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Schutz vor Hackern Darum rät Apple davon ab, die Webcam des Laptops abzukleben

Viele Nutzer kleben ihre Webcam ab, weil sie heimliche Spionage fürchten
Viele Nutzer kleben ihre Webcam ab, weil sie heimliche Spionage fürchten
© Getty Images
Um die Privatsphäre zu schützen, kleben viele die Webcam ihres Laptops ab. Doch nun warnt Apple vor genau dieser Methode. Statt die Kamera zu bedecken, solle man andere Schritte einleiten.

Wie praktisch eine Webcam ist, zeigte sich in den vergangenen Wochen und Monaten: Dank Tools wie Skype, Microsoft Teams oder Zoom erleben Videokonferenzen einen regelrechten Boom. Doch wenn man abends auf dem Sofa den Laptop aufklappt und entspannt im Netz surft, kommen bei einigen Nutzern wieder die Bedenken: Was, wenn ich heimlich beobachtet werde?

Rund ein Viertel der Deutschen verdeckt die Kameralinse aus Angst, dass die Webcam des Notebooks oder die Selfie-Kamera im Smartphone heimlich als Spion zweckentfremdet wird. Das zeigte eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom. Einige kleben deshalb ein Post-it davor, andere kaufen kleine Schieberegler. Selbst Technik-Profis wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehen auf Nummer sicher und verdecken ihre Laptop-Webcam.

Apple warnt vor Webcam-Abdeckungen

Nun warnt Apple jedoch in einem Support-Dokument davor, die Kamera in Macbooks zuzukleben. Denn solche Abdeckungen könnten zu Beschädigungen des Displays führen, schreibt der Hersteller aus Cupertino. Schließlich klebe ein zusätzliches Objekt direkt zwischen beiden Gerätehälften, wodurch sich beim Schließen des Laptops der Druck auf das Display erhöhe, was wiederum zu Bildschirmschäden führen kann. Der Grund dafür sei, dass "der Abstand zwischen dem Display und der Tastatur auf sehr geringe Toleranzen ausgelegt ist".

Zudem könne das Abdecken der integrierten Kamera den Umgebungslichtsensor beeinträchtigen und verhindern, dass Funktionen wie die automatische Helligkeit und True Tone ordnungsgemäß funktionieren.

Zu Problemen kann es vor allem kommen, wenn Abdeckungen verwendet werden, die dicker sind als 0,1 Millimeter - "die durchschnittliche Dicke eines Druckerpapiers", heißt es auf der Webseite von Apple. Das dürfte jedoch auf die meisten Abdeckungen zutreffen. Zudem rät der Konzern von allen Webcam-Covern ab, die mittels Klebstoff auf dem Displayrand befestigt werden müssen, da diese Spuren hinterlassen können.

Sehen Sie im Video: Japanerin entwickelt lustige Methode, um aus Videokonferenzen rauszukommen. Nicht enden wollende Videokonferenzen im Home-Office? Hier ist überraschend die analoge Lösung: Die „Lade-Symbol Maschine“. Die japanische Künstlerin Marina Fujiwara hat eine ganz eigene Methode entwickelt, elegant aus jedem Zoom-Meeting auszusteigen. Per Knopfdruck klappt sie das typische Ladesymbol hoch, das bei Videochats eine schlechte Verbindung anzeigt. Wie das geht, zeigt sie hier: Einfach in der Bewegung einfrieren, dann den Kopf drücken und die Übertragung abbrechen. Marina Fujiwara entwickelt seit Jahren unnütze Maschinen, wie sie ihre Kreationen selbst beschreibt, zum Beispiel einen Wangenkratzer oder Schuhe, die piepen, wenn man auf ein Geldstück tritt. Zwar ist auch das neueste Video der Künstlerin alles andere als ernst gemeint, doch mit ihrer innovativen Maschine hat Marina Fujiwara offensichtlich den Nerv der neuen Home-Office-Zoom-Generation getroffen. Der Clip ihrer „Ladesymbol-Maschine“ wurde allein auf Twitter schon mehr als 6 Millionen Mal angesehen. 
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Achten Sie auf das grüne Licht

Eine Webcam-Abdeckung sei überhaupt nicht nötig, so die Botschaft Apples. Der Konzern empfiehlt zum Schutz der Privatsphäre zwei Maßnahmen: Zum einen könne man in den Systemeinstellungen haarklein festlegen, welche Anwendungen die Kamera verwenden dürfen und welche nicht. Zum anderen solle man auf die grüne LED achten, die direkt neben der Kamera leuchte, sobald diese eingeschaltet ist. Macbooks seien so gestaltet, dass es nicht möglich sei, die Kamera ohne diese Lichtanzeige zu aktivieren, verspricht der Hersteller.

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cf

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