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"Goldfarming" im chinesischen Arbeitslager: Früher Steinbruch, heute "World of Warcraft"

Dass Hunderttausende Chinesen in Multiplayer-Onlinerollenspielen wie "World of Warcraft" massenhaft virtuelle Güter anhäufen, die gegen echtes Geld verkauft werden, ist bekannt. Nun berichtet einer dieser "Goldfarmer": Er musste im Arbeitslager "WoW" spielen.

Von Ralf Sander

Tagsüber in der Mine schuften, bis die Hände bluten und der Rücken schmerzt. Nachts aber wird gespielt, am Computer. Doch auch das ist kein Spaß: Wofür Millionen von Menschen weltweit monatlich Abogebühren zahlen, ist im chinesischen Arbeitslager Jixi nicht nur harte Arbeit, sondern eine Strafe. In Multiplayer-Onlinerollenspielen wie "World of Warcraft" ("WoW") müssen Häftlinge rund um die Uhr virtuelle Güter sammeln, die die Gefängniswachen dann zu Geld machen. Das berichtet der britische "Guardian", dem ein Ex-Häftling seine Geschichte erzählt hat.

Liu Dali, der in Wirklichkeit anders heißt, war früher selbst Gefängniswärter, bevor er 2004 zur drei Jahren Arbeitslager verurteilt wurde. Sein Verbrechen: Er habe die Zentralregierung auf Korruption in seiner Heimatstadt aufmerksam machen wollen, sagt Dali dem "Guardian". Die dann folgende "Umerziehung durch Arbeit" umfasste schwere Arbeit in einer Kohlemine, das Schnitzen von Zahnstochern und Essstäbchen und die Herstellung von Autositzbezügen, die das Gefängnis nach Südkoera und Japan exportierte. Ebenso aufreibend, aber umso bizarrer seien allerdings die Nachtschichten in Azeroth ("WoW") und anderen Onlinewelten gewesen.

Wo Spieler sind, sind auch Goldfarmer

Das Phänomen des sogenannten Goldfarming ist schon lange bekannt. 2006 besuchte der stern chinesische "WoW"-Spieler, die nichts anderes taten, als in Azeroth Gold und begehrte Gegenstände zu sammeln. Eine extrem monotone Tätigkeit. Die virtuelle Ware lässt sich in bare und vor allem echte Münze umwandeln. Denn nicht alle der mehr als zwölf Millionen "WoW"-Spieler weltweit sind bereit, den harten Weg zu gehen, um ihren Spielecharakter zu entwickeln. Viele sind durchaus bereit, für größere Mengen Spielgeld, mächtige Waffen oder Rüstungen oder gar komplett hochgepäppelte Heldencharaktere echte Euro und US-Dollars zu zahlen. Die Kontakte kommen im Spiel selbst zustande, gehandelt wird dann auf Ebay oder speziellen Onlineplattformen.

Der für Außenstehende bizarr wirkende Handel mit virtuellen Wertsachen ist ein lukratives Geschäft: Liu Dali beschreibt im "Guardian", dass im Arbeitslager pro Tag umgerechnet fast 600 Euro erwirtschaftet wurden – durch 300 Häftlinge, die jeweils in Zwölfstundenschichten dauerklicken mussten. "Wir haben gespielt, bis wir kaum noch etwas sehen konnten", sagt der heute 54-Jährige der Zeitung. Den Weiterkauf hätten die Wachen übernommen, die auch das gesamte Geld für sich behielten.

Körperliche Strafen

Die Ernte war virtuell, doch die Bestrafung bei Versagen umso realer: "Wenn ich mein Soll nicht erfüllt hatte, wurde ich mit Plastikschläuchen verprügelt", so der ehemalige Häftling.

Dali wurde 2007 entlassen, doch das Goldfarmen ist immer noch in vollem Gange. Im Jahr 2008 ermittelte die Universität von Manchester, dass rund 80 Prozent der damals rund 500.000 Goldfarmer in China lebten. Neuere Zahlen gibt es nicht, aber es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der Markt inzwischen zusammengebrochen ist. Schließlich sind Onlinerollenspiele immer noch ein lukratives Geschäft für die Gamesindustrie, mit vielen Millionen aktiven Spielern. "Auch in vielen anderen Gefängnissen im Nordosten Chinas wurden Insassen zum Spielen gezwungen", erinnert sich Dali. "Das passiert immer noch."

Und so stammt das frisch erworbene Superschwert vielleicht nicht aus einem Verließ in der "WoW"-Welt Azeroth – sondern aus einem Arbeitslager in China.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.