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Datenschützer sehen Verstoß gegen EU-Richtlinien: Google gefährdet die Privatsphäre der Nutzer

Die von Google im März eingeführten neuen Regeln zur Daten-Verarbeitung verstoßen gegen den Schutz der Privatsphäre. Datenschützer fordern Änderungen bei der Auswertung von Nutzer-Informationen.

Die seit März geltenden Nutzungsbestimmungen von Google entsprechen nicht dem europäischen Datenschutzrecht. In einem gemeinsamen Brief forderten die Datenschutzbehörden der 27 EU-Länder das US-Unternehmen am Dienstag auf, die Nutzungsregeln anzupassen.

Der Internetriese müsse "genauere und umfassendere Informationen über die gesammelten Daten" und ihre "Endgültigkeit" liefern. Google müsse wirksame und öffentliche Maßnahmen ergreifen, um die Regeln "schnell" anzupassen. Das Unternehmen habe rund drei bis vier Monate Zeit, um seine Regeln in Übereinstimmung mit den Datenschutz-Richtlinien der Europäischen Union zu bringen, erklärte CNIL-Präsidentin Isabelle Falque-Pierrotin am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Paris. Sollte Google keine Änderungen vornehmen, werde man mit rechtlichen Maßnahmen drohen müssen, betonte sie.

Falque-Pierrotin forderte das US-Unternehmen unter anderem auf, eindeutigere und vollständigere Informationen über das Verwendungsziel seiner gesammelten Daten vorzulegen. Google hatte im Frühjahr eine einheitliche Datenschutz-Regelung für alle seine rund 70 Internet-Dienste eingeführt. Neben einer Vereinfachung erlauben die neuen Regeln Google, Daten zu verknüpfen, die es von einem Nutzer über die einzelnen Dienste wie YouTube, Gmail oder Google+ erhält. Die französischen Datenschützer hatten nach der ersten Ankündigung im Februar Ermittlungen im Auftrag anderer europäischer Datenschutzbehörden aufgenommen.

jat/AFP/DPA / DPA