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IFA in Berlin: Das sind die wichtigsten Techniktrends

Lautsprecher ohne Kabelwirrwarr, smarte Uhren und hochauflösende Fernseher werden immer billiger: Die Funkausstellung IFA zeigt die aktuellen Trends der Elektronik-Branche.

Am 5. September öffnet die Technikmesse IFA in Berlin ihre Tore. Im vergangenen Jahr strömten etwa 240.000 Besucher in die Messehallen am Berliner Funkturm, der Ansturm könnte in diesem Jahr noch größer sein - denn auf der Messe gibt es einiges zu sehen. Auf 134.400 Quadratmetern präsentieren Elektronikhersteller aus der ganzen Welt ihre Produktneuheiten. Wir stellen die Techniktrends vor.

Schlaue Thermostate regulieren automatisch die Temperatur im Wohnzimmer

Schlaue Thermostate regulieren automatisch die Temperatur im Wohnzimmer

Funk mal den Kühlschrank an

Die Idee des vernetzten Heims ist mittlerweile kein Zukuntsszenario mehr, sondern längst im Alltag angekommen. Nicht nur Fernseher oder Audio-Anlagen werden ans Internet angeschlossen, sondern auch alle möglichen Geräte vom Kühlschrank bis zur Waschmaschine. Smartphones und Tablets werden zur Schaltzentrale für all diese verbundenen Geräte. Mit einem ans Internet angeschlossenen Thermostat könne etwa automatisch die Heizung hochgedreht werden, wenn sich der Hausbesitzer samt Handy auf den Heimweg macht. Unklar ist, ob es gelingt, gemeinsame Standards für die Technik zu etablieren - oder die Anbieter versuchen werden, den Markt mit eigenen Lösungen zu erobern.

Riesige Fernseher sind auch in diesem Jahr angesagt

Riesige Fernseher sind auch in diesem Jahr angesagt

XXL-Fernseher extrascharf

Wie jedes Jahr wird die IFA auch ein Schaulaufen der Fernsehbranche. Der ganz große Boom der Flachbild-Fernseher mag vorerst vorbei sein, aber die TV-Geräte sind weiterhin ein zentraler Stützpfeiler der Elektronik-Industrie. In diesem Jahr prägen zwei Trends das Angebot der Aussteller: Ultrahochauflösende 4K-Fernseher, die auf derselben Fläche viermal so viele Bildpunkte darstellen wie handelsübliche Full-HD-Fernseher, und TVs mit organische OLED-Displays, die noch dünnere Geräte mit kontrastreichem Bild möglich machen.

Doch nicht nur in Sachen Auflösung tut sich einiges, auch die Form verändert sich: Curved-TVs, Fernseher mit gebogenem Display, liegen im Trend. Sowohl Samsung als auch LG haben bereits im Januar Fernseher gezeigt, die verschiedene Technologien in sich vereinen: UHD-Auflösung auf einem gebogenem Display mit 105-Zoll-Diagonale (etwa 2,67 Meter). Auf der IFA werden vermutlich neue, günstigere Modelle vorgestellt.

Sieht aus wie eine Analoguhr, ist aber smart: die neue Gear Watch R von LG.

Sieht aus wie eine Analoguhr, ist aber smart: die neue Gear Watch R von LG.

Hightech am Handgelenk

2014 ist das Jahr der "wearable devices", der tragbaren Technik. Dazu zählen etwa Googles Datenbrille Glass oder Fitnessarmbänder, die Schritte und verbrauchte Kalorien der User messen. Im vergangenen Jahr nutzte Samsung die IFA, um seine Smartwatch Galaxy Gear vorzustellen. Diesmal präsentierten die Südkoreaner bereits im Vorfeld der Technikmesse eine neuartige Uhr, Konkurrent LG hielt mit einer runden Smartwatch im Retro-Design dagegen. Für den 9. September wird zudem erwartet, dass Apple die langerwartete iWatch enthüllt.

stern-Redakteur Christoph Fröhlich testet auf der IFA in Berlin die Cyberbrille Gear VR von Samsung

Mit Cyberbrillen soll das Tor in die virtuelle Realität geöffnet werden.

Virtuelle Realität

Was vor einigen Jahren noch an fehlenden technischen Möglichkeiten scheiterte, könnte sich zukünftig zum neuen Trend der Digitalbranche entwickeln - das Abtauchen in virtuelle Welten. Bereits im Vorfeld der IFA haben verschiedene Hersteller wie Oculus Rift und Sony Möglichkeiten vorgestellt, mit speziellen Brillen digital erzeugte Realitäten zu erleben. Das regt nicht nur die Fantasie von Computerspielherstellern an. Auch virtuelle Touren für die Auswahl des nächsten Urlaubshotels oder ein kurzer digitaler Besuch im Louvre sind denkbar. Auf der IFA werden auch andere Hersteller ihre Entwicklungen zu diesem Trend vorstellen. So zeigt Samsung mit der Cyberbrille Gear VR eine Möglichkeit, das Smartphone zum Tor in die virtuelle Realität zu machen.

Spotify und Co. krempeln die Musikbranche um

Spotify und Co. krempeln die Musikbranche um

Musikbranche vor der nächsten Revolution

Vor wenigen Jahren haben Musik-Downloads die CDs abgelöst, nun steht der nächste Umbruch bevor: Musikstreaming ist auf dem Vormarsch. Smartphones haben das Geschäft mit Audiotechnik grundlegend umgekrempelt. Die Musik wird immer häufiger direkt aus dem Netz oder vom Smartphone abgespielt. Das gibt der Geräteklasse der drahtlosen Lautsprecher kräftig Auftrieb, während klassische Hifi-Technik auf dem Rückzug ist. So brach der Absatz von Heimkino-Systemen in Deutschland im ersten Halbjahr um ein Fünftel ein. Angesagt sind dagegen Bluetooth-Lautsprecher oder Multiroom-Systeme von Sonos und Co.

cf/DPA / DPA