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30 Jahre "Tetris": Zehn Dinge, die Sie noch nicht über das Klötzchen-Spiel wussten

Ein Videospiel-Klassiker hat Geburtstag: "Tetris" wird 30 Jahre alt. Wir gratulieren mit zehn Fakten über das beliebteste Klötzchen-Game aller Zeiten.

Von Timo Brücken

Ein stolzes Alter für ein Videospiel: Vor 30 Jahren hatte der russische Computerprogrammierer Alexei Paschitnow die Idee für ein Videospiel, das zum Welterfolg werden sollte. Er ließ unterschiedliche Puzzleteile in ein Glas fallen, die durch Verschieben und Rotieren möglichst platzsparend verstaut werden mussten. War eine Reihe ganz gefüllt, verschwand sie, lief das Glas über, hieß es: Game Over. Paschitnow nannte sein Spiel "Tetris". Zehn Fakten zum Jubiläum des beliebtesten Klötzchen-Games aller Zeiten:

1. Der Name setzt sich zusammen aus „Tetromino“ und „Tennis“. Zusammen ergibt das: "Tetris". Tetrominos sind geometrische Figuren, die aus vier einzelnen Quadraten zusammengesetzt sind - wie die Spielsteine von "Tetris".

2. Ursprünglich sollten die "Tetris"-Puzzleteile aus fünf Quadraten bestehen. Solche Pentominos gibt es in 18 möglichen Formen. So viele verschiedene Spielsteine programmieren zu müssen, fanden die Entwickler aber zu kompliziert - und entschieden sich stattdessen für die vierteiligen Tetrominos. Von diesen gibt es nämlich nur sieben Varianten.

3. Der Programmierer Alexei Paschitnow entwickelte "Tetris" aus Langeweile. Eigentlich forschte er 1984 an der Moskauer Akademie der Wissenschaften zu Spracherkennung und künstlicher Intelligenz. Weil er in seiner Arbeit so viel Leerlauf hatte, fing der damals 29-Jährige jedoch an, Spiele zu programmieren - und landete damit einen Welterfolg.

4. Die ersten Quadrate für die "Tetris"-Spielsteine sahen so aus: [ ]. Der russische Computer Elektronika 60, für den das Spiel ursprünglich programmiert wurde, konnte nämlich nur Text darstellen. Deswegen mussten die Entwickler sich mit eckigen Klammern behelfen.

5. Die Spielmusik basiert auf dem russischen Volkslied "Korobeiniki". Was so viel heißt wie "Hausierer". Von der berühmten Melodie gibt es unzählige Cover-Versionen. Zum Beispiel die unsägliche Eurodance-Adaption von 1992 - hinter der niemand anderes steckt als Musical-Komponist Andrew Lloyd Webber:

Um Ihre Ohren von dieser Abscheulichkeit zu reinigen, empfehlen wir diese Acapella-Version:

6. Dem Programmierer war die Musik ziemlich peinlich. Vor allem im Fall von Tschaikowskis "Nussknacker", das von Nintendo als zusätzliche Spielmusik verwendet wurde. "Wenn Kinder irgendwo auf der Welt diese Musik hören, rufen sie: Tetris! Tetris!", schrieb er. "Das ist nicht sehr gut für die russische Kultur."

7. "Tetris" war eines der ersten Computerprogramme, die aus der Sowjetunion exportiert wurden. Mehrere westliche Firmen kämpften ab 1987 um die Rechte an dem Klötzchenspiel. Nintendo gewann dabei gegen Atari. Die Niederlage gilt als Anfang des Niedergangs des Unternehmens, das damals noch eine feste Größe in der Spielebranche war. Für Nintendo wurde "Tetris" mit mehr als 35 Millionen Exemplaren hingegen zum meistverkauften Gameboy-Spiel aller Zeiten.

8. Mehr als ein Jahrzehnt lang verdiente Paschitnow so gut wie gar nichts mit seinem Spiel. Alles, was er an der Akademie der Wissenschaften programmierte, gehörte automatisch dem russischen Staat. Und der gab dem Entwickler die Rechte an "Tetris" erst 1996 zurück. Da war Paschitnow längst in die USA ausgewandert und arbeitete als Spiele-Designer bei Microsoft.

9. Der "Tetris"-Spielstein in der Form des Buchstaben L wurde schon zur beliebtesten Videospielfigur der Welt gewählt. In einem Wettbewerb der Website "GameFAQs" setzte er sich 2007 zum Beispiel gegen Super Mario oder Link aus "Zelda" durch.

10. "Tetris" hat es diverse Male ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft. Zum Beispiel mit dem Eintrag "Längste Gefängnisstrafe für das Spielen eines Videospiels". 2002 kam der Brite Faiz Chopdat für vier Monate hinter Gitter, weil er im Flugzeug auf seinem Handy "Tetris" gespielt und sich auch nach mehrmaliger Warnung geweigert hatte, damit aufzuhören. Nach der Landung in Manchester wurde er festgenommen, wegen "Gefährdung der Sicherheit eines Flugzeugs".

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