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"Star Office"-Erfinder Marco Börries: Marco macht mobil

Der Suchdienst Yahoo! will auch auf dem Handy und im Wohnzimmer aktiv werden - möglich macht's die Software eines ehemaligen deutschen "Wunderkinds".

Von Karsten Lemm

Marco Börries - der Name klingt irgendwie bekannt. Wer war das doch gleich? Ach ja: aufgewachsen in der norddeutschen Kleinstadt Lüneburg, mit 16 Jahren eine Textverarbeitung namens "Star Writer" programmiert, um es mit Microsoft aufzunehmen und die Welt zu erobern. Bald darauf Millionär, Papa einen Mercedes gekauft, in den Medien bejubelt als "Wunderkind" und "deutscher Bill Gates". Nach Hamburg umgezogen, aus "Star Writer" ein ganzes Softwarepaket gemacht: "Star Office". Mehr Erfolg, mehr Schlagzeilen. Aber das ist lange her. Und jetzt?

Aus Börries wurde Boerries

Jetzt sitzt Marco Börries, inzwischen 37 Jahre alt und Vater von drei Kindern, in einem Konferenzraum in Sunnyvale und erzählt von seinem neuen Job. Auf seiner Visitenkarte prangt das Logo der Internet-Suchmaschine Yahoo!, und unter seinem Namen, der Amerika-freundlich "Boerries" buchstabiert ist, steht der Titel "Senior Vice President Connected Life". Was soll das heißen? "Es geht darum", erklärt Börries, "dass ich mir als Anwender keine Gedanken machen möchte darüber, welches Gerät ich gerade benutze. Ob das mein Telefon ist oder mein PC, ob ich im Auto sitze oder im Flugzeug - ich möchte jederzeit auf die Sachen, die mich interessieren, zugreifen können."

E-Mail, Nachrichten, Fotos, Texte, Musik, Videos: All das - und manches mehr - soll künftig überall und irgendwo per Knopfdruck abrufbar sein. Nie mehr in der U-Bahn sitzen und gelangweilt den Sitznachbarn anstarren, nie mehr unterwegs sein und feststellen: Verflixt, die Word-Datei, die ich brauche, ist zu Hause auf dem PC! Dank Yahoo! sollen künftig all die Daten, die der moderne Mensch in seinem Leben so zusammensammelt, einfach da sein, wann immer und wo immer man will. Und unabhängig davon, welches Gerät man gerade dabei hat.

Alles ganz einfach

"Sehr einfach" soll das werden, "sehr freundlich, ohne dass ich mir jemals Gedanken machen muss", verspricht Börries. Wie es genau funktioniert, mag er noch nicht verraten. Aber das Nokia-Handy, das vor ihm auf dem Tisch liegt, gibt zumindest einen Vorgeschmack davon, wie die Sache aussehen wird: im Grunde genommen wie ein abgespecktes Yahoo-Portal auf dem PC. Ein Knopfdruck hier, ein Knopfdruck da, und Yahoo-Mitglieder können dann beispielsweise ihre E-Mail von unterwegs erledigen oder Fotos, die sie mit dem Handy knipsen, sofort in ihr Online-Fotoalbum stellen. Der Starttermin für den Service stehe noch nicht fest, sagt Börries, "aber wir werden das in ganz Europa anbieten, genauso wie in Amerika und Asien."

Und das Herzstück des neuen Dienstes - der Grund dafür, dass Börries nun mit in der Yahoo-Chefetage sitzt - ist eine Software, die der schlaksige, hoch gewachsene Deutsche mit einer Handvoll Mitarbeitern entwickelte, nachdem es ihm in seinem vorherigen Job zu langweilig wurde.

Dieser Job begann am 5. August 1999, vier Tage nach Börries' 31. Geburtstag, mit dem Verkauf von "Star Office" an den Computerriesen Sun, der daraus inzwischen "Open Office" gemacht hat - eine beliebte Alternative zu Microsoft Office, besonders in der Linux-Gemeinde. Börries tauschte sein Unternehmerleben gegen ein Büro bei Sun ein und leitete den Umbau von "Star Office" zu einem "Open-Source-Projekt", also einer Software, die nicht mehr exklusiv Sun gehört, sondern von jedem, der mitmachen möchte, weiterentwickelt werden kann (ähnlich wie auch der Browser "Firefox").

Die Tage waren immer zu kurz

Dann, im Frühjahr 2001, stieg Börries aus. "Es war ein Punkt, an dem ein großer Abschnitt zu Ende war und ich mir überlegt habe, was mache ich die nächsten Jahre", erklärt er. "Ich wollte eigentlich mehr Zeit für mich haben und auch für meine Familie." Eigentlich. Aber Börries ist kein Mann der Ruhe, frische Luft und Blumenzüchten genießen würde. Die Tage sind schon immer zu kurz gewesen für all seine Pläne, er platzt vor Ideen und spricht so schnell, dass seine Sätze in wildem Deutsch-Englisch Purzelbäume schlagen.

