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Nicht immer erlaubt Verbotener Volkssport: Sieben von zehn Deutschen teilen ihr Streaming-Abo

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Der Großteil der Deutschen teilt sich Streamingdienste - das ist jedoch nicht immer erlaubt
© skynesher / Getty Images
Eine Umfrage zeigt, dass der Großteil der Deutschen ihre Streaming-Accounts von Netflix und Co. mit Freunden teilen. Das ist jedoch nicht immer erlaubt. 

Streamingkonzerne zählen zu den strahlenden Gewinnern der Corona-Krise: Weil Milliarden Menschen wegen des globalen Lockdowns plötzlich mehr Zeit zuhause verbrachten, erlebten Dienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video einen enormen Popularitätsschub. Allein Netflix konnte mit 15,8 Millionen Neukunden das beste Quartal seiner Geschichte feiern.

Doch wer sich im Freundes- und Bekanntenkreis umhört, weiß: In der Realität bedeuten fast 16 Millionen zahlende Kunden viel mehr echte Zuschauer, denn viele Nutzer teilen ihre Bezahl-Zugänge mit Freunden, Familien oder Nachbarn.

Das zeigt nun auch eine Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom: Sieben von zehn Abonnenten (69 Prozent) gaben an, sich die Ausgaben für eines ihrer Streaming-Abonnements mit anderen Nutzern zu teilen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Lediglich drei von zehn der Abonnenten zahlen und nutzen ihre gebuchten Dienste allein. Und was die Chefs von Netflix und Co. gar nicht gerne hören dürften: 17 Prozent nutzen ein Abonnement zusammen mit anderen, beteiligen sich aber nicht an den Kosten.

Netflix und Disney+ teilen - das ist (nicht) erlaubt

Dass viele Nutzer ihre Abonnements teilen, ist aus Kundensicht nachvollziehbar. Denn Netflix verlangt für ein Abo mit der höchsten Bildqualität (4K) 16 Euro pro Monat, zugleich erwirbt man damit das Recht, Serien und Filme auf bis zu vier Geräten gleichzeitig zu streamen. Was viele jedoch nicht wissen (oder nicht wahrhaben wollen): Laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen müssen sich diese Geräte alle im gleichen Haushalt befinden.

Das Passwort-Teilen mit Freunden in anderen Haushalten oder gar Städten ist streng genommen nicht erlaubt. Netflix behält sich das Recht vor, den Account zu kündigen, auch wenn das bislang noch nicht vorgekommen ist.

Das Gleiche gilt übrigens auch für den Musikstreamingdienst Spotify. Um das Premium Familien-Abo nutzen zu dürfen, müssen der Hauptnutzer und die bis zu fünf Inhaber von Unterkonten Familienmitglieder sein, die ihren Wohnsitz an derselben Adresse haben. 

Andere Dienste sind da offener: Disney+ etwa schließt das Teilen des Accounts mit Freunden bislang nicht aus (mehr zum Teilen von Disney+ finden Sie hier), Apple+ ist ebenfalls dafür ausgelegt, dass man den Dienst mit Familienmitgliedern auch außerhalb des eigenen Haushalts teilt.

Immer mehr Deutsche streamen

Die Bitkom-Studie gibt noch weitere Einblicke zum Streaming-Verhalten der Deutschen. So schaut mittlerweile jeder zweite Internetnutzer (53 Prozent) der Umfrage zufolge Filme und Serien über kostenpflichtige Anbieter wie Disney+, Netflix, Amazon Prime Video, Sky Ticket oder Apple TV+. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 42 Prozent. Neben der Corona-Krise dürfte auch das gestiegene Angebot an Diensten für den enormen Zuwachs verantwortlich sein.

Eine weitere Erkenntnis: Die Deutschen streamen nicht nur mehr im Netz, sie geben dafür auch mehr Geld aus. Dabei sind die Nutzer der Studie zufolge sowohl bereit, einmalig für Inhalte zu bezahlen (67 Prozent) als auch Abonnements abzuschließen (65 Prozent). Die Höhe der monatlichen Ausgaben variiert jedoch: So zahlen die Befragten im Durchschnitt 9 Euro pro Monat für das einmalige Abrufen von Filmen und Serien (etwa ein Leihfilm auf iTunes oder Amazon) und 17 Euro für Abonnements.

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cf

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