt zum Beispiel Boi Feddern, Redakteur bei dem in Hannover erscheinenden Magazin "c't". "Die sehr schnellen haben eine Datentransferrate von 30 Megabyte pro Sekunde - sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben der Daten." Bei den langsamen dagegen könne die Datenübertragung unter Umständen zehn Mal so lange dauern: Sie lesen mit weniger als 10 Megabyte pro Sekunde (MB/s) und schreiben mit 3 bis 4 MB/s. "Man sieht aber nicht, ob der Speicherstick eine lahme Krücke ist", warnt Feddern.

Ein grobes Indiz könne aber das Aussehen des Sticks liefern: "Je dicker und länger, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Hersteller die Platine im Innern mit mehreren Speicherbausteinen bestückt hat und der Controller die Bausteine parallel ansteuert." Und handelt es sich bei dem USB-Stick nicht bloß um einem simplen Datencontainer, sondern um ein Allzweckwerkzeug mit Laserpointer und MP3-Player, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Geschwindigkeit der Datenübertragung nicht oberste Priorität hatte. Das gelte ebenso für Taschenmesser oder Uhren mit eingebautem Flash-Speicher.

Datenstau möglich

Von der Angabe "USB 2.0 Highspeed" sollten sich Käufer daher nicht blenden lassen: USB 2.0 bedeutet nur, dass das Interface - die Steckverbindung - die von diesem Standard geforderte Mindestgeschwindigkeit leisten kann. Ein möglicher Datenstau im Inneren des Sticks wird durch diese Angabe jedoch nicht ausgeschlossen. "Ein Controller im Inneren entscheidet über die tatsächlichen Geschwindigkeiten", erklärt Fachredakteur Christian Helmiss, der für die in München erscheinende Zeitschrift "PC Welt" USB-Speichersticks getestet hat.

Nicht zu empfehlen seien alte und nach heutigem Maßstab extrem langsame Geräten mit Angaben wie "USB 2.0 Fullspeed" und "USB 1.1". Modell mit letzterer Angaben seien zum Beispiel rund 40 Mal so langsam wie "USB 2.0 Highspeed". Die gebe es - wenn überhaupt - aber nur noch in Internetauktionen, sagt Helmiss.

Studieren geht hier über probieren

Wer genau wissen will, wie schnell der Stick ist, muss die Verpackung studieren. Angaben zur Datenrate finden sich dabei aber häufig nur im Kleingedruckten. Fachmagazine haben zudem auf ihren Internetseiten die Ergebnisse eigener Geschwindigkeitsmessungen veröffentlicht.

Sollen lediglich Textdaten transportiert werden, ist der Blick auf die Geschwindigkeit allerdings zweitrangig. Dann spielt auch die Größe eigentlich keine Rolle mehr: Sticks mit 1 bis 2 Gigabyte Kapazität sind inzwischen Mitnahmeartikel. Sie werden für 20 bis 40 Euro angeboten und reichen für Myriaden von Textdateien. Schnelle und große Sticks seien interessant, wenn Videos und aufwendige Präsentationen transportiert werden sollen - oder die digitale Fotosammlung. Erhältlich sind inzwischen sogar USB-Sticks mit 64 Gigabyte Speicherplatz.

Der Preis ist heiß

Der Preis, den zum Beispiel der US-amerikanische Hersteller Buslink für sein Topmodell haben will, ist allerdings auch beträchtlich: Rund 5000 Dollar kostet das Modell, eine 16-Gigabyte-Variante kostet laut Unternehmensangaben knapp 1500 Dollar. Wer viele Daten mit sich herumträgt, sollte auf die Sicherheit achten. Nach Angaben der Hersteller sollen die Daten auf einem USB-Stick bis zu 10 Jahre lang lesbar sein. So alt werden aber wahrscheinlich nur wenige Speichersticks, die täglich mit ihrem Besitzer unterwegs sind. Denn die kleinen Datenspeicher werden schnell unbrauchbar, wenn ihre Plastikhülle kaputt geht oder die Kontakte brechen. Christian Helmiss empfiehlt deshalb Sticks mit einer Kappe für die USB-Schnittstelle, die fest mit dem Stick verbunden ist.

Schutz vor Datendiebstahl

Was aber nutzt der robusteste Speicherstick, wenn er abhanden kommt? Viele Sticks werden daher im Paket mit Verschlüsselungssoftware und Passwortschutz angeboten. Derartige Software gibt es allerdings auch im Internet zum Download. Laut Boi Feddern lassen sich eigentlich alle USB-Sticks damit nachrüsten. Mac- und Linux-Liebhaber schauen dabei jedoch in die Röhre: Die Software läuft nur bei Windows.

DPA DPA

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