Aber immerhin: Ein paar Monate lang hielt er es tatsächlich aus in seinem Haus in Los Altos Hills, einer der nobleren Gegenden im Silicon Valley, genoss das Familienleben mit seiner Frau und den drei Kindern und fing an - irgendwie muss der Mensch sich ja die viele Freizeit vertreiben - die Wohnung zu verkabeln. Dabei fiel Börries auf, dass es harte Arbeit war, den Videoserver mit dem drahtlosen Funknetz zu verbinden, geschweige denn das Garagentor via Bluetooth zu steuern. Also gründete er eine neue Firma, Verdisoft, die sich darum kümmern sollte, das Problem der Geräte, die nicht miteinander sprechen können, aus der Welt zu schaffen.

"Ungefähr 20 Millionen Dollar" pumpte Börries aus eigener Tasche in die Firma, die parallel in Kalifornien und Hamburg die neue Software fürs "Connected Life" entwickelte. "Im Sommer 2004, nach drei Jahren, waren wir so weit, dass wir das Produkt ausliefern konnten", erinnert sich Börries, "und dann ging die Diskussion mit Yahoo! und einigen anderen los." Eigentlich wollte Börries seine Erfindung nur lizensieren, nicht gleich die ganze Firma verkaufen, doch bald zeigte sich, "dass die Kunden, die wir als Topkunden gesehen haben, die Technlogie besitzen wollten."

So wurde aus dem Unternehmer Marco Börries zum zweiten Mal der Angestellte Marco Börries. Er müsste nicht arbeiten, er hat Geld genug. "Aber ich bin ja noch nicht im rentenfähigen Alter", sagt Börries und lacht. Außerdem reizt es ihn, mit Yahoo! gegen Google anzugehen. Es ist das alte Underdog-Spiel, so ähnlich wie damals das Duell StarDivision gegen Microsoft, auch wenn der Abstand in diesem Fall weit geringer ist: In den USA besitzt Google einen Marktanteil von 46 Prozent, Yahoo! liegt mit gut 22 Prozent auf Platz zwei. In Europa allerdings gibt es viel zu tun. Google dominiert mit über 60 Prozent Marktanteil, und in den meisten Ländern rangiert Yahoo! nur auf Platz drei - hinter Microsofts MSN. Besonders düster sieht es in Deutschland aus, wo Google 18 Millionen Nutzer zählt, Yahoo dagegen vergleichsweise kümmerliche 5,4 Millionen.

Deutschland fest in Google-Hand

Börries preist seinen neuen Arbeitgeber trotzdem als "absolute Nummer eins im Internet" - nicht mit Blick auf die Popularität der Suchmaschine, zugegeben, aber eben doch gemessen daran, dass Yahoo! knapp 450 Millionen registrierte Nutzer habe: "Wenn Yahoo! ein Land wäre, wäre es das drittgrößte auf der Welt", sagt Börries. Dass Deutschland "nicht der Parademarkt für Yahoo!" ist, gibt er zu. "Das liegt einfach daran, dass Yahoo! sich eine ganze Weile lang sehr stark auf den amerikanischen Markt konzentriert hat", sagt Börries. Aber Stück für Stück soll sich das ändern. Genau wie in den USA will das Unternehmen nun auch in Deutschland mehr und mehr Zusatzdienste anbieten. Beispiele sind der neue Download-Musikladen "Launch" und "Mein Web", ein Service, bei dem registrierte Nutzer ihre Suchergebnisse speichern und mit anderen teilen können.

"Yahoo! hat extrem viel Potenzial", schwärmt Börries. Nun liegt es an ihm, daraus etwas zu machen, wann immer die Nutzer nicht vorm Computer sitzen. "Ich bin bei Yahoo! zuständig für alles, was nicht im PC-Browser läuft", erklärt Börries seine neue Aufgabe. Das Wohnzimmer hat er dabei ebenso im Visier wie das Handy: Was liegt näher als der Gedanke, Fotos von Yahoos "Flickr"-Service auf dem Fernseher zu betrachten und bei "Launch" gekaufte Lieder über die Stereoanlage abzuspielen? "Es ist ja ganz klar, dass immer mehr Services aus dem Internet vom Browser weggehen", sagt Börries - und das kann ihm nur recht sein. Denn wer dominiert immer noch das Leben auf dem PC? Bill Gates. Selbst Börries, der Vater von "Star Office", arbeitet bei Yahoo mit Microsoft-Software. Aber privat, betont er, "habe ich nie aufgehört, Star Office zu benutzen."

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.