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Stiftung Warentest prüft Fernseher Großes Bild für wenig Geld

Stiftung Warentest hat 21 Riesenfernseher getestet. Der Sieger ist eines der günstigeren Geräte - und ausgerechnet das mit Abstand teuerste landet auf dem letzten Platz.

Die Bilddiagonale so groß wie zwei ausgestreckte Arme, das Display so flach wie eine Hand, der Rahmen so schmal wie ein Finger: Ultradünne Riesenfernseher erobern die deutschen Wohnzimmer. Doch liefern die XXL-Glotzen auch scharfe Bilder und guten Klang? Stiftung Warentest hat 21 Geräte zwischen 760 und 8000 Euro getestet. Das Ergebnis: Auch für wenig Geld bekommt man ein gutes Bild, bei den Zusatzfunktionen wie Internetzugang und TV-Aufnahmen sind die günstigen Geräte oft nicht schlechter als die der Premiummarken.

Der Sieger-Fernseher hört auf's Wort

Testsieger ist der Samsung UE46ES7090: Mit einer 46-Zoll-Bilddiagonale (117 Zentimeter) schafft er Kinoatmosphäre im heimischen Wohnzimmer. Er zeigt scharfe HD-Bilder, auch in 3D und hat einen guten und klaren Ton. Eine Besonderheit: Der Fernseher lässt sich nicht nur via Fernbedienung steuern, sondern auch mit Sprache und Gesten. Die Gestensteuerung ist laut Stiftung Warentest aber manchmal etwas hakelig. Mit einer Gesamtnote von 1,8 schafft es Samsung an die Spitze des Fernseh-Rankings und das mit einem Preis von 1630 Euro.

Platz zwei geht an Philips mit dem 47PFL6007K: Zwar liefert der Fernseher (1010 Euro) ein sehr gutes Bild und hat sogar vier Polarisationsbrillen für 3D-Filme im Lieferumfang, allerdings kann der Ton die Tester nur mittelmäßig überzeugen. Gesamtnote: 2,3.

Der teuerste Fernseher landet auf dem letzten Platz

Wer einen größeren Fernseher will, sollte sich den 60-Zöller LC-60LE740E (152 Zentimeter Bilddiagonale) von Sharp (Gesamtnote: 2,2) genauer anschauen. Er zeigt gute HD-Bilder, schwächelt aber etwas bei 3D-Filmen. Die dafür nötigen Shutterbrillen sind mit 99 Euro auch nicht besonders günstig. Punkten kann das Gerät beim Ton. Ein Wermutstropfen: Die USB-Aufnahmefunktion lässt sich nur eingeschränkt nutzen, mehr als eine Aufnahme ist nicht möglich, egal wie groß der Speicher ist. Mit 1410 Euro ist der Riesenfernseher eines der günstigeren Geräte.

Ausgerechnet der teuerste Fernseher fiel bei den Prüfern von Stiftung Warentest durch: Der 8000 Euro teure Toshiba 55ZL2G, der erste 3D-Fernseher ohne Brille, liefert nur ein befriedigendes Bild und ist ungeeignet für helle Umgebungen. Zudem fehlt eine ausführliche Anleitung, der Internetzugang ist nur eingeschränkt nutzbar, und der Stromverbrauch ist sehr hoch. Insgesamt reicht es nur für die befriedigende Gesamtnote von 2,9.

Der Marketing-Trick mit dem schnelleren Bild

Die meisten getesteten Fernseher liefern laut Stiftung Warentest gute bis sehr gute Bilder. Doch Actionfilme, Sportsendungen und Naturaufnahmen mit schnellen Kameraschwenks zwingen einige Geräte schnell in die Knie: Das Fernsehsignal liefert nur 50 Bilder pro Sekunde (50 Hertz), das ist zu wenig für schnelle Bewegungen. Das Auge bemerkt ein Ruckeln.

Um die Filme flüssiger darstellen zu können, muss der Fernseher Zwischenbilder errechnen. Die meisten HD-Fernseher bieten die sogenannte 100-Hertz-Technik, bei der auf jedes echte Bild ein künstliches Zwischenbild kommt. Manch ein Gerät bietet auch 400, 800 oder gar 1600 Hertz, auf ein echtes Bild kommen also bis zu 31 künstliche Zwischenbilder. Doch lohnt sich Aufpreis für Geräte mit höherer Hertz-Zahl? Die Tester haben das Feature untersucht - mit ernüchterndem Ergebnis.

Eine hohe Hertz-Zahl bedeutet nicht automatisch bessere Bilder. Wie geschmeidig die Übergänge zwischen den echten und künstlichen Bildern ist, ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich: Der Metz Aurus 47 3D Media twin R beispielsweise schafft es, mit 200 Hertz flüssige Bewegungen sehr sauber darzustellen. Außerdem lieferte das Gerät trotz des dünnen Rahmens den besten Ton im Test.

Weniger gut dagegen schneidet der Loewe Connect ID 46 DR+: Trotz 200 Hertz ruckelt hochaufgelöste Szenen sehr stark. Wer die Bewegtbildkompensation aktiviert, bekommt zwar flüssige Bilder zu sehen, muss allerdings auch mit deutlichen Bildstörungen leben. Auch der 47LM660S kommt trotz 400-Hertz-Technik ins Ruckeln.

Den vollständigen Test finden sie auf test.de sowie in der Ausgabe 12/2012 der Zeitschrift "test".

cf

